BYD Aktie: 159 Prozent Plus in Europa

BYD verzeichnet in Europa massive Zulassungssteigerungen, während der Heimatmarkt schwächelt. Die Aktie bleibt trotzdem unter Druck.

Die Kernpunkte:
  • EU-Neuzulassungen steigen um 159 Prozent
  • Chinesischer Heimatmarkt bricht um 24 Prozent ein
  • Aktie notiert nahe 52-Wochen-Tief
  • RSI zeigt stark überverkaufte Situation

Schwacher Heimatmarkt, fallende Kurse – bei BYD klaffen operative Erfolge im Ausland und die Stimmung an der Börse weit auseinander. Der chinesische Elektroautobauer verliert in China an Boden. In Europa hingegen explodieren die Zulassungszahlen. Das liefert Investoren ein wichtiges Gegengewicht zur aktuellen Kursschwäche.

Im Mai verzeichnete BYD in der Europäischen Union ein massives Wachstum. Die Verkäufe der Marke sprangen im Vergleich zum Vorjahr um 159 Prozent nach oben. Auch im breiter gefassten europäischen Markt legten die Neuzulassungen des Konzerns um fast 136 Prozent zu.

Der Trend zur Elektrifizierung spielt dem Autobauer dabei in die Karten. Batterieelektrische Autos machten im Mai ein Fünftel aller EU-Neuzulassungen aus. Plug-in-Hybride sicherten sich knapp zehn Prozent des Marktes. Konventionelle Benziner und Diesel brachen indes um jeweils rund 19 Prozent ein.

Regionales Wachstum

Der europäische Gesamtmarkt zeigt sich dabei regional gespalten. In Italien stiegen die Neuzulassungen im Mai um knapp acht Prozent. Frankreich verbuchte ein moderates Plus von knapp vier Prozent. Der deutsche Markt stagnierte nahezu, während die Verkäufe in Spanien leicht rückläufig waren.

Ausland gleicht Heimatmarkt aus

Diese europäische Präsenz ist für den Konzern aktuell extrem wichtig. Weltweit wuchsen die Fahrzeugverkäufe von BYD im Mai nur minimal um 0,3 Prozent. Der Grund: der chinesische Heimatmarkt. Dort fielen die Inlandsverkäufe um 24 Prozent. Die starke internationale Expansion muss diesen Druck nun ausgleichen.

Aktie bleibt technisch angeschlagen

An der Börse kommt der europäische Erfolg bisher kaum an. Die BYD-Aktie notiert aktuell bei 8,57 Euro. Damit bewegt sich das Papier nur knapp über dem gestrigen 52-Wochen-Tief. Seit Jahresbeginn summiert sich der Verlust auf fast 22 Prozent.

Auch die langfristigen Trendindikatoren signalisieren anhaltende Schwäche. Der Kurs notiert deutlich unter seiner 200-Tage-Linie. Der RSI-Wert von 23,7 zeigt aktuell eine stark überverkaufte Situation an.

Ein nachhaltiger Ausbruch nach oben erfordert nun mehr als nur starke Exportzahlen. Der Konzern muss beweisen, dass die Margen im harten europäischen Wettbewerb stabil bleiben.

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