Burberry: Joshua Schulman kauft 56.936 Aktien

Burberry steigert den Umsatz im ersten Quartal um 5 Prozent, während Führungskräfte Aktien kaufen und Aktionäre bei der Vergütung Kritik äußern.

Die Kernpunkte:
  • US-Umsatz wächst um 12 Prozent
  • Outerwear treibt die Erholung
  • CEO und Finanzchefin kaufen Aktien
  • Vergütungspolitik erhält weniger Zustimmung

Burberry hat den operativen Turnaround eingeleitet. Nach einer Phase der Stagnation zeigen die jüngsten Geschäftszahlen und Insider-Aktivitäten, dass das britische Luxuslabel wieder an Dynamik gewinnt. Besonders das US-Geschäft und eine starke Nachfrage nach klassischer Outerwear stützen die Entwicklung, während die Unternehmensführung durch eigene Aktienkäufe ein deutliches Signal an den Kapitalmarkt sendet.

Erholung im ersten Quartal durch US-Geschäft

Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2027, das die 13 Wochen bis zum 27. Juni umfasst, konnte Burberry die Einzelhandelsumsätze um 5 % auf 455 Millionen Pfund steigern. Medienberichten zufolge markiert dies das erste Wachstum über alle Divisionen hinweg seit drei Jahren.

Maßgeblich für diesen Erfolg war die Entwicklung in Amerika mit einem Plus von 12 % sowie in Greater China, wo die Umsätze um 9 % zulegten. Im asiatisch-pazifischen Raum betrug das Plus 3 %.

Einzig die Region EMEIA (Europa, Naher Osten, Indien und Afrika) verzeichnete einen Rückgang der vergleichbaren Umsätze um 3 %. Das Unternehmen führte dies auf die Auswirkungen des Konflikts im Nahen Osten zurück. Produktseitig erwies sich die Kernkategorie Outerwear mit einem zweistelligen Zuwachs als stärkster Treiber.

Auch das E-Commerce-Geschäft entwickelte sich positiv und legte im mittleren zweistelligen Prozentbereich zu. Aufgrund dieser Dynamik hob Burberry die Prognose für das Wholesale-Geschäft an und erwartet hier nun ein Wachstum im hohen einstelligen Bereich.

Management-Käufe und Governance-Herausforderungen

Ein wichtiges Signal für Investoren sind die massiven Anteilszukäufe durch die oberste Führungsebene. CEO Joshua Schulman erwarb am 25. Juni insgesamt 56.936 Aktien zu einem Preis von 1.089,1 Pence pro Anteil. Zeitgleich investierte Finanzchefin Catherine Ferry in 32.026 Anteile zum selben Kurs.

Solche Transaktionen werden am Markt oft als Indikator für eine positive interne Einschätzung der künftigen Geschäftsentwicklung gewertet. Ergänzend dazu meldete Burberry am 3. August die Ausgabe neuer Aktien im Rahmen von Vergütungsprogrammen.

Die Aktie notiert derzeit bei 12,60 € und spiegelt damit eine vorsichtige Stabilisierung wider, nachdem das Papier seit Jahresbeginn ein Minus von 14 % verzeichnet hatte. Trotz der operativen Fortschritte gab es auf der administrativen Ebene zuletzt Diskussionsbedarf. Auf der Hauptversammlung am 15. Juli wurden zwar alle Beschlüsse gefasst, doch die Vergütungspolitik für die Geschäftsführung stieß auf nennenswerten Widerstand.

Strategischer Fokus auf das Marken-Erbe

Sowohl der Vergütungsbericht als auch die Änderungen am Burberry Share Plan 2020 erhielten weniger als 80 % der Aktionärsstimmen. Das Board kündigte daraufhin an, innerhalb der nächsten sechs Monate in einen intensiven Dialog mit den Anteilseignern zu treten, um die geäußerten Bedenken aufzuarbeiten. Diese Governance-Themen stehen im Kontrast zu der verbesserten Stimmung im operativen Geschäft.

Für den weiteren Jahresverlauf bleibt die Erreichung der angehobenen Ziele im Großhandel entscheidend. Mit einem aktuellen Abstand von etwa 21 % zum 52-Wochen-Hoch bietet die Bewertung für Anleger Raum für Erholungen, sofern die positive Dynamik in den Schlüsselmärkten USA und China anhält. Die Konzentration auf das Markenerbe im Bereich wetterfester Kleidung scheint sich dabei als stabiler Anker in einem anspruchsvollen Marktumfeld zu erweisen.

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