BYD Aktie: 179.841 Exporte im Juli

BYD steigert Juli-Absatz dank Rekordexporten um 21,8 Prozent, während der chinesische Heimatmarkt einbricht und das Jahresziel von fünf Millionen Fahrzeugen zunehmend unrealistisch wird.

Die Kernpunkte:
  • Exportrekord mit 124,3 Prozent Plus
  • Heimatmarkt-China bricht um neun Prozent ein
  • Jahresziel von fünf Millionen wackelt
  • Aktie erholt sich binnen 30 Tagen

BYD hat im Juli den dritten Monat in Folge ein Absatzplus verbucht – getragen allein vom Auslandsgeschäft. Laut Reuters verkaufte der chinesische Autobauer weltweit 419.211 Fahrzeuge, ein Plus von 21,8 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Während die Exporte einen Rekordwert erreichten, schwächelt der Heimatmarkt weiter – und das ursprüngliche Jahresziel von fünf bis 5,5 Millionen Neuenergiefahrzeugen rückt zunehmend außer Reichweite.

Auslandsgeschäft als Wachstumsmotor

Die Auslandsauslieferungen kletterten im Juli auf 179.841 Einheiten, ein Sprung von 124,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Damit machten Exporte laut EVXL bereits 42,9 Prozent des Gesamtabsatzes aus – ein deutlicher Strukturwandel im Geschäftsmodell des Konzerns. Kumuliert kamen die Auslandsverkäufe seit Jahresbeginn auf rund 972.097 Fahrzeuge, das ursprüngliche Exportziel von 1,5 Millionen Einheiten dürfte damit im weiteren Jahresverlauf übertroffen werden.

Frisches Wachstum kommt auch aus neuen Märkten. In Japan startete BYD Ende Juli den Kleinstwagen Racco als Kei-EV, zu Preisen ab 2,145 Millionen Yen, umgerechnet rund 13.100 US-Dollar, mit einer Reichweite von bis zu 320 Kilometern nach WLTC-Norm. In Frankreich kamen chinesische Marken wie BYD, Xpeng und Leapmotor im Juli gemeinsam auf einen Marktanteil von acht Prozent bei knapp 9.935 zugelassenen Fahrzeugen – eine Verdopplung gegenüber dem Vorjahr. Auf den Philippinen meldete BYD Cars Philippines einen Anteil von Neuenergiefahrzeugen am Gesamtmarkt von 22,3 Prozent per Juni und brachte mit der Limousine Seal 5 sowie dem SUV Atto 2 zwei neue Modelle auf den Markt.

Heimatmarkt bleibt schwach

Dem Exportboom steht ein deutlich schwächeres Inlandsgeschäft gegenüber. Die Verkäufe in China sanken im Juli um rund neun Prozent auf etwa 239.370 Fahrzeuge. Über das erste Halbjahr summierte sich der Rückgang laut EVXL sogar auf 39,57 Prozent, auf gut 1,016 Millionen verkaufte Einheiten. Der Nettogewinn im ersten Quartal brach um 55 Prozent auf 4,08 Milliarden Yuan ein.

Der schwache Heimatmarkt spiegelt eine breitere Abkühlung wider. Chinas Einkaufsmanagerindex für die Industrie fiel im Juli auf 49,2 Punkte und rutschte damit erstmals seit Februar wieder unter die Wachstumsschwelle, wie die Nachrichtenagentur IANS berichtete – der Auftragseingang sackte demnach auf ein Dreijahrestief ab. Das chinesische Bruttoinlandsprodukt wuchs im zweiten Quartal nur noch um 4,3 Prozent und blieb damit unter dem Regierungsziel von 4,5 bis 5 Prozent, während die Autoverkäufe im Inland insgesamt um 16 Prozent zurückgingen. Für einen Konzern, der noch immer den Großteil seiner Fertigungskapazitäten in China hält, ist das ein Belastungsfaktor, den auch starke Exportzahlen nicht vollständig ausgleichen können.

Fünf-Millionen-Ziel gerät in weite Ferne

Nach sieben Monaten kommt BYD auf kumulierte Auslieferungen von 2.227.722 Fahrzeugen. Um die untere Marke des Jahresziels von fünf Millionen Neuenergiefahrzeugen noch zu erreichen, müsste der Konzern in den verbleibenden Monaten durchschnittlich 554.456 Einheiten pro Monat absetzen – ein Wert, der 32 Prozent über dem gerade erreichten Juli-Volumen liegt. Angesichts der Schwäche im Heimatmarkt gilt dieses Szenario als unrealistisch.

Der Wettbewerber Geely lieferte im Juli 250.161 Fahrzeuge aus, ein Plus von 5,23 Prozent, getragen von Rekordexporten von 106.663 Einheiten bei gleichzeitig zweistelligem Rückgang im Inland – ein Muster, das die gesamte Branche in China derzeit prägt.

Kursreaktion bleibt verhalten

An der Börse hat die Erholung der vergangenen Wochen die BYD-Aktie zuletzt gestützt: Binnen 30 Tagen legte das Papier um 18,73 Prozent zu, am Freitag schloss es bei 10,30 Euro. Vom 52-Wochen-Hoch aus dem vergangenen August ist der Titel dennoch noch 22,18 Prozent entfernt. Die starke operative Dynamik im Export steht damit einer Aktie gegenüber, die den Rückschlag der vergangenen zwölf Monate erst teilweise aufgeholt hat – Anleger dürften die nächsten Absatzmeldungen und mögliche Anpassungen der Jahresprognose genau verfolgen.

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