BYD Aktie: 150.000 Vorbestellungen für Great Tang

BYD reorganisiert seine Marken in eigenständige Einheiten, während die EU neue Zölle auf Hybridmodelle prüft. Die Aktie fällt auf ein Jahrestief.

Die Kernpunkte:
  • Auflösung der zentralen Entwicklungsabteilung
  • Eigenverantwortung für Gewinne und Verluste
  • EU-Untersuchung gegen Plug-in-Hybride
  • Aktie erreicht neues 52-Wochen-Tief

Der chinesische Elektroauto-Riese BYD zieht die Reißleine. Nach einer Phase extremen Wachstums baut der Konzern seine interne Struktur massiv um. Die Folge: Die Aktie fiel am Montag auf ein neues 52-Wochen-Tief.

Eigenständigkeit für Kernmarken

Das Management löst die zentrale Entwicklungsabteilung auf. Forschungsteams wechseln direkt in die einzelnen Markenbereiche. Dynasty, Ocean, Denza und Fangchengbao agieren künftig als unabhängige Geschäftseinheiten. Sie tragen die volle Verantwortung für eigene Gewinne und Verluste. Lediglich die Luxusmarke Yangwang erhält weiterhin zentrale strategische Unterstützung.

Dieser Schritt folgt auf ein massives Expansionsjahr 2025. BYD verkaufte über 4,6 Millionen Fahrzeuge. Parallel dazu investierte der Konzern rund 63 Milliarden Yuan in Forschung und Entwicklung. Nun sollen die dezentralen Einheiten effizienter arbeiten und Ressourcen intern abrechnen.

Neue Zoll-Gefahr in Europa

Während BYD intern aufräumt, wächst der Druck von außen. Die Europäische Union bereitet eine offizielle Untersuchung gegen chinesische Plug-in-Hybride vor. Brüssel will damit ein Schlupfloch schließen. Ende 2024 traten bereits hohe Zölle für reine Elektroautos in Kraft.

Im Fokus steht besonders der BYD Seal U. Er ist der meistverkaufte Plug-in-Hybrid in Europa. Dem Modell drohen nun zusätzliche Abgaben von über 30 Prozent. Dennoch hält BYD an seiner Expansion fest. Das erste europäische Werk in Ungarn soll im vierten Quartal 2026 die Produktion aufnehmen. Vorwürfe über Umweltverstöße am Standort wies das Unternehmen zurück.

Aktie im überverkauften Bereich

An der Börse dominiert derweil die Skepsis. Der Kurs gab am Montag leicht nach und schloss bei 8,80 Euro. Im Tagesverlauf markierte das Papier bei 8,56 Euro ein neues 52-Wochen-Tief. Seit Jahresbeginn verlor der Titel rund ein Fünftel seines Wertes.

Die charttechnische Lage bleibt angespannt. Der Abstand zur 50-Tage-Linie beträgt minus 16,64 Prozent. Ein RSI-Wert von 24,4 signalisiert jedoch, dass die Aktie mittlerweile stark überverkauft ist. Dieser Abwärtsdruck trifft den gesamten chinesischen EV-Sektor. Harte Preiskämpfe und sinkende Subventionen vernichteten branchenweit massiv Marktwert.

Volle Auftragsbücher

Trotz der schwachen Kursentwicklung brummt das operative Geschäft. Für den neuen SUV „Great Tang“ liegen bereits 150.000 Vorbestellungen vor. Das Modell startet bei umgerechnet 35.500 US-Dollar. Zusätzlich bringt BYD die Luxuslimousine „Great Han“ in Stellung. Sie soll direkt mit europäischen Premium-Modellen konkurrieren.

In Deutschland ist ab sofort der Plug-in-Hybrid Dolphin G DMi bestellbar. In kleineren Märkten wie Nepal bremsen hingegen neue Steuergesetze und Preiserhöhungen das Tempo.

Der radikale Konzernumbau muss nun schnelle Effizienzgewinne liefern. Die Bewährungsprobe folgt im vierten Quartal 2026 mit dem Produktionsstart in Ungarn. Gelingt es BYD, die drohenden EU-Zölle durch lokale Fertigung zu umgehen, könnte das den aktuellen Abwärtstrend der Aktie stoppen.

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