BYD Aktie: 419.211 Fahrzeuge im Juli verkauft

BYD erzielt im Juli mit 419.211 verkauften Fahrzeugen einen neuen Jahresbestwert. Das Auslandsgeschäft wächst rasant, während der chinesische Markt weiterhin schwächelt.

Die Kernpunkte:
  • Neuer Monatsrekord bei Fahrzeugauslieferungen
  • Exporte steigen um 124 Prozent
  • Heimischer Markt weiter rückläufig
  • Premiummarken wachsen überdurchschnittlich

BYD hat im Juli so viele Fahrzeuge ausgeliefert wie in keinem anderen Monat des laufenden Jahres. Der chinesische Elektroautobauer verkaufte 419.211 Neuenergiefahrzeuge (NEV) – ein Plus von 21,8 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat und 3,9 Prozent mehr als im Juni. Damit verfehlte BYD nur knapp den bisherigen Bestwert von 420.398 Einheiten aus dem Dezember 2025. Getragen wurde der Sprung fast ausschließlich vom Auslandsgeschäft, während der heimische Markt weiter schwächelt.

Exportboom kompensiert schwachen Heimatmarkt

Die Auslandsverkäufe kletterten im Juli auf 179.841 Fahrzeuge – ein Zuwachs von 124,3 Prozent zum Vorjahr und ein neuer Rekordwert. Damit stammten bereits 43 Prozent des gesamten Monatsabsatzes aus dem Export. Im Inland lieferte BYD dagegen nur noch rund 239.370 Fahrzeuge aus, ein Minus von 9 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Immerhin fällt der Rückgang deutlich moderater aus als im Juni, als das Inlandsgeschäft noch um 22 Prozent eingebrochen war.

Der Kontrast spiegelt die Lage des chinesischen Automarkts insgesamt wider. Der Branchenverband CPCA meldete für das erste Halbjahr einen Rückgang der Pkw-Verkäufe um 20,2 Prozent und rechnet für das Gesamtjahr mit einem Minus von 14 Prozent auf 20,4 Millionen Einheiten. Steigende Kraftstoffkosten und das Auslaufen staatlicher Elektroauto-Subventionen belasten die Nachfrage, die Branchengewinne sanken laut CPCA um ein Fünftel. In diesem Umfeld verkaufte BYD im ersten Halbjahr rund 1,8 Millionen Fahrzeuge, deutlich vor Geely mit 1,4 Millionen und Leapmotor mit 356.000 Einheiten.

International expandiert BYD parallel in mehrere Märkte gleichzeitig. In Europa hat der Hersteller Tesla im ersten Halbjahr bei den Zulassungen überholt – 174.144 gegenüber 170.351 Fahrzeugen. Auch in Mexiko wächst das Geschäft chinesischer Marken kräftig: Sie kamen dort im ersten Halbjahr auf 30 Prozent mehr Verkäufe und einen Marktanteil von 17 Prozent, begünstigt durch die 100-prozentigen US-Zölle auf chinesische Elektrofahrzeuge, die Hersteller zunehmend nach Lateinamerika drängen.

Premiummarken wachsen deutlich schneller als das Kerngeschäft

Innerhalb des BYD-Konzerns entwickeln sich die Premiumtöchter überdurchschnittlich. Die Geländewagenmarke Fangchengbao verkaufte im Juli 41.213 Fahrzeuge, ein Plus von 190,6 Prozent zum Vorjahr. Die Luxusmarke Denza legte um 68,8 Prozent auf 19.196 Einheiten zu, während die Ultra-Luxusmarke Yangwang mit 485 Fahrzeugen zwar klein bleibt, aber ebenfalls um 43,1 Prozent wuchs. Beide Sparten Da Tang und Tai 7 kamen jeweils auf mehr als 10.000 beziehungsweise nahezu 10.000 Einheiten.

Für die ersten sieben Monate des Jahres summieren sich die NEV-Verkäufe auf 2.227.722 Fahrzeuge, ein Rückgang von 10,5 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Kumuliert hat BYD damit die Marke von 17,3 Millionen ausgelieferten Neuenergiefahrzeugen überschritten. Um das für 2026 ausgegebene Ziel von 5,0 bis 5,5 Millionen Fahrzeugen zu erreichen, muss der Konzern das Tempo in den verbleibenden Monaten nochmals deutlich anziehen. Beim gesondert ausgewiesenen Auslandsziel von 1,5 Millionen Fahrzeugen ist BYD nach Angaben aus der Branche bereits zu rund 65 Prozent angekommen.

Ein limitierender Faktor bleibt die Produktion: Der Wechsel auf die zweite Generation der Blade-Batterie bremst laut Berichten aus der Branche derzeit die Fertigung, weil die neue Kapazität die Nachfrage noch nicht vollständig bedienen kann. Zusätzlich begrenzen knappe Schiffskapazitäten das Exportwachstum, obwohl die Nachfrage aus Übersee ungebrochen hoch ist.

Kursreaktion fällt verhalten aus

An der Börse reagierten Anleger zurückhaltend auf die Verkaufszahlen. Die BYD-Aktie schloss am Freitag bei 10,30 Euro, ein Minus von 0,94 Prozent zum Vortag. Auf Sicht von 30 Tagen steht dennoch ein Plus von 8,02 Prozent zu Buche, was für eine gewisse Erholungstendenz spricht. Zum 52-Wochen-Hoch von 13,23 Euro, das Ende August markiert wurde, fehlen dem Papier aktuell noch 22,18 Prozent.

Die Diskrepanz zwischen starken operativen Zahlen und verhaltener Kursreaktion erklärt sich aus der strukturellen Schwäche des chinesischen Heimatmarkts. Analysten verweisen darauf, dass die Konsolidierung der Branche anhält – langfristig werden nur sieben bis acht Hersteller im Elektrosegment als überlebensfähig eingeschätzt. Für BYD hängt der weitere Kursverlauf damit maßgeblich davon ab, ob das Exportwachstum die anhaltende Schwäche im Inland dauerhaft ausgleichen kann.

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