BYD Aktie: 557.090 Elektroautos überflügeln Tesla im Q2
BYD feiert Produktionsmeilenstein in Thailand und übertrifft Tesla bei reinen E-Auslieferungen im zweiten Quartal 2026.

- Meilenstein in Thailand gefeiert
- Exportrekord trotz EU-Zöllen
- Markenportfolio international neu geordnet
- Q2-BEV-Auslieferungen über Tesla
- Elektrofahrzeug des Werks an die Schauspielerin Utsa Samekham, bekannt aus dem Film „Love Letter to Grandma“. Der Meilenstein markiert einen weiteren Schritt in BYDs internationaler Expansion, die den chinesischen Autobauer zunehmend zum Gegenspieler etablierter Hersteller macht. Die Fabrik in Thailand beschäftigt mittlerweile mehr als 5.000 Mitarbeiter, 93 Prozent davon Thailänder, und bezieht rund die Hälfte der Bauteile aus lokaler Fertigung.
Exportmaschine trotzt Handelsschranken
China exportierte im Juni 2026 mit gut 1,037 Millionen Fahrzeugen einen Rekordwert, ein Plus von 75 Prozent gegenüber dem Vorjahr. BYD kam dabei mit 170.897 ausgeführten Fahrzeugen auf einen Marktanteil von 16,5 Prozent und landete hinter Branchenrivale Chery, der 187.768 Einheiten und 18,1 Prozent Anteil verbuchte. Dass BYD trotz eines EU-Einfuhrzolls von 17 Prozent seine Importe in die Europäische Union verdoppelte, unterstreicht die Wucht der Expansion. Der Marktanteil chinesischer Elektroautos in der EU sank durch die Zölle im ersten Quartal 2026 zwar auf 17 Prozent, nach 22 Prozent im Jahr 2024 – die Ausfuhren chinesischer Batterien in die EU wuchsen zwischen 2020 und 2025 aber um das Siebenfache. Auch in Mexiko, wo seit Januar ein Zoll von 50 Prozent auf chinesische Fahrzeuge greift, legten die Verkäufe chinesischer Marken im ersten Halbjahr um 30 Prozent zu. BYD war dort mit 33.969 verkauften Fahrzeugen die stärkste Marke, während die direkten Importe aus China in den ersten fünf Monaten um 43 Prozent zurückgingen – ein Hinweis darauf, dass lokale Fertigung und Umgehungsstrategien an Bedeutung gewinnen.
Neuordnung der Marken und neue Absatzrekorde
Parallel zur geografischen Expansion strukturiert BYD sein Markenportfolio im Ausland neu. Die klassische BYD-Marke bündelt künftig die Reihen Dynasty und Ocean, Denza und Fangchengbao werden zusammengelegt, während Yangwang als eigenständige Marke bestehen bleibt. Für das laufende Jahr peilt der Konzern im Ausland 1,5 Millionen verkaufte Einheiten an, im ersten Halbjahr waren es bereits 790.000. Untermauert wird die Dynamik durch operative Meilensteine: Das brasilianische Werk fertigte sein 100.000. Fahrzeug, und das Hybrid-SUV Fangchengbao Ti 7 knackte kumuliert die Marke von 200.000 verkauften Einheiten – bei monatlichen Absätzen von zeitweise mehr als 30.000 Stück belegte das Modell sechs Monate in Folge den Spitzenplatz im Segment.
Q2-Auslieferungen übertreffen Tesla bei reinen Elektroautos
Im zweiten Quartal 2026 lieferte BYD 557.090 rein batterieelektrische Fahrzeuge aus und zog damit an Tesla vorbei, das im BEV-Segment zuletzt an Boden verlor. Die Verschiebung fällt in eine Phase, in der Chinas Wirtschaft insgesamt an Tempo verliert: Das Bruttoinlandsprodukt wuchs im zweiten Quartal nur noch um 4,3 Prozent, den langsamsten Wert seit dreieinhalb Jahren, während die Exporte im Juni um 27 Prozent zulegten. Für BYD scheint der Auslandsmarkt damit zunehmend zum Wachstumsmotor zu werden, während der Heimatmarkt schwächelt.
Aktie erholt sich, bleibt aber unter Jahreshoch
An der Börse honorieren Anleger die Nachrichtenlage zumindest kurzfristig. Der Kurs der BYD-Aktie legt am Handelstag um 1,21 Prozent zu und notiert damit gut 4 Prozent über dem eigenen 50-Tage-Durchschnitt, ein Signal für die jüngste Erholungsbewegung. Zum 52-Wochen-Hoch vom 22. Juli 2025 fehlen der Aktie aber weiterhin rund 32 Prozent. An der Heimatbörse in Hongkong bewegte sich das Papier zuletzt um 90,15 Hongkong-Dollar bei einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 26,13 und einer Marktkapitalisierung von knapp 822 Milliarden Hongkong-Dollar; der Analystenkonsens dort nennt ein Kursziel von 124,55 Hongkong-Dollar. Unterdessen wies das Unternehmen Vorwürfe zu Umweltverstößen an seinem Werk in Ungarn zurück, während zugleich eine zweite Generation der Blade-Batterie mit schnellerer Ladefunktion vorgestellt wurde.
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