BYD Aktie: 124,3 Prozent Exportwachstum

BYD verzeichnet im Juli das dritte Absatzplus in Folge, getragen von einem Rekord im Auslandsgeschäft. Neue Modelle in Brasilien und der Markteintritt in Pakistan treiben die Expansion voran.

Die Kernpunkte:
  • Drittes Absatzplus in Folge
  • Rekord bei Auslandsverkäufen
  • Neue Modelle für Brasilien
  • Halbjahreszahlen Ende August

BYD hat im Juli den dritten Monat in Folge ein Absatzplus verbucht. Weltweit setzte der chinesische Autobauer laut Reuters 419.211 Elektro- und Hybridfahrzeuge ab, ein Anstieg von 21,8 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Besonders kräftig fiel das Wachstum im Auslandsgeschäft aus: Mit 179.841 verkauften Fahrzeugen außerhalb Chinas erzielte BYD einen Rekordwert, ein Plus von 124,3 Prozent gegenüber Juli 2025. Damit wächst der Auslandsanteil am Gesamtabsatz spürbar schneller als das Heimatgeschäft.

Auch im Nutzfahrzeugsegment, ohne Busse, zog das Geschäft deutlich an: Im Juli setzte BYD 7.519 Einheiten ab, ein Zuwachs von 183,1 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Die Zahlen zeigen, dass sich das Wachstum nicht allein auf klassische Pkw stützt, sondern breiter im Fahrzeugportfolio verankert ist.

Neue Modelle und Märkte treiben die Expansion

Am heutigen Mittwoch stellte BYD in Brasilien den Song Pro Flex vor. Es handelt sich um das erste lokal produzierte Plug-in-Hybridmodell des Unternehmens mit Flex-Fuel-Technologie, das wahlweise mit Benzin, Ethanol oder Strom betrieben werden kann. Der Schritt unterstreicht, wie stark BYD seine Modellpalette an lokale Kraftstoffgegebenheiten anpasst, um in Lateinamerika Fuß zu fassen.

Parallel dazu treibt BYD die Erschließung weiterer Märkte voran. In Pakistan traf Ende Juli eine erste Lieferung von 2.000 Elektrofahrzeugen ein, die den Markteintritt in dem südasiatischen Land einleiten soll. In Indien kündigte BYD für August Sonderkonditionen an, darunter eine Finanzierung mit 7,77 Prozent Zinssatz, verlängerte Garantien bis 200.000 Kilometer sowie zweijährige Wartungspakete für ausgewählte Elektromodelle. In Saudi-Arabien startete der Vertriebspartner Al-Futtaim zudem die Premiummarke Denza, mit der BYD seine Luxus-Sparte im Nahen Osten weiter ausbaut.

Nicht überall läuft die Expansion jedoch reibungslos. Malaysias Ministerium für Investitionen, Handel und Industrie erklärte am Dienstag im Parlament, BYD habe bislang keine offizielle Bestätigung zu einer geplanten Montagefabrik in Tanjung Malim im Bundesstaat Perak vorgelegt. Die Entscheidung darüber liege allein beim Unternehmen. Auch das erste europäische Werk in Szeged, Ungarn, verzögert sich: Die Fertigung soll nun erst im vierten Quartal 2026 starten, rund ein Jahr später als ursprünglich für 2025 geplant.

Dividende gezahlt, Halbjahreszahlen im Blick

Auf der Aktionärsseite hat BYD zudem die für 2025 beschlossene Schlussdividende umgesetzt: Ende Juli zahlte das Unternehmen für A-Aktien eine Bardividende von 3,58 Yuan pro 10 Aktien aus.

Im Fokus der Anleger steht nun der 29. August, an dem BYD seine Halbjahreszahlen für 2026 vorlegen will. Nach einem Rückgang des Nettogewinns um 55 Prozent im ersten Quartal rechnen Analysten einer Auswertung von S&P Global zufolge mit einer Erholung auf rund 10,1 Milliarden Yuan. Die anhaltend starken Absatzzahlen im Juli dürften diese Erwartung stützen, zumal das Wachstum im Auslandsgeschäft überproportional zum Gesamtkonzern beiträgt.

An der Börse zeigt sich die Aktie zuletzt stabilisiert. Sie notiert aktuell bei 10,28 Euro und damit nur leicht über dem Vortagesschluss. Auf Monatssicht steht ein Plus von 10,08 Prozent, was die jüngste Erholung von den Tiefständen widerspiegelt. Zum 52-Wochen-Hoch von 13,23 Euro aus dem August 2025 fehlen dem Papier dennoch noch mehr als ein Fünftel. Die Kombination aus operativer Wachstumsdynamik und der noch ausstehenden Bestätigung durch die Halbjahresbilanz dürfte in den kommenden Wochen richtungsweisend für die weitere Kursentwicklung sein.

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