BYD Aktie: 52-Wochen-Tief bei 8,08 Euro
Der chinesische E-Auto-Pionier BYD kämpft mit rückläufigen Verkaufszahlen und einem stark gefallenen Aktienkurs. Technische Indikatoren deuten auf eine mögliche Erholung hin.

- Kursverlust von 40 Prozent in zwölf Monaten
- Kumulierte Verkäufe bis Mai um 20 Prozent gesunken
- Acht neue Modelle für Europa vorgestellt
- RSI signalisiert stark überverkaufte Aktie
Starke Produktneuheiten auf der einen Seite, ein massiver Kursverfall auf der anderen. Bei BYD klaffen Realität und Börsenstimmung derzeit weit auseinander. Der Elektroautobauer drängt mit Macht nach Europa. Die Aktie hingegen testet gefährliche Tiefstände.
Neue Spielregeln in Hongkong
Die Börse Hongkong ändert die Struktur für den Optionshandel. Ab Juli 2026 gelten für wöchentliche Einzelaktienoptionen engere Basispreisintervalle. BYD steht auf der entsprechenden Liste der Börse. Künftig wird es mindestens 20 Basispreise über und unter dem aktuellen Kursniveau geben. Das ist keine direkte Unternehmensnachricht. Für Händler im volatilen Sektor der Elektrofahrzeuge ist die Anpassung dennoch hochrelevant.
Schwache Verkäufe belasten
Operativ kämpft der Konzern mit Gegenwind. Im Mai verkaufte BYD rund 383.000 Fahrzeuge. Der Absatz stabilisierte sich damit leicht gegenüber dem Vorjahr. Der Blick auf das Gesamtjahr fällt jedoch düster aus. Bis Ende Mai sanken die kumulierten Verkäufe um gut 20 Prozent auf knapp 1,4 Millionen Einheiten.
Parallel dazu treibt das Management die europäische Expansion voran. Beim Goodwood Festival of Speed präsentiert BYD acht neue Modelle. Darunter fallen der offizielle Start der Marke Denza in Großbritannien und der neue Pickup Shark. Die Börse honoriert diese Modelloffensive allerdings nicht. Investoren gewichten den Margendruck und die schwache Absatzdynamik deutlich höher.
Charttechnik am Abgrund
Die Quittung liefert der Aktienkurs. Am Freitag schloss das Papier bei 8,23 Euro. Das bedeutet ein Minus von 40 Prozent auf Sicht von zwölf Monaten. Der Kurs notiert nur noch hauchdünn über dem 52-Wochen-Tief von 8,08 Euro.
Ein massiver Abstand trennt die Aktie von ihren gleitenden Durchschnitten. Die 50-Tage-Linie verläuft erst bei 10,27 Euro. Einziger Lichtblick: Der Relative-Stärke-Index (RSI) steht bei extrem niedrigen 20,1 Punkten. Die Aktie ist damit technisch stark überverkauft.
Ein Selbstläufer ist eine Gegenbewegung aber nicht. Fällt der Kurs in den kommenden Tagen unter die Marke von 8,08 Euro, droht ein weiteres Verkaufssignal. Halten die Käufer diese Unterstützungszone, rückt die 50-Tage-Linie als erstes Erholungsziel in den Fokus.
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