BYD Aktie: 190,6 Prozent Wachstum bei Fangchengbao

BYD steigt in die weltweiten Top-10 der Autohersteller auf, dank Rekordexporten und neuen Modellen. Analysten senken jedoch Kursziele.

Die Kernpunkte:
  • Rekordexporte treiben BYD-Wachstum
  • Neue Modelle wie Denza Z9S starten
  • Bank of America senkt Kursziele
  • Aktie fällt trotz operativer Stärke

BYD hat sich nach Angaben von TechNode am Donnerstag unter die zehn größten Automobilhersteller der Welt nach Absatzvolumen eingereiht, gemeinsam mit den chinesischen Wettbewerbern Geely und Chery. Der Aufstieg fällt in eine Phase, in der der Konzern operativ auf mehreren Ebenen zulegt – vom Exportgeschäft bis zu neuen Modellreihen.

Juli-Absatz wächst dritten Monat in Folge

Im Juli setzte BYD nach eigenen Angaben 419.211 Neuenergiefahrzeuge ab, ein Plus von 21,76 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat und bereits der dritte Monat mit Jahreswachstum in Folge. Treiber war erneut der Export: Mit 179.841 ausgelieferten Fahrzeugen erreichte BYD einen neuen monatlichen Rekord im Auslandsgeschäft. Auch die Nutzfahrzeug- und Offroad-Marke Fangchengbao meldete für Juli mit 41.213 Einheiten einen historischen Höchststand, ein Zuwachs von 190,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Parallel treibt BYD sein Modellportfolio voran. Am Montag öffnete der Konzern die Vorbestellungen für die Luxuslimousine Denza Z9S, die ab 319.800 Yuan (umgerechnet rund 47.100 US-Dollar) angeboten wird, mit einer CLTC-Reichweite von bis zu 1.100 Kilometern und der zweiten Generation der Blade-Battery-Technologie. Ende Juli lieferte BYD zudem die ersten Einheiten der Mittelklasse-Limousine Qin Max an Händler aus, der offizielle Verkaufsstart ist für den 13. August angesetzt. In Brasilien startete am Mittwoch mit dem Song Pro Super-Hibrido Flex Fuel das erste im Werk Camaçari gefertigte Plug-in-Hybridmodell, das flexibel mit Benzin, Ethanol oder Strom betrieben werden kann. In Europa läuft bis Ende August eine „Summer Bonus“-Rabattaktion mit Preisnachlässen von 500 bis 3.000 Euro auf ausgewählte Modelle, darunter den Dolphin G DM-i.

Dividende für 2025 bereits ausgezahlt

Die für 2025 beschlossene Schlussdividende ist bei BYD inzwischen vollständig abgewickelt. Für A-Aktien zahlte der Konzern am 31. Juli eine Bardividende von 3,58 Yuan pro zehn Aktien aus. Am selben Tag folgte auch die Auszahlung der Schlussdividende für H-Aktien in Höhe von 0,358 Yuan pro Aktie. Die kommenden Zwischenergebnisse für das erste Halbjahr 2026 will BYD am 29. August veröffentlichen – ein Termin, der angesichts der starken operativen Dynamik im zweiten Quartal für Anleger im Fokus stehen dürfte.

Kursziel-Senkung trifft auf durchwachsenes Kursbild

Nicht nur positive Signale prägen das Bild: Am Mittwoch senkte Bank of America Securities die Kursziele für BYD und weitere chinesische Autohersteller. Als Gründe nannte das Analysehaus steigende Rohstoffkosten bei Speicherchips, Batterien und Metallen sowie eine schwache Inlandsnachfrage, die die Profitabilität der Branche belasten. Auch außerhalb Chinas gibt es Reibungspunkte: Das malaysische Ministerium für Investitionen, Handel und Industrie erklärte am Dienstag, bislang keine formelle Mitteilung von BYD zum Status des geplanten Montagewerks in Tanjung Malim erhalten zu haben. In der Türkei droht dem Konzern zudem juristischer Ärger – das Industrieministerium kündigte an, rechtliche Schritte zur Rückforderung von Investitionsanreizen einzuleiten, sollte BYD das im Juni pausierte Milliarden-Dollar-Projekt in Manisa endgültig canceln.

Am deutschen Markt spiegelt sich die gemischte Nachrichtenlage im Kursverlauf wider. Die Aktie schloss am Mittwoch bei 10,20 Euro, ein Minus von 1,01 Prozent gegenüber dem Vortag. Auf Wochensicht steht ein Rückgang von 1,90 Prozent, während sich der Titel auf Monatssicht um 10,14 Prozent erholt hat. Zum 200-Tage-Durchschnitt liegt der Kurs derzeit 3,19 Prozent im Minus, was auf eine noch nicht abgeschlossene mittelfristige Bodenbildung hindeutet. Die operative Stärke aus Export und Modelloffensive trifft damit auf ein Kursniveau, das die jüngsten Belastungsfaktoren – von Rohstoffkosten bis zu internationalen Standort-Unsicherheiten – bereits teilweise einpreist.

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