BYD Aktie: 10.000. Schnellladestation eröffnet

BYD erreicht 10.000 Schnellladestationen, erweitert Vertrieb und Modellangebot international und bleibt bei elektrifizierten Fahrzeugen führend.

Die Kernpunkte:
  • 10.000 Schnellladestationen in Shenzhen erreicht
  • Ladenetz binnen fünf Monaten verdoppelt
  • Neue Showrooms in Südkorea eröffnet
  • Mako-Pick-up in Brasilien vorgestellt

BYD treibt seine globale Expansion an mehreren Fronten gleichzeitig voran. Am heutigen Freitag eröffnete das Unternehmen in Shenzhen die 10.000. Flash-Charging-Station und markiert damit die Hälfte des Jahresziels von 20.000 Stationen. Das Ladenetz hat sich innerhalb von weniger als fünf Monaten verdoppelt – Ende März waren es erst 5.000 Stationen.

Ladeinfrastruktur als strategischer Hebel

Über die neuen Schnellladepunkte wurden bereits 210 Millionen Kilowattstunden Energie geliefert, 1,83 Millionen Nutzer griffen darauf zu. Bemerkenswert: Etwa ein Drittel der Ladevorgänge stammt von Fahrzeugen konkurrierender Marken. BYD kooperiert dabei mit den Öl-Konzernen Sinopec, PetroChina und CNOOC sowie mit Teld und JD.com.

Von den insgesamt geplanten Stationen sollen 18.000 gemeinsam mit Partnern und 2.000 direkt an Autobahnen entstehen. Auch international expandiert das Netz: In Großbritannien sind erste Stationen bereits in Betrieb, bis Jahresende sollen dort 300 hinzukommen.

Die Offensive unterstreicht, dass BYD sein Wachstum nicht allein über Fahrzeugverkäufe, sondern zunehmend über die begleitende Infrastruktur absichert – ein Faktor, der die Kundenbindung über die reine Modellpalette hinaus stärken soll.

Modelloffensive in Korea und Brasilien

Parallel zur Infrastruktur wächst auch das Vertriebsnetz in Südkorea. BYD Korea eröffnete einen weiteren Showroom im Starfield Market Wolgye im Nordosten Seouls, betrieben vom Handelspartner DT Networks, der insgesamt 15 Showrooms und sechs Servicezentren in der Region unterhält.

Der neue Standort mit 139 Quadratmetern und Platz für drei Fahrzeuge zielt auf Familien im Alter von 30 bis 40 Jahren in Seouls Nordosten und Gyeonggi. Erwartet wird dort vor allem Nachfrage nach dem Plug-in-Hybrid-SUV Sealion 6 DM-i, dessen Auslieferung in Korea kürzlich begonnen hat.

Das Modell bietet laut Zertifizierung des koreanischen Umweltministeriums eine rein elektrische Reichweite von 70 Kilometern bei einer Gesamtreichweite von 1.000 Kilometern und kostet 37,5 Millionen Won, umgerechnet rund 27.250 US-Dollar.

In Brasilien präsentierte BYD zudem den neuen Pick-up Mako, ein Ableger des Sealion 6 mit 1,5-Liter-Benzinmotor und Elektromotor, der zusammen 166 Kilowatt und 400 Newtonmeter leistet. Das Fahrzeug soll zunächst mit Frontantrieb starten, ein Allradmodell folgt später.

Für Neuseeland hat der dortige Landeschef Warren Willmot eine Einführung explizit ausgeschlossen und stattdessen ein „passenderes Arbeitsfahrzeug“ für den australisch-neuseeländischen Markt in Aussicht gestellt.

Globale Marktposition und humanitäres Engagement

Auf globaler Ebene bleibt BYD nach chinesischen Branchenzahlen für das zweite Quartal weltweit führend bei batterieelektrischen und Plug-in-Hybrid-Fahrzeugen, mit einem Exportanteil von 44 Prozent im ersten Halbjahr. Der chinesische Anteil an den weltweiten Verkäufen von Neuenergiefahrzeugen sank derweil von 66 auf 56 Prozent, da Wettbewerber wie Tesla und die neu in die Top drei vorgerückte Marke Leapmotor zulegten.

Abseits des operativen Geschäfts zeigte sich BYD zudem gesellschaftlich engagiert: Gemeinsam mit Nio und Xiaomi spendete das Unternehmen zehn Millionen Yuan für die Opfer eines Erdrutsches in der Region Xizang, bei dem nach jüngstem Stand drei Menschen starben und über 550 als vermisst galten.

Der Kurs der BYD-Aktie notiert am heutigen Freitag bei 10,02 Euro und damit 0,9 Prozent höher als am Donnerstag. Die zahlreichen operativen Fortschritte bei Ladeinfrastruktur, Vertrieb und Modellportfolio treffen damit auf ein Marktumfeld, das sich nach den jüngsten Kursverlusten der vergangenen Monate leicht stabilisiert.

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