BYD Aktie: 175.349 Exporte im Juni
BYD meldet für Juni 2026 einen neuen Absatzrekord, angetrieben durch starke Exporte. Im Heimatmarkt China brechen die Verkäufe jedoch weiter ein.

- Neuer Monatsrekord für 2026 aufgestellt
- Exporte steigen um fast 95 Prozent
- China-Verkäufe brechen um 22 Prozent ein
- Tesla im zweiten Quartal überholt
BYD meldet für Juni 2026 den besten Monat des laufenden Jahres. Der Antrieb dafür kommt fast vollständig aus dem Ausland. Im Heimatmarkt China dagegen bricht der Absatz weiter ein.
Der chinesische Autobauer verkaufte im Juni insgesamt 403.472 Neuenergiefahrzeuge. Das sind 5,5 Prozent mehr als im Vorjahresmonat und 5,2 Prozent mehr als im Mai. Ein neuer Monatsrekord für 2026.
Export legt um fast 95 Prozent zu
Die Exporte kletterten auf 175.349 Fahrzeuge. Das entspricht einem Plus von 94,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Auslandsverkäufe machen mittlerweile rund 43,5 Prozent des gesamten BYD-Absatzes aus.
Im Heimatmarkt läuft es deutlich schlechter. Die Verkäufe in China fielen um 22 Prozent auf 228.123 Einheiten. Grund sind anhaltende Preiskämpfe und eine schwächelnde Nachfrage nach Einstiegsmodellen. BYD verlagert sein Wachstum damit spürbar nach draußen.
Tesla im zweiten Quartal überholt
Im zweiten Quartal 2026 verkaufte BYD 557.090 batterieelektrische Fahrzeuge. Verglichen mit dem Vorjahresquartal ist das ein Rückgang von 8,2 Prozent. Gegenüber dem schwachen ersten Quartal 2026 bedeutet die Zahl aber eine Erholung um 79,5 Prozent.
Tesla kam im selben Zeitraum auf 480.126 Auslieferungen. BYD lag damit rund 77.000 Einheiten vorn und übernahm die globale Führung bei reinen Elektrofahrzeugen zurück. Zählt man Plug-in-Hybride hinzu, kommt BYD im Quartal auf 1,108 Millionen verkaufte Fahrzeuge.
Für das erste Halbjahr 2026 steht BYD bei 867.479 verkauften E-Autos. Tesla liegt bei 838.149 Einheiten. Der Abstand ist knapp, aber er zeigt: BYD hat den Wettbewerber wieder eingeholt.
Australien und Europa als neue Bühne
In Australien lieferte BYD im Juni 18.881 Fahrzeuge aus und erreichte einen Marktanteil von 13,5 Prozent. Nur 243 Einheiten fehlten, um Toyota mit 19.124 verkauften Autos von der Spitze zu verdrängen. Ein Frachtschiff mit über 4.800 Fahrzeugen an Bord half beim Rekordmonat.
In Europa prüft BYD einen zweiten Produktionsstandort. Spanien und Frankreich stehen zur Debatte. Das erste europäische Werk in Ungarn soll im vierten Quartal 2026 die Massenproduktion aufnehmen. Von Januar bis Mai 2026 verkaufte BYD bereits über 100.000 Fahrzeuge in Europa – nach 188.000 Einheiten im gesamten Jahr 2025.
Parallel baut der Konzern sein Ladenetz aus. Zwischen dem 16. und 30. Juni kamen 336 neue Schnellladestationen hinzu, insgesamt sind es nun 7.018 Stationen in 325 chinesischen Städten. Am 2. Juli startete zudem der neue Seal 08 mit bis zu 905 Kilometern Reichweite in der reinen Elektroversion und 1.660 Kilometern in der Hybridvariante.
Aktie bleibt unter Druck
An der Börse hat sich die BYD-Aktie zuletzt etwas gefangen. Der Titel schloss am Donnerstag bei 8,96 Euro und legte binnen sieben Tagen um 8,05 Prozent zu. Erst am 30. Juni hatte das Papier mit 8,03 Euro ein neues Jahrestief markiert.
Auf Monatssicht steht dennoch ein Minus von knapp 12 Prozent zu Buche, seit Jahresbeginn sind es sogar über 18 Prozent. Zum 52-Wochen-Hoch von 14,80 Euro aus dem Juli 2025 fehlen weiterhin fast 40 Prozent. Der Kurs notiert damit klar unter allen gängigen gleitenden Durchschnitten der vergangenen 50, 100 und 200 Tage.
Die Diskrepanz zwischen operativen Rekorden und schwacher Kursentwicklung fällt auf. Der Markt gewichtet die China-Schwäche offenbar stärker als die globalen Exporterfolge. Ob die geplante Umstellung auf die „Blade Battery 2.0“ und das Exportziel von 1,5 Millionen Fahrzeugen für das Gesamtjahr diesen Gegensatz auflösen können, bleibt im weiteren Jahresverlauf zu beobachten.
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