BYD Aktie: 175.349 Exporte im Juni
BYD übertrifft Tesla bei Verkaufszahlen von E-Autos im zweiten Quartal, doch die Aktie reagiert kaum. Analysten setzen auf Exportwachstum.

- BYD verkauft mehr E-Autos als Tesla
- Aktienkurs zeigt kaum Reaktion
- Exportgeschäft wächst rasant
- Analysten bleiben mehrheitlich optimistisch
BYD verkauft mehr reine Elektroautos als Tesla. Das ist keine neue Geschichte, aber die Zahlen für das zweite Quartal fallen deutlich aus: 557.090 batterieelektrische Fahrzeuge gegen 480.126 bei Tesla. Der chinesische Konzern erobert damit die Spitzenposition zurück, die er im ersten Quartal kurzzeitig verloren hatte.
An der Börse zeigt das kaum Wirkung. Die Aktie notiert bei 9,98 Euro, ein Minus von 0,37 Prozent zum Vortag. Seit Jahresbeginn steht ein Rückgang von 6,74 Prozent zu Buche, auf Zwölfmonatssicht sind es sogar 28,46 Prozent. Ein Rekord bei den Lieferzahlen reicht offenbar nicht mehr, um Vertrauen zurückzugewinnen.
Starkes Auslandsgeschäft, müde Reaktion
Der eigentliche Treiber liegt im Export. BYD lieferte im Juni allein 175.349 Elektroautos ins Ausland, ein Plus von fast 95 Prozent gegenüber dem Vorjahr. In Europa, wo Tesla lange dominierte, wachsen die Stückzahlen rasant: Die Auslandslieferungen nach Europa waren im vergangenen Jahr bereits um 270 Prozent gestiegen.
Trotzdem bleibt der Kurs seit gut anderthalb Jahren praktisch auf der Stelle. Genau in dem Zeitraum, in dem BYD Tesla erstmals bei den Lieferzahlen überholte, verlor die Aktie ihren Schwung. Das deutet darauf hin, dass Investoren dem Unternehmen nicht mehr automatisch das Wachstum als Kursargument durchgehen lassen.
Die Marge zählt inzwischen mehr als die Stückzahl. Tesla legt am Mittwoch seine Quartalszahlen vor, und diese dürften auch für BYD Signalwirkung haben. Fällt der Blick auf Teslas Profitabilität negativ aus, könnte das die Stimmung für die gesamte E-Auto-Branche drücken – BYD eingeschlossen.
Charttechnik zeigt gemischtes Bild
Kurzfristig hat sich die Aktie erholt: plus 4,26 Prozent auf Wochensicht, plus 14,73 Prozent im Monatsvergleich. Vom 52-Wochen-Hoch bei 14,80 Euro aus dem Juli 2025 trennen den Titel aber immer noch 32,55 Prozent. Zum jüngsten Tief von 8,03 Euro, markiert Ende Juni, liegt ein Polster von rund 24 Prozent.
Der RSI von 59,7 signalisiert moderaten Aufwärtsdruck, ohne dass die Aktie bereits überkauft wäre. Die Kursschwankung bleibt hoch: Eine annualisierte Volatilität von 40,62 Prozent zeigt, wie stark der Titel weiterhin auf Nachrichten reagiert.
Analysten bleiben zuversichtlich
Trotz der Kursschwäche fällt das Analystenurteil überwiegend positiv aus. Für die in Hongkong gehandelten H-Aktien nennt Investing.com auf Basis von 28 Analysten ein durchschnittliches Zwölf-Monats-Kursziel von 124,71 Hongkong-Dollar, mit einer Spanne von 87,60 bis 146,43 Hongkong-Dollar. 25 Analysten raten zum Kauf, drei zum Halten, einer zum Verkauf.
Die optimistische Sicht stützt sich vor allem auf die Exportstärke. BYD selbst hatte im März das Ziel ausgegeben, 2026 mindestens 1,5 Millionen Fahrzeuge im Ausland zu verkaufen. Im Heimatmarkt sieht es dagegen düsterer aus: Der chinesische Branchenverband CPCA rechnet für 2026 mit einem Rückgang der Autoverkäufe in China um 11 Prozent.
Der Preiskampf im Inland bleibt damit ein Risikofaktor, während das Auslandsgeschäft die Wachstumsgeschichte trägt. Ob sich diese Exportstärke tatsächlich in besseren Margen niederschlägt, wird sich erst zeigen, wenn BYD selbst die nächsten Quartalszahlen vorlegt. Bis dahin bleibt Teslas Bericht am Mittwoch der nächste Prüfstein für die gesamte Branche.
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