BYD: 183.211 Fahrzeuge wegen Bremsmängel zurückgerufen

BYD muss in China über 183.000 Autos nachbessern. Zugleich plant der Konzern ab 2027 einen schweren Elektro-Lkw für Europa.

Die Kernpunkte:
  • Rückruf für 183.211 BYD-Fahrzeuge
  • Bremskomponenten könnten sich lösen
  • Aktie legt um 0,7 Prozent zu
  • Schwerer Lastwagen ab 2027 geplant

In China muss BYD mehr als 180.000 Fahrzeuge wegen potenzieller Mängel nachbessern. Die zuständige Marktregulierungsbehörde des Landes ordnete am Freitag einen Rückruf für 183.211 Automobile der Modellreihen Qin und Tang an. Die behördliche Maßnahme betrifft Einheiten aus dem Fertigungszeitraum zwischen 2014 und 2022.

Auslöser der Überprüfung sind Probleme mit den Anschlagpuffern des Bremspedals. Bei den betroffenen Komponenten besteht das Risiko, dass sie im Fahrbetrieb einreißen oder sich vollständig ablösen. Autorisierte Vertragshändler wurden angewiesen, die fehlerhaften Bauteile für Fahrzeughalter kostenlos auszutauschen.

Am Aktienmarkt zeigte sich das Papier von der Nachricht unbeeindruckt. Im US-Handel schloss der Wert am Freitag mit einem leichten Zuwachs von 0,7 Prozent bei 10,36 USD.

Politische Spannungen belasten US-Aktivitäten

Für das Management fällt der Rückruf in eine Phase geopolitischer Weichenstellungen. Laut Reuters könnten Führungskräfte des Unternehmens den chinesischen Staatspräsidenten Xi Jinping bei einer möglichen Reise in die Vereinigten Staaten begleiten. Der Konzern selbst lehnte eine Stellungnahme dazu ab.

Die Beziehungen zum US-Markt bleiben ohnehin von Vorbehalten geprägt. Das Pentagon hatte den Automobilhersteller im Juni auf eine Liste von Unternehmen gesetzt, denen Verbindungen zum chinesischen Militär vorgeworfen werden. Vor diesem Hintergrund gelten weitreichende Geschäftserfolge in Nordamerika derzeit als schwer realisierbar.

Europäischer Markt rückt in den Mittelpunkt

Angesichts der Hürden in Nordamerika gewinnt der europäische Kontinent für die globale Expansion zunehmend an Bedeutung. Wie Executive Vice President Stella Li mitteilte, plant das Unternehmen für das Jahr 2027 den Verkaufsstart seines ersten schweren Lastkraftwagens in Europa. Längerfristig strebt der Konzern zudem an, diese Nutzfahrzeuge direkt vor Ort herzustellen.

Um möglichen Vorgaben der Europäischen Union zur lokalen Wertschöpfung zuvorzukommen, stellt sich das Unternehmen bereits strukturell auf. Einem europäischen Berater des Konzerns zufolge benötigt der Hersteller auf lange Sicht drei Montagewerke sowie eine eigene Batteriefabrik auf dem Kontinent. Der Aufbau eigener Fertigungsstandorte soll künftige regulatorische Risiken mindern und die Marktpräsenz dauerhaft sichern.

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