BYD Aktie: 175.349 Exporte im Juni-Rekord

BYD meldet Rekordexporte im Juni, die Einbrüche in China ausgleichen. Analysten erwarten deutliche Gewinnsprünge für 2026.

Die Kernpunkte:
  • Exporte steigen um fast 95 Prozent
  • Heimatmarktverkäufe brechen um 22 Prozent ein
  • BEV-Ausstoß übertrifft Tesla-Schätzungen
  • EU-Zölle belasten Europa-Geschäft

Zwei Tage nach dem 52-Wochen-Tief dreht die BYD-Aktie kräftig nach oben. Am Donnerstag springt das Papier um 3,88 Prozent auf 8,93 Euro, nach einem Schlusskurs von 8,60 Euro am Mittwoch. Auf Wochensicht steht damit ein Plus von 4,49 Prozent — auch wenn der Titel binnen eines Monats immer noch 15,40 Prozent verloren hat.

Der Auslöser für den Sprung: Juni-Zahlen, die eine klare Botschaft senden. Während der Heimatmarkt schwächelt, feiert BYD im Ausland Rekorde.

Rekord im Export gleicht China-Schwäche aus

BYD verkaufte im Juni insgesamt 403.472 New-Energy-Fahrzeuge. Das sind 5,46 Prozent mehr als im Vorjahresmonat und 5,22 Prozent mehr als im Mai. In China selbst brachen die Verkäufe um rund 22 Prozent auf 228.123 Einheiten ein.

Den Ausgleich schafft das Auslandsgeschäft. Die Exporte kletterten im Juni auf einen neuen Rekordwert von 175.349 Fahrzeugen — ein Plus von fast 95 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Damit macht das Ausland inzwischen etwa 43,5 Prozent des monatlichen Gesamtvolumens aus.

Im ersten Halbjahr 2026 summierten sich die Verkäufe auf 1.808.511 Fahrzeuge, ein Rückgang von 15,72 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Der Auslandsanteil daran wuchs jedoch um über 70 Prozent auf 792.256 Einheiten. Die Verschiebung zeigt: BYD verlagert sein Wachstum zunehmend weg vom hart umkämpften Heimatmarkt.

Tesla im Rückspiegel

Im zweiten Quartal 2026 lieferte BYD 557.090 rein batterieelektrische Fahrzeuge aus. Das entspricht einem Sprung von 79,48 Prozent gegenüber dem ersten Quartal. Branchenschätzungen zufolge dürfte BYD damit Tesla beim BEV-Ausstoß überholt haben — für den US-Konkurrenten rechnen Analysten für das Quartal mit 396.500 bis 480.126 Einheiten.

Innerhalb des Juni-Absatzes hielten sich die Antriebsarten die Waage. BEV-Verkäufe gaben leicht um 2,6 Prozent auf 201.472 Einheiten nach, Plug-in-Hybride legten um 14,7 Prozent auf 195.820 Einheiten zu. Die Submarken trugen ebenfalls bei: Fangchengbao lieferte 35.607 Fahrzeuge aus, Denza kam auf 20.352 Einheiten.

Analysten erwarten Gewinnsprung

Die Deutsche Bank rechnet für das zweite Quartal mit einem Nettogewinn von rund 10 Milliarden Renminbi. Das wäre ein Anstieg von 145 Prozent gegenüber dem ersten Quartal. Morgan Stanley geht sogar davon aus, dass der Gesamtjahresgewinn 2026 die Marke von 38 Milliarden Yuan übersteigen könnte.

Als Stütze dafür gilt die vertikale Integration des Konzerns bei Batterien, Motoren und Halbleitern. Technologisch steht BYD zudem kurz vor dem Abschluss der Umstellung auf die zweite Generation seiner Blade-Batterie. Erst kürzlich stellte der Konzern einen leistungsstarken Chip für autonomes Fahren vor.

Zölle als Bremsklotz in Europa

Im europäischen Markt verkauften chinesische Hersteller im Mai 2026 erstmals gemeinsam mehr Fahrzeuge als japanische Marken. Für BYD bringt das aber keine Entwarnung bei den Handelsbarrieren. Seit dem 1. Juli 2026 gelten neue EU-Zölle auf chinesische Elektroautos, für BYD in Summe rund 27,4 Prozent — bestehend aus einem Antisubventionszoll von 17,4 Prozent und einem Basiszoll von 10 Prozent.

Der Konzern reagiert mit lokaler Produktion. Das erste europäische Werk in Ungarn soll im vierten Quartal 2026 anlaufen. Ein zweiter Standort ist in Planung, Spanien und Frankreich gelten als Favoriten für die Entscheidung.

Trotz der Kurserholung bleibt die Aktie weit von ihrem Rekordhoch entfernt: Zum 52-Wochen-Hoch von 14,80 Euro aus dem Juli 2025 fehlen noch fast 40 Prozent. Ob die starken Auslandszahlen den Abwärtstrend der vergangenen Monate durchbrechen, dürfte sich auch an der Entwicklung des Preisdrucks in China zeigen — dort bleibt der Wettbewerb um Marktanteile scharf.

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