BYD Aktie: 17-millionstes E-Fahrzeug in Xi’an

BYD meldet Produktionsrekord, aber Gewinneinbruch um 55 Prozent. Exporte steigen, während Heimatmarkt und Aktie schwächeln.

Die Kernpunkte:
  • 17-millionstes E-Auto vom Band gelaufen
  • Gewinn im ersten Quartal eingebrochen
  • Exporte erreichen neuen Höchststand
  • Zweiter Europa-Standort in Planung

BYD hat in dieser Woche zwei völlig gegensätzliche Nachrichten geliefert. Im Werk Xi’an lief das 17-millionste Elektrofahrzeug vom Band. Fast zeitgleich meldeten Finanzberichte einen dramatischen Gewinneinbruch und schwindende Marktbewertung.

Am Freitag legte die Aktie um 3,01 Prozent zu und schloss bei 9,58 Euro. Auf Wochensicht bedeutet das nur ein Plus von 0,47 Prozent, über 30 Tage bewegte sich der Kurs praktisch nicht. Seit Jahresbeginn steht BYD dennoch mit 12,55 Prozent im Minus, auf Zwölfmonatssicht sind es sogar 26,87 Prozent.

Vom 52-Wochen-Hoch bei 14,80 Euro aus dem Juli 2025 trennen die Aktie noch 35,27 Prozent. Zum Tief von 8,03 Euro Ende Juni 2026 beträgt der Abstand 19,29 Prozent. Der Kurs liegt derzeit leicht unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 9,76 Euro und deutlich unter dem 200-Tage-Durchschnitt von 10,70 Euro.

Gewinn bricht ein, Lagerbestände explodieren

Der taiwanesische Sender Apollo News berichtete am 10. Juli über eine drastische Entwicklung: Zwischen dem Kurshoch im März und Ende Juni 2026 verlor BYD rund 800 Milliarden Yuan an Marktkapitalisierung. Die Aktie fiel zwischenzeitlich unter 79 Yuan.

Die Geschäftszahlen untermauern die Sorgen. Für 2025 wies BYD einen Nettogewinn von 32,6 Milliarden Yuan aus – ein Rückgang von 18,97 Prozent bei 4,6 Millionen verkauften Fahrzeugen. Im ersten Quartal 2026 sank der Umsatz um 11,82 Prozent auf 150,2 Milliarden Yuan.

Noch deutlicher fiel der Gewinneinbruch aus: minus 55,38 Prozent auf nur noch 4,085 Milliarden Yuan. Der operative Cashflow halbierte sich nahezu auf 59,14 Milliarden Yuan. Die Lagerbestände kletterten dagegen auf ein Rekordniveau von 160,4 Milliarden Yuan.

Mehr als vier von zehn Händlern sollen mittlerweile Verluste schreiben. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis brach von rund 249 auf etwa 10 ein. Chinesische Finanzmedien führen den Kurssturz auf schrumpfende Subventionen, verschärften Preiswettbewerb, Währungsverluste und eine grundsätzliche Neubewertung durch Investoren zurück.

Exportgeschäft fängt den Einbruch auf

Während das Heimatgeschäft schwächelt, liefert BYD im Ausland Rekordzahlen. Die Wholesale-Verkäufe von New-Energy-Fahrzeugen stiegen im Juni um 5,46 Prozent auf 403.472 Einheiten – der zweite Monat in Folge mit Wachstum.

Die Auslandsverkäufe erreichten mit 175.349 Fahrzeugen einen neuen Höchststand. Das entspricht einem Plus von 94,73 Prozent gegenüber dem Vorjahr und mehr als 43 Prozent des Gesamtabsatzes im Juni. Dieser Exportschub verhalf BYD dazu, Tesla im zweiten Quartal beim Absatz reiner Elektrofahrzeuge global wieder zu überholen.

Tesla lieferte im gleichen Zeitraum 557.090 batterieelektrische Fahrzeuge aus – weniger als im Vorjahresquartal.

Zweiter Europa-Standort rückt näher

BYD steht offenbar kurz vor einer Entscheidung über einen zweiten Produktionsstandort in Europa. Alfredo Altavilla, Sonderberater für Europa bei BYD, sprach auf einer Reuters-Konferenz über zwei Teams, die parallel in verschiedenen Ländern nach einem bestehenden Werk suchen. Spanien und Frankreich gelten als aussichtsreichste Kandidaten.

Eine Entscheidung soll laut Altavilla sehr bald fallen. Das neue Werk wäre nach dem ungarischen Standort Szeged die zweite Fertigungsstätte für Pkw in Europa. Dort läuft aktuell noch die Installation der Anlagen, die Massenproduktion wird erst für das vierte Quartal 2026 erwartet.

Zwei Geschichten, ein Kurs

BYD stellt Produktionsrekorde auf und verkauft mehr reine Elektroautos als Tesla. Gleichzeitig verdampfen hunderte Milliarden Yuan an Börsenwert, weil Investoren Profitabilität, Händlernetz und Cashflow neu bewerten. Die anstehende Entscheidung über den zweiten Europa-Standort dürfte zeigen, ob sich das operative Momentum in den kommenden Wochen auch im Aktienkurs niederschlägt.

Anzeige

BYD-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue BYD-Analyse vom 11. Juli liefert die Antwort:

Die neusten BYD-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für BYD-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 11. Juli erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

BYD: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Diskussion zu BYD