BYD Aktie: 183.211 Fahrzeuge zurückgerufen

BYD nimmt 183.211 ältere Qin- und Tang-Fahrzeuge zurück. Die Aktie steht unter Druck, während der Konzern seine Auslandsexpansion vorantreibt.

Die Kernpunkte:
  • 183.211 ältere Fahrzeuge betroffen
  • Defekte Bremspedal-Stopper als Ursache
  • BYD-Aktie 15 Prozent im Jahresminus
  • Zweites Europa-Werk bis Jahresende geprüft

BYD muss in China einen der größten Rückrufe der jüngeren Firmengeschichte einleiten. Nach Angaben der chinesischen Marktaufsichtsbehörde holt der Konzern heute insgesamt 183.211 Fahrzeuge der Modelle Qin und Tang zurück, die zwischen 2014 und 2022 produziert wurden. Grund ist ein Defekt an den Stopper-Pads des Bremspedals, die reißen oder sich ablösen können.

Der Rückruf trifft BYD in einer Phase, in der die Aktie ohnehin unter Druck steht. Das Papier notiert bei 9,06 Euro und damit rund 12 Prozent unter dem 200-Tage-Durchschnitt von 10,32 Euro – ein Zeichen, dass der mittelfristige Abwärtstrend intakt bleibt. Zum 52-Wochen-Hoch von 12,49 Euro, erreicht Anfang Oktober, fehlen der Aktie inzwischen 28 Prozent.

Altmodelle betroffen, keine aktuelle Serie

Bemerkenswert ist, dass der Rückruf ausschließlich ältere Baujahre betrifft – die Produktion der betroffenen Qin- und Tang-Fahrzeuge endete bereits 2022. Für Anleger relevant ist vor allem die schiere Stückzahl: Über 180.000 Fahrzeuge binden Werkstattkapazitäten und verursachen Kosten, auch wenn BYD selbst noch keine Schätzung zu den finanziellen Auswirkungen genannt hat.

Sicherheitsrückrufe dieser Größenordnung sind in China nicht ungewöhnlich, belasten aber das Markenimage in einem Markt, in dem der Wettbewerb um Vertrauen bei Elektrofahrzeugen besonders scharf ist.

Der Zeitpunkt ist ungünstig, weil BYD parallel versucht, seine internationale Expansion zu beschleunigen. Der Konzern prüft laut Berichten Spanien und Frankreich als Hauptkandidaten für ein zweites Europa-Werk, wobei der Kauf bestehender Fabriken einem Neubau vorgezogen werden soll; eine Entscheidung soll bis Jahresende fallen.

In Polen startet BYD zudem die Premium-Marke Denza mit vier geplanten Showrooms bis Jahresende sowie erste Schnellladestationen mit bis zu einem Megawatt Leistung ab November.

Wachstum im Ausland, Gegenwind im Heimatmarkt

Während BYD im Ausland auf Expansion setzt – etwa mit dem neuen Werk in Subang, Indonesien, das bereits einen Marktanteil von 43,2 Prozent bei Elektrofahrzeugen im ersten Halbjahr erreichte – zeigt der Heimatmarkt Schwächezeichen.

Chinas Einzelhandelsumsatz legte im August nur um 0,4 Prozent zum Vorjahr zu und blieb damit hinter den Erwartungen von 0,8 Prozent zurück. Die Industrieproduktion wuchs zwar um 5,2 Prozent, doch die Investitionen in Sachanlagen sanken von Januar bis August um 7,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Für BYD-Anleger bleibt der Rückruf damit ein weiterer Belastungsfaktor in einem ohnehin schwierigen Umfeld. Die Aktie hat seit Jahresbeginn 15 Prozent verloren, auf Zwölfmonatssicht sogar 26 Prozent. Ob der Rückruf operative Spuren in den kommenden Quartalszahlen hinterlässt, dürfte sich erst zeigen, wenn BYD selbst zu den Kosten der Maßnahme Stellung nimmt.

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