BYD Aktie: 175.349 Fahrzeuge exportiert, China bricht um 22 Prozent ein
BYD schüttet zwei Dividenden aus, während die Nachfrage im Heimatmarkt China einbricht. Der Export boomt, doch die Aktie bleibt hinter dem Index zurück.

- Zwei Dividendenzahlungen in dieser Woche
- China-Verkäufe brechen um 22 Prozent ein
- Exporte steigen um fast 95 Prozent
- Aktie erholt sich vom 52-Wochen-Tief
BYD steht vor einer ungewöhnlichen Woche. Zwei Dividendenzahlungen stehen kurz bevor, während der Autobauer in China einen deutlichen Absatzeinbruch verkraften muss. Die Aktie notiert am Montag bei 9,84 Euro, ein Plus von 0,78 Prozent — Anleger positionieren sich vor den Ausschüttungen und sortieren gleichzeitig widersprüchliche Signale aus Europa und der Heimat.
Zwei Dividenden binnen weniger Tage
BYD zahlt in dieser Woche gleich zweimal aus. Die A-Aktien erhalten eine Schlussausschüttung von 3,58 Yuan je zehn Aktien für das Geschäftsjahr 2025. Stichtag ist der 30. Juli, die Auszahlung folgt am 31. Juli.
Für die in Hongkong gelisteten Aktien steht eine separate Schlussdividende von 0,41141 Hongkong-Dollar an, fällig am Freitag. Beide Zahlungen fallen in eine Phase, in der BYDs Jahresgewinn 2025 im Vergleich zum Vorjahr deutlich eingebrochen ist. Genau diese Kombination aus Ausschüttung und schwächerem Ergebnis dürfte die Reaktion der Aktionäre in den kommenden Tagen prägen.
Hongkong-Aktie bleibt hinter dem Markt zurück
Die Hongkong-Notierung von BYD hat sich in der vergangenen Woche schwächer entwickelt als der Gesamtmarkt. Der Kurs schloss am Freitag bei 88,65 Hongkong-Dollar, das Handelsvolumen erreichte mit 13,6 Millionen Aktien nur die Hälfte des 65-Tage-Durchschnitts. Der Hang Seng Index legte im gleichen Zeitraum um 1,63 Prozent zu — BYD blieb damit rund 1,69 Prozentpunkte hinter dem Index zurück.
Diese Lücke bringt einen zentralen Konflikt auf den Punkt: starkes Auslandsgeschäft trifft auf schwache Gewinne im Heimatmarkt. Investoren bleiben vorsichtig und warten auf eine echte Verbesserung bei der Profitabilität, obwohl die Nachfrage im Ausland rasant wächst.
Export boomt, China schwächelt
Die Exportzahlen für Juni zeigen, wie stark sich BYDs Geschäft international verschiebt. Das Unternehmen lieferte vorläufig 175.349 Fahrzeuge ins Ausland aus, ein Plus von 94,7 Prozent im Jahresvergleich. Exporte machten damit 43,5 Prozent der weltweiten Juni-Verkäufe von insgesamt 403.472 Fahrzeugen aus.
Die internationale Stärke reicht jedoch nicht, um die Schwäche zu Hause auszugleichen. In China brachen die Verkäufe im Juni um 22 Prozent ein, während die globalen Verkäufe insgesamt um 5,5 Prozent zulegten. Das Wachstum im Ausland übertrifft die Verluste im Inland zwar rechnerisch — für das erste Halbjahr insgesamt fielen die weltweiten Verkäufe dennoch um 15,7 Prozent auf 1,81 Millionen Fahrzeuge.
Erst kürzlich hatte BYD in Europa erstmals Tesla bei den Neuzulassungen im ersten Halbjahr überholt. Ein Achtungserfolg, der die Diskrepanz zwischen Auslandserfolg und Heimatschwäche nur noch deutlicher macht.
Charttechnik zeigt Erholung mit Grenzen
Der aktuelle Kurs von 9,84 Euro liegt klar über dem 52-Wochen-Tief von 8,03 Euro, das erst am 30. Juni erreicht wurde. Vom 52-Wochen-Hoch bei 14,25 Euro, aufgestellt vor knapp einem Jahr, trennen die Aktie dagegen noch rund 31 Prozent. Der 30-Tage-Rebound von 19,47 Prozent zeigt zwar Erholung, hat den Jahresverlust von fast 30 Prozent aber bislang nicht annähernd wettgemacht.
Der Blick richtet sich nun auf die Julidaten zu Verkäufen, Exporten und Nachfrage in China. Sie werden zeigen, ob die Auslandsexpansion die Heimatschwäche weiter auffangen kann oder ob der Preiskampf im chinesischen Markt die Konzernzahlen weiter belastet.
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