BYD Aktie: 37 Prozent Minus seit Jahresstart

BYD-Chef Wang Chuanfu räumt auf der Hauptversammlung eine Diskrepanz zwischen Kurs und operativer Stärke ein. Die Aktie notiert nahe dem Jahrestief.

Die Kernpunkte:
  • Kurs nahe 52-Wochen-Tief
  • Wang räumt Bewertungslücke ein
  • Spanien als zweiter EU-Standort
  • Technische Indikatoren zeigen Schwäche

BYD hat eine turbulente Woche hinter sich. Der Kurs schloss am Freitag bei 9,49 Euro — nur knapp drei Prozent über dem 52-Wochen-Tief. Auf Jahressicht hat die Aktie fast 37 Prozent verloren.

Wang Chuanfu räumt Bewertungslücke ein

Auf der Hauptversammlung am 9. Juni sprach Chairman Wang Chuanfu offen aus, was viele Aktionäre beschäftigt: Der Kurs spiegelt die operative Stärke des Unternehmens nicht wider. Wang verwies auf branchenweite Margenkompression — die Gewinnmargen im chinesischen Automobilsektor fielen 2025 auf ein Zehnjahrestief. Trotzdem hält er an einem ambitionierten Ziel fest: BYD soll innerhalb von fünf Jahren zum weltgrößten Autobauer werden — in der Elektro- und Plug-in-Hybrid-Sparte.

Die Aktionäre stimmten auf der Versammlung der Dividende für das Geschäftsjahr 2025 zu. BYD schüttet 3,58 CNY je zehn Aktien aus.

Spanien statt Türkei

Um den EU-Importzoll von rund 17 Prozent zu umgehen, sucht BYD aktiv nach einem zweiten europäischen Produktionsstandort. Executive Vice President Stella Li bestätigte die Strategie: BYD will bestehende, untergenutzte Werke übernehmen — kein Neubau auf der grünen Wiese.

Spanien rückt dabei in den Vordergrund. Berichten zufolge verhandelt BYD mit verschiedenen Autokonzernen, darunter Stellantis, über freie Produktionskapazitäten in Südeuropa. Pläne für ein Werk in der Türkei liegen derweil auf Eis. Das erste europäische Werk in Ungarn soll im vierten Quartal 2026 anlaufen — der spanische Standort käme schneller.

Technisch überkauft, fundamental unter Druck

Der RSI liegt bei 33,7 und nähert sich dem Bereich, der technisch als überverkauft gilt. Allerdings notiert die Aktie rund 12 Prozent unter ihrem 50-Tage-Durchschnitt und gut 13 Prozent unter dem 200-Tage-Durchschnitt. Der Abwärtstrend ist intakt.

Das Marktumfeld bleibt schwierig. Chinas NEV-Marktanteil erreichte im Mai 2026 fast 63 Prozent — ein Zeichen starker Nachfrage. BYD steigerte seine Exporte von Januar bis Mai um 65 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Kein Wunder, dass Anleger dennoch nervös bleiben: Preiskampf, steigende Rohstoffkosten und Überkapazitäten belasten die gesamte Branche. EV-Aktien werden zunehmend als zyklische Industriewerte gehandelt — nicht als Wachstumstitel.

Ob BYD das Jahrestief bei 9,25 Euro hält, entscheidet sich maßgeblich daran, wie überzeugend die Europastrategie in den kommenden Monaten Gestalt annimmt.

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