Broadcom Aktie: Vertrag mit Apple bis 2031

Broadcom und Apple besiegeln einen über 30 Milliarden Dollar schweren Liefervertrag. Der Chiphersteller investiert zudem in US-Produktion und KI-Chips.

Die Kernpunkte:
  • Apple-Deal über 30 Milliarden Dollar
  • Investition in neue Chip-Fabrik
  • KI-Geschäft wächst rasant
  • Aktie korrigiert vom Rekordhoch

Broadcom hat mit Apple einen Vertrag über mehr als 30 Milliarden Dollar abgeschlossen. Die Laufzeit reicht bis 2031. Damit sichert sich der Chiphersteller eine der wichtigsten Kundenbeziehungen der Branche für die kommenden fünf Jahre.

Im Zentrum der Vereinbarung stehen leistungsstarke Funkkomponenten und kundenspezifische Chips für Apple-Geräte. Der Deal wurde in der Woche bis zum 11. Juli 2026 bestätigt. Er macht Broadcom zu einem der größten Profiteure von Apples „American Manufacturing Program“.

Neue Fabrik in Colorado entsteht

Broadcom investiert rund 1,5 Milliarden Dollar in seine Produktionsstätte in Fort Collins, Colorado. Am Standort Ziegler Road sollen künftig mehr als 15 Milliarden Chips pro Jahr in den USA gefertigt werden. Der Fokus liegt auf FBAR-Filtern und weiteren Technologien für drahtlose Verbindungen.

Die Investition fügt sich in Apples größeres Vorhaben ein, über vier Jahre 600 Milliarden Dollar in die US-Wirtschaft zu stecken. Analysten rechnen damit, dass der Deal Broadcom bis Ende des Jahrzehnts jährlich etwa 6 Milliarden Dollar Umsatz bringt. Das schafft eine seltene Planungssicherheit in einem sonst schnelllebigen Chipmarkt.

KI-Geschäft wächst dreistellig

Der Apple-Deal ist nicht die einzige Baustelle, an der Broadcom arbeitet. Das Unternehmen entwickelt zusammen mit Meta den KI-Chip „Iris“. Die Massenproduktion startet im September 2026.

Der Hintergrund: Große Tech-Konzerne wie Meta und Alphabet wollen unabhängiger von externen Hardware-Anbietern werden. Sie setzen dafür zunehmend auf maßgeschneiderte ASIC-Chips – und Broadcom positioniert sich als bevorzugter Entwicklungspartner.

Die Zahlen untermauern diesen Trend. Im zweiten Quartal 2026 erzielte Broadcom mit KI-Chips einen Umsatz von 10,8 Milliarden Dollar. Das entspricht einem Plus von 143 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Für das dritte Quartal peilt der Konzern rund 16 Milliarden Dollar an – ein Wachstum von 200 Prozent im Jahresvergleich.

Kurs korrigiert vom Rekordhoch

An der Börse zeigt sich die Aktie robust, aber nicht mehr euphorisch. Am Freitag schloss das Papier bei 350,00 Euro, ein minimales Minus von 0,31 Prozent. Auf Wochensicht steht dennoch ein Plus von 7,38 Prozent zu Buche.

Seit Jahresbeginn hat die Aktie 17,98 Prozent zugelegt, auf Zwölfmonatssicht sind es sogar 48,62 Prozent. Vom 52-Wochen-Hoch bei 429,60 Euro aus dem Juni notiert das Papier aktuell allerdings 18,53 Prozent entfernt. Zum 200-Tage-Durchschnitt von 312,69 Euro besteht weiterhin ein komfortabler Abstand von fast 12 Prozent.

Der RSI von 55 signalisiert neutrales Terrain – weder überkauft noch überverkauft. Die Marktkapitalisierung liegt derzeit bei 1.670,48 Milliarden Euro.

Insider verkaufen, Analysten bleiben optimistisch

Am 10. Juli meldeten SEC-Unterlagen ungewöhnliche Insider-Verkäufe. Broadcoms Chief Legal Officer verkaufte 25.000 Aktien im Wert von rund 9,48 Millionen Dollar. Ein Mitglied des Board of Directors trennte sich am selben Tag von 1.890 Aktien.

Trotz dieser Verkäufe bleibt das Analystenbild überwiegend positiv. 44 von 48 Analysten stufen die Aktie als „Buy“ ein, das durchschnittliche Kursziel liegt bei rund 523 Dollar. Erste Group schlug am 7. Juli einen anderen Ton an: Die Bank stufte Broadcom auf „Hold“ zurück und verwies auf die hohe Bewertung nach dem starken Kursanstieg der vergangenen Monate.

Der Apple-Deal liefert Broadcom über Jahre hinweg verlässliche Einnahmen. Das KI-Geschäft mit Meta und weiteren Hyperscalern bringt zusätzlich hohes, aber volatileres Wachstum. Wie sich diese beiden Wachstumstreiber auf die Bewertung der Aktie auswirken, dürfte sich in den kommenden Quartalszahlen zeigen, wenn die „Iris“-Produktion anläuft und erste konkrete Umsatzbeiträge aus dem Apple-Vertrag sichtbar werden.

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