BYD Aktie: 557.090 Fahrzeuge überholen Tesla
BYD überholt Tesla bei Auslieferungen reiner E-Autos und plant zweites europäisches Werk. Die Aktie reagiert mit einem Kurssprung.

- BYD liefert mehr E-Autos als Tesla
- Exporte steigen um fast 95 Prozent
- Zweite Fabrik in Europa geplant
- Aktie erholt sich nach Quartalszahlen
BYD hat Tesla vom Thron gestoßen. Die Chinesen dominieren wieder den globalen Markt für reine Elektroautos. Parallel dazu plant der Konzern bereits sein nächstes Werk in Europa. Die Aktie reagierte am Freitag mit einem Kurssprung auf 9,58 Euro.
Sieg im Elektro-Duell
Im zweiten Quartal lieferte BYD 557.090 batterieelektrische Fahrzeuge aus. Tesla kam im selben Zeitraum auf etwa 480.000 Einheiten. Damit sichert sich der Konzern einen deutlichen Vorsprung, nachdem der US-Rivale Anfang des Jahres noch knapp vorn lag.
Der jüngste Erfolg basiert auf einer aggressiven internationalen Expansion. BYD drängt massiv in europäische, südostasiatische und lateinamerikanische Märkte. Diese Strategie zahlt sich nun aus. Die Verkäufe im Ausland erreichten im Juni ein neues Rekordniveau.
Im vergangenen Monat verschiffte der Autobauer gut 175.000 Fahrzeuge ins Ausland. Das entspricht einem jährlichen Zuwachs von fast 95 Prozent. Die Exporte machen mittlerweile mehr als 43 Prozent des gesamten monatlichen Absatzes aus.
Im Heimatmarkt zeigt sich ein völlig anderes Bild. Die Inlandsverkäufe fielen um 22 Prozent auf rund 228.000 Einheiten. Subventionskürzungen und eine anhaltende Immobilienkrise belasten die Nachfrage spürbar. Marktforscher erwarten für den chinesischen Pkw-Markt in diesem Jahr einen Rückgang um elf Prozent.
Zweite Fabrik in Europa
Der Konzern treibt seine europäische Produktion indes weiter voran. Laut Europa-Berater Alfredo Altavilla steht die Übernahme eines bestehenden Autowerks kurz bevor. Mehrere Teams prüfen aktuell mögliche Standorte in Spanien und Frankreich. Eine Entscheidung soll sehr bald fallen.
Es wäre bereits die zweite Pkw-Fabrik der Chinesen in Europa. Der erste Standort im ungarischen Szeged befindet sich noch im Aufbau. Hingegen liegen die Pläne für ein Großprojekt in der Türkei derzeit auf Eis. Ein genauer Zeitplan fehlt hier völlig.
Erholung auf dem Kurszettel
Die Börse feiert die starken Auslieferungszahlen. Innerhalb von sieben Tagen kletterte das Papier um über 15 Prozent nach oben. Dennoch notiert der Titel seit Jahresbeginn weiterhin knapp 13 Prozent im Minus. Die Schwäche auf dem chinesischen Markt bremst eine vollständige Trendwende.
Das Exportgeschäft bleibt der entscheidende Wachstumsmotor für den Rest des Jahres. Technisch hat die Aktie mit einem RSI-Wert von rund 57 wieder Luft nach oben. Der nächste Meilenstein steht im vierten Quartal 2026 an. Dann startet im ungarischen Werk die offizielle Massenproduktion.
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