BYD Aktie: 135.000 Fahrzeuge im April exportiert

Während BYD-Aktionäre in Hongkong am Mittwoch Kursverluste verdauten, liefert der europäische Markt ein ganz anderes Bild. Gestiegene Kraftstoffpreise infolge des Iran-Konflikts haben die EV-Nachfrage auf dem Kontinent auf ein neues Niveau gehoben — und kein Hersteller profitiert davon stärker als BYD.

Europa dreht durch

Seit US-amerikanische und israelische Luftangriffe auf den Iran Ende Februar einen breiteren Konflikt auslösten, liegt der Ölpreis dauerhaft über 100 Dollar je Barrel. Die Folge: Europäer kaufen Elektroautos wie nie zuvor. In 16 Märkten, die mehr als 80 Prozent der EU- und EFTA-Neuzulassungen abdecken, stiegen die EV-Registrierungen im April um 34 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

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BYD hat diesen Moment genutzt. Auf der deutschen Vergleichsplattform Carwow wuchsen die Kaufanfragen für BYD-Modelle im ersten Quartal um 25.000 Prozent. Philipp Sayler von Amende, Geschäftsführer von Carwow Deutschland, spricht von einem bemerkenswerten Momentum chinesischer Hersteller — BYD sei von einer Nischenmarke zu einem der meistgefragten Anbieter aufgestiegen. In Großbritannien ist BYD seit April die meistverkaufte EV-Marke — vor Tesla, Kia und allen großen europäischen Herstellern.

Rekordexporte, schwache Heimatmargen

Das internationale Wachstum zeigt sich auch in den Zahlen. Im April verkaufte BYD 135.000 Fahrzeuge im Ausland, 70 Prozent mehr als im Vorjahresmonat und ein neues Monatshoch. In den ersten vier Monaten 2026 summierten sich die Auslandsverkäufe auf rund 456.000 Einheiten. Das Unternehmen hob seine Auslandsprognose für das Gesamtjahr auf 1,5 Millionen Fahrzeuge an.

Der Kontrast zum Heimatmarkt ist scharf. Im ersten Quartal 2026 brach der Nettogewinn um 55 Prozent auf umgerechnet rund 597 Millionen Dollar ein — Preiskampf und Margendruck in China hinterlassen Spuren.

Goldman Sachs sieht darin allerdings den Tiefpunkt. Die Bank bewertet die Aktie mit „Buy“ und einem 12-Monats-Kursziel von 134 Hongkong-Dollar. Die Analysten erwarten eine schrittweise Erholung von Quartal zu Quartal, getragen unter anderem von der Nachfrage nach Modellen mit Schnellladetechnologie. Der Konsens aus 25 Analysten liegt bei einem durchschnittlichen Kursziel von 124 Hongkong-Dollar.

Produktionskapazität folgt der Nachfrage

BYD baut parallel die Infrastruktur aus, um die europäischen Ambitionen zu untermauern. In Ungarn läuft bereits die Testproduktion in einem neuen Werk. Ein weiteres Werk in der Türkei mit einem Investitionsvolumen von einer Milliarde Dollar soll bis Ende 2026 in Betrieb gehen.

Mit der Luxus-Submarke Denza ist BYD zudem in fünf großen europäischen Märkten gestartet — darunter Deutschland, Frankreich und Großbritannien. Bis Jahresende soll die Präsenz auf 30 Länder ausgeweitet werden. Ob der ölpreisgetriebene Nachfrageschub anhält oder mit sinkenden Energiepreisen wieder abebbt, wird entscheiden, wie viel von BYDs Europa-Wachstum struktureller Natur ist — und wie viel davon Konjunktur.

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