BYD Aktie: 3,5 Gigawattstunden Elena-Speicher in Chile
BYD setzt auf massive Energiespeicherprojekte und übernimmt Haftung für autonomes Fahren, während der Aktienkurs unter Druck bleibt.

- Aktienkurs nahe 52-Wochen-Tief
- Riesiger Batteriespeicher in Chile eröffnet
- Volle Haftung für autonomes Fahren
- US-Regierung setzt BYD auf schwarze Liste
Die BYD-Aktie steht massiv unter Druck. Mit einem Kurs von 9,37 Euro notiert das Papier nur knapp über dem 52-Wochen-Tief. Seit Jahresbeginn beläuft sich das Minus auf gut 14 Prozent. Kein Wunder, dass Anleger nervös reagieren. Das Management lenkt den Fokus nun gezielt auf gigantische Energiespeicher und neue Haftungsgarantien.
Batterien für das Stromnetz
Während Elektroautos oft die Schlagzeilen dominieren, baut BYD sein Speichergeschäft massiv aus. Mitte Juni nahm das Unternehmen die Elena-Speicherstation in Chile in Betrieb. Die Anlage in der Atacama-Wüste liefert eine Kapazität von 3,5 Gigawattstunden. Damit ist sie das größte Einzelspeicherprojekt auf dem amerikanischen Kontinent.
Parallel dazu eröffnete der Konzern zusammen mit Greenvolt Power ein Großprojekt in Ungarn. Der Speicher in Buj leistet knapp 100 Megawatt. Er nutzt die hauseigene MC-Cube-Technologie. Diese Anlage soll künftig das europäische Stromnetz stabilisieren.
Haftung schafft Vertrauen
Im harten Wettbewerb um autonomes Fahren wählt BYD einen ungewöhnlichen Weg. Der Konzern übernimmt in China die volle Haftung für Unfälle. Dies gilt für das städtische Assistenzsystem „God’s Eye“. Die Garantie greift für ein Jahr nach Auslieferung oder Software-Update.
Kunden nutzen die automatischen Parkfunktionen nun deutlich häufiger. Die Quote sprang nach ähnlichen Zusagen von 21 auf 93 Prozent. Herzstück der Technik ist der neue XUANJI A3 Chip. Dieser winzige Prozessor unterstützt hochautomatisierte Fahrfunktionen. Aktuell rollen über drei Millionen BYD-Fahrzeuge mit solchen Assistenten über chinesische Straßen.
Geopolitik bremst Euphorie
Das operative Geschäft wächst. Politische Spannungen belasten den Börsenkurs aber weiterhin. Das US-Verteidigungsministerium setzte BYD Mitte Juni auf eine schwarze Liste. Die Behörde unterstellt dem Unternehmen Verbindungen zum chinesischen Militär. Chinas Handelsministerium kritisierte den Schritt scharf.
Derweil sucht der Autobauer nach neuen Wegen zu Investoren und Märkten. Die Kryptobörse Gate.io listet die Aktie nun auf ihrer Plattform. Krypto-Anleger können so direkt investieren. Obendrein verhandelt das Management mit der kanadischen Regierung über einen Markteintritt. Kanada fordert dafür, dass BYD lokale Bauteile nutzt und Daten streng schützt.
Die operative Pipeline bleibt prall gefüllt. BYD entwickelt derzeit Natrium-Ionen-Batterien für stationäre Speicher. Bis 2027 peilt das Unternehmen hier extrem niedrige Kosten an. Auf der Straße steht der nächste Meilenstein unmittelbar bevor. Am 23. Juni feiert der Plug-in-Hybrid Denza N8L seine Premiere.
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