BYD Aktie: 135.000 Fahrzeuge im April exportiert

BYD verhandelt über die Übernahme ungenutzter Stellantis-Werke in Europa, um Zölle zu umgehen und die Expansion zu beschleunigen.

Die Kernpunkte:
  • Gespräche mit Stellantis über Werksübernahme
  • Eigenständige Betriebsführung angestrebt
  • Rekordexporte von 135.000 Fahrzeugen im April
  • Aktie unter Druck, Analysten optimistisch

Während BYD in China seit acht Monaten rückläufige Absatzzahlen verzeichnet, läuft das internationale Geschäft auf Hochtouren. Jetzt macht der weltgrößte Elektroautohersteller den nächsten Schritt: Übernahme europäischer Produktionsstätten — und zwar allein, ohne Partner.

Fabrikgespräche mit Stellantis

Executive Vice President Stella Li bestätigte auf der FT-Konferenz „Future of the Car“ in London, dass BYD mit Stellantis und weiteren europäischen Herstellern über die Übernahme ungenutzter Werke verhandelt. „Wir sprechen nicht nur mit Stellantis, sondern auch mit anderen Unternehmen“, sagte Li. Dabei ist BYD an einer eigenständigen Betriebsführung interessiert, nicht an Joint Ventures. „Es ist sehr schwer, mit jemandem zu kooperieren und um Erlaubnis fragen zu müssen. Wir führen alles lieber selbst“, so Li.

Im Fokus stehen offenbar die Stellantis-Werke Cassino und Mirafiori in Italien — beide kämpfen mit massiver Unterauslastung. Das Cassino-Werk produzierte im ersten Quartal 2026 lediglich 2.916 Fahrzeuge, ein Rückgang von 37 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Stellantis bestätigte lediglich, im Rahmen normaler Geschäftstätigkeit Gespräche mit verschiedenen Branchenakteuren zu führen.

Tarife als Treiber

Die Übernahmelogik ist klar: Wer innerhalb der EU produziert, umgeht die provisorischen Einfuhrzölle von 17 bis 35 Prozent, die Brüssel 2024 auf chinesische Elektrofahrzeuge verhängt hat. BYD baut bereits ein Werk im ungarischen Szeged, das noch dieses Jahr öffnen soll, sowie einen zweiten Standort im türkischen Manisa bis 2027. Bestehende europäische Fabriken zu übernehmen würde diesen Aufbau um Jahre beschleunigen. Parallel prüft BYD den Kauf angeschlagener europäischer Automobilmarken.

Rekordexporte befeuern den Vorstoß

Das Fundament für diese Expansion ist solide. Im April verkaufte BYD 135.000 Fahrzeuge im Ausland — ein Plus von 70 Prozent gegenüber April 2025 und ein neuer Monatsrekord. Allein in den ersten vier Monaten 2026 summierten sich die Auslandsverkäufe auf rund 456.000 Einheiten. Auslandsgeschäfte machen inzwischen fast 43 Prozent des monatlichen Gesamtabsatzes aus.

In Deutschland verzeichnete BYD im April mit 4.705 Neuzulassungen einen neuen Monatsrekord — mehr als dreimal so viele wie im Vorjahresmonat. In Großbritannien ist BYD gemessen an den Neuzulassungen bereits die meistverkaufte Elektroautomarke, vor Tesla und allen großen europäischen Herstellern. Für das Gesamtjahr 2026 hält BYD an seinem Ziel von 1,5 Millionen Auslandsverkäufen fest, rund 50 Prozent mehr als 2025.

Aktie unter Druck, Analysten optimistisch

Die H-Aktie (1211.HK) schloss die Woche bei 98,15 HKD und liegt damit deutlich unter ihrem Jahreshoch von 159,27 HKD. Im vergangenen Monat verlor das Papier gut zehn Prozent. Das Kursziel von 25 Analysten liegt im Schnitt bei 124 HKD — trotz gesenkter Umsatz- und Gewinnprognosen für 2026 unverändert. Citigroup hält BYD als Top-Pick mit einem Kursziel von 142 HKD und erwartet für das zweite Quartal einen Kerngewinn von bis zu 11,3 Milliarden Renminbi — vorausgesetzt, das Auslandsvolumen bleibt stabil und die Inlandspreise festigen sich.

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