B+S Banksysteme: Gegen die negative Branchenstimmung?

Als Dienstleister für die Finanzindustrie hat man es momentan am Aktienmarkt nicht leicht. Davon kann auch B+S Banksysteme ein Lied singen. Und das, obwohl das Unternehmen mit seinen nun vorgelegten vorläufigen Zahlen durchaus eine interessante Perspektive liefert.

© Jürgen Fälchle / Fotolia
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B+S Banksysteme ist in Deutschland mit seinen Lösungen Marktführer im Electronic Banking. Dabei bietet das Unternehmen Lösungen rund um Zahlungsverkehr bis hin zum Risikomanagement an. Das Kundenverzeichnis liest sich wie ein Who is Who der Branche und umfasst Privatbanken, Sparkassen und andere Institute.

B+S arbeitet gleichzeitig mit den renommiertesten Bankdienstleistern wie Sparkassen Finanz-Informatik, Lexware oder die Raiffeisen-Firma GAD zusammen. Im letzten Jahr machte B+S besondere Schlagzeilen mit der Kooperation mit Centralway Numbrs, die eine Bank-App anbieten. Was für B+S insbesondere als Signal galt, sich auch außerhalb der klassischen Anwendungsmöglichkeiten zu orientieren.

B+S Banksysteme investiert in zukünftige Chancen

Das alles schlug sich im zurückliegenden Geschäftsjahr 2015/20167 in weiter steigenden Umsätzen nieder. So wurde nach den vorläufigen Zahlen der Umsatz um 6% auf rund 8,66 Mio. Euro verbessert. Beim EBIT sah es allerdings nicht ganz so gut aus. Hier wurde bislang ein Rückgang um knapp ein Drittel gemeldet. Allerdings mit einer guten Begründung.

Denn B+S hat im großen Stil investiert. Ganz oben auf der Liste stand dabei die Ausweitung der Leistung des hauseigenen Rechenzentrums, aber auch Personalsaufstockungen im Bereich Entwicklung. Damit will das Unternehmen auf die neuen Chancen im Fintech-Bereich vorbereitet sein.

Aktie bleibt High Risk

Doch: Für die Aktie von B+S Banksysteme dürfte das vorerst noch zu wenig sein. Sie hatte in den vergangenen Monaten doch deutlich unter den neuen Turbulenzen in der Bankbranche gelitten. Wozu nicht nur das klassische Bankgeschäft mit dem Top-Thema Brexit gehört, sondern auch eine gewisse Ernüchterung bei den Börsianern zum Thema Fintech. Hinzu kommt, dass B+S durch seine geringe Marktkapitalisierung von gerade einmal rund 11 Mio. Euro sehr anfällig für Abgaben bleibt.

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Fazit: Trotz eines sehr soliden Geschäftsmodells muss sich B+S weiterhin mit dem Label „Hoch spekulativ“ arrangieren. Die nun sichtbare Charttechnik mit dem Test der Unterstützung bei rund 1,75 Euro könnte aber eine gute Basis für eine Erholung liefern. Entsprechend aufgestellte Anleger sollten sich hier den Wert zur Wiedervorlage legen.

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