Broadcom Aktie: VMware-Kunden suchen Auswege

Eine Umfrage zeigt wachsende Wechselüberlegungen, Interesse an mehreren Plattformen und eine stärkere Nachfrage nach externem Support.

Die Kernpunkte:
  • 90 Prozent erwägen Alternativen wegen Kosten
  • 48 Prozent planen keinen Wechsel zu VCF
  • 60 Prozent ziehen mehrere Hypervisoren in Betracht
  • 66 Prozent nutzen oder erwägen Drittanbieter-Support

Zwei Jahre nach der Übernahme von VMware bröckelt bei vielen Kunden die Geduld. Eine neue globale Umfrage unter VMware-Anwendern zeigt, wie stark Preise und Lizenzpolitik des Konzerns die Strategien in den IT-Abteilungen verändern. Für Broadcom ist das ein Signal, dass das Softwaregeschäft nicht nur Wachstum, sondern auch Reibung erzeugt.

Kosten treiben die Suche nach Alternativen

Befragt wurden 269 Führungskräfte, Manager und Fachkräfte in VMware-Anwenderunternehmen, und zwar zwischen Dezember 2025 und Februar 2026. Auftraggeber der Studie ist Rimini Street, ein Drittanbieter für Software-Support. Der Absender hat also ein eigenes Interesse an den Ergebnissen. Die Zahlen fallen dennoch deutlich aus.

90 Prozent der Befragten erwägen wegen höherer Lizenzkosten Alternativen zu VMware. Fast drei Viertel nennen Kosteneinsparungen als oberste Priorität. Rund die Hälfte führt zudem das Ende des Supports für unbefristete Lizenzen als Grund an, andere Optionen zu prüfen.

Wechseln ist allerdings nicht einfach. Betriebliche Komplexität, der Aufwand mehrerer Anbieter, eine größere Angriffsfläche und fehlende Qualifikation der Mitarbeiter werden von jeweils knapp 40 Prozent als Hürden genannt.

Weniger Begeisterung für VMware Cloud Foundation

Besonders relevant für Broadcoms Strategie: Fast die Hälfte der Befragten, nämlich 48 Prozent, plant derzeit keine Verlagerung von Ressourcen auf VMware Cloud Foundation (VCF). Das Paket gilt als Kern des Angebots, mit dem Broadcom Kunden in die teurere Plattformlösung führen will.

Stattdessen setzen viele auf Vielfalt. 60 Prozent ziehen eine Strategie mit mehreren Hypervisoren in Betracht. 47 Prozent bevorzugen eine hybride Umgebung aus Hypervisoren und Containern.

Support aus fremder Hand

66 Prozent der Befragten nutzen bereits Support von Drittanbietern oder erwägen ihn. Als Gründe gelten Sicherheit, Hilfe bei Installation und Implementierung sowie Bedenken zu Service und Support. Zudem sehen 77 Prozent der Sicherheitsverantwortlichen Nutzen in einer Lösung mit Echtzeit-Transparenz bei Bedrohungen, statt sich allein auf das Patch-Programm von Broadcom zu verlassen.

Ein Analyst von Unisphere Research ordnet den Trend so ein: Es gehe weniger um den Austausch eines Anbieters, sondern um den Willen, Abhängigkeit von einem einzigen Lieferanten zu verringern.

Auf die Kursentwicklung dürfte die Umfrage kaum direkt durchschlagen. Sie liefert aber Stoff für eine Debatte, die Broadcom bei künftigen Vertragsverlängerungen im VMware-Geschäft begleiten wird. Die Erhebung stammt aus dem ersten Quartal 2026 und bildet damit einen Stimmungsstand vor dem Herbst ab. Ob aus Absichtserklärungen tatsächliche Abwanderung wird, zeigt sich erst in den Verlängerungszahlen der kommenden Berichte.

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