BYD Aktie: 179.841 Auslandsverkäufe im Juli
BYD meldet im Juli Rekordabsatz im Ausland, während die Gesamtverkäufe das eigene Jahresziel gefährden. Neue Modelle sollen das Momentum stützen.

- Rekordauslandsverkäufe im Juli
- Jahresziel erfordert höhere Verkaufszahlen
- Neue Modelle mit großer Reichweite
- Quartalszahlen Ende August erwartet
BYD hat im Juli einen neuen Bestwert bei den Auslandsverkäufen erzielt und zugleich offengelegt, wie ambitioniert das eigene Jahresziel mittlerweile wirkt. Der chinesische Autobauer verkaufte im Juli rund 420.000 Fahrzeuge, ein Plus von 22 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat, wie Bloomberg berichtete. Die Großhandelsverkäufe von Neuenergiefahrzeugen lagen bei 419.211 Einheiten und damit 21,76 Prozent über dem Vorjahreswert – der dritte Monat in Folge mit Wachstum.
Auslandsgeschäft als Wachstumstreiber
Besonders deutlich zeigt sich der Erfolg im Auslandsgeschäft: Die Verkäufe von Personenwagen und Pick-ups außerhalb Chinas erreichten im Juli mit 179.841 Einheiten einen Rekordwert, ein Anstieg von 124,3 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Für die ersten sieben Monate des Jahres summieren sich die Auslandsverkäufe auf 969.208 Fahrzeuge, was bereits 43,5 Prozent der kumulierten Gesamtverkäufe ausmacht. Der Heimmarkt bleibt dagegen schwach: Von Januar bis Juli sanken die NEV-Verkäufe insgesamt auf 2.227.722 Einheiten, ein Rückgang von 10,54 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Immerhin hat sich das Tempo des Rückgangs verlangsamt – im ersten Halbjahr lag das Minus noch bei 15,72 Prozent.
Bloomberg wies zugleich auf ein Problem hin, das Anleger im Blick behalten sollten: BYD hinkt dem Tempo hinterher, das für die eigene Jahresprognose nötig wäre. Um das Ziel von 5 bis 5,5 Millionen verkauften Fahrzeugen zu erreichen, müsste der Konzern im Rest des Jahres im Schnitt rund 530.000 Einheiten pro Monat absetzen – deutlich mehr als die zuletzt gemeldeten Juli-Zahlen.
Neue Modelle sollen Momentum stützen
Parallel zur Verkaufsbilanz treibt BYD die Modelloffensive voran. Die Tochtermarke Denza öffnete am 4. August den Vorverkauf für die Mittel- bis Großklasse-Limousine Z9S, die in drei Ausstattungsvarianten zwischen 319.800 und 389.800 Yuan angeboten wird. Das Modell kommt mit einer CLTC-Reichweite von 1.100 Kilometern und bricht damit nach Angaben von CnEVPost den Rekord für die größte Reichweite eines in Serie gefertigten reinen Elektrofahrzeugs. Zusätzlich unterstützt der Z9S Schnellladen: Von 10 auf 70 Prozent soll das Fahrzeug in fünf Minuten laden, von 10 auf 97 Prozent in neun Minuten.
Auch die Kernmarke BYD legt nach: Ende Juli veröffentlichte der Konzern offizielle Bilder der Flaggschiff-Limousine Da Han, die mit einer 102-kWh-Batterie und einer CLTC-Reichweite von bis zu 1.008 Kilometern ausgestattet ist. Ihr offizielles Debüt soll das Modell auf der Chengdu Auto Show zwischen dem 21. und 30. August feiern. In Japan startete BYD zudem bereits am 28. Juli den Kleinwagen Racco in Tokio. Für August bestätigte der Konzern außerdem die Vorstellung eines humanoiden Roboters, ein Vorhaben, über das chinesische Medien bereits Ende Juli berichtet hatten.
Kurs bleibt unter Druck, Zahlen stehen an
An der Börse spiegelt sich die gemischte Nachrichtenlage in einer verhaltenen Kursentwicklung. Zum Schluss des Freitagshandels notierte die Aktie bei 10,04 Euro, nahezu unverändert zum Vortag. Auf Wochensicht steht ein Rückgang von 3,03 Prozent zu Buche, und gegenüber dem 200-Tage-Durchschnitt liegt der Kurs derzeit 4,60 Prozent im Minus. Anleger dürften nun auf die Quartalszahlen blicken: BYD soll die Ergebnisse für das zweite Quartal 2026 am 28. August vorlegen. Dann wird sich zeigen, ob der Exportboom die Schwäche im Heimatmarkt kompensieren kann und ob der Konzern seine ambitionierte Jahresprognose noch realistisch erreichen kann.
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