BYD Aktie: 65.000 Bestellungen für Seal 08
BYD verzeichnet 65.000 Bestellungen für den Seal 08 und eine optimistische Gewinnprognose der Deutschen Bank, was die Aktie um über 16 Prozent steigen lässt.

- 65.000 Bestellungen für Seal 08
- Aktie steigt um 16,42 Prozent
- Deutsche Bank prognostiziert Gewinnsprung
- Exporte erreichen neues Rekordhoch
65.000 verbindliche Bestellungen in gut 30 Stunden. So schnell füllte sich das Orderbuch für BYDs neue Limousine Seal 08 nach dem Marktstart am 2. Juli. Die Aktie des chinesischen Elektroautobauers reagiert entsprechend: Binnen sieben Handelstagen legte das Papier um 16,42 Prozent zu und schloss am Freitag bei 9,58 Euro.
Erst Ende Juni markierte die Aktie mit 8,03 Euro ein neues 52-Wochen-Tief. Vom Rekordhoch aus dem Juli 2025 bei 14,80 Euro trennen das Papier trotz der jüngsten Rally noch immer 35,27 Prozent. Der Kurssprung der vergangenen Woche zeigt aber, wie schnell sich die Stimmung bei BYD drehen kann.
Seal 08 trifft den Nerv der Käufer
Die neue Limousine startet bei 196.900 Yuan und positioniert sich damit im Premiumsegment. Mit 5,15 Metern Länge, einem 800-Volt-Ladesystem und der speziellen DiSus-A-Luftfederung auf 3.030 Millimeter Radstand adressiert BYD gezielt Käufer, die schnelles Laden und präzise Fahrwerkskontrolle erwarten.
Auffällig: Mehr als 65 Prozent der Bestellungen entfallen auf reine Elektroversionen, Hybridvarianten bleiben deutlich in der Minderheit. Das Signal ist klar. Trotz der harten Konkurrenz im chinesischen EV-Markt akzeptieren Kunden den höheren Einstiegspreis für Vollstromer mit Premium-Ausstattung.
Deutsche Bank erwartet Gewinnsprung
Parallel zum Produktstart rechnet die Deutsche Bank mit einer deutlichen Ergebniserholung. Die Bank schätzt, dass BYDs Absatzvolumen im zweiten Quartal um 58 Prozent gegenüber dem Vorquartal auf 1,1 Millionen Fahrzeuge gestiegen ist. Der Quartalsgewinn soll demnach um 145 Prozent auf umgerechnet rund 10 Milliarden Yuan zulegen.
Diese Aussicht befeuerte zuletzt den gesamten Sektor. Die in Hongkong notierten Aktien chinesischer Elektroautobauer zogen nach den Juni-Auslieferungszahlen kräftig an, BYD gewann an einem einzigen Handelstag rund 9 Prozent.
Export als Wachstumsmotor
Die optimistischen Prognosen stützen sich auf reale Verkaufszahlen. Im Juni stiegen BYDs Großhandelsverkäufe von New Energy Vehicles um 5,46 Prozent im Jahresvergleich auf 403.472 Einheiten – der zweite Monat in Folge mit Wachstum. Die Auslandsverkäufe kletterten auf ein neues Rekordhoch von 175.349 Fahrzeugen, ein Plus von 94,73 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Damit stammt inzwischen mehr als 43 Prozent des monatlichen Gesamtabsatzes aus dem Auslandsgeschäft. Der Exportboom kompensiert frühere Kapazitätsengpässe und trägt die Erholung nach dem harten Preiskampf im Heimatmarkt.
Charttechnik zeigt Spielraum nach oben
Nach dem Kurssprung notiert BYD noch 3,83 Prozent unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 9,96 Euro. Zum 200-Tage-Durchschnitt von 10,76 Euro klafft weiterhin eine Lücke von 10,96 Prozent – ein Nachhall der schweren Verluste aus der ersten Jahreshälfte. Der RSI von 56,6 signalisiert dabei, dass die Aktie noch nicht überkauft ist.
Die annualisierte 30-Tage-Volatilität von 40,40 Prozent zeigt aber auch: Neue Auslieferungs- oder Gewinnzahlen können den Kurs weiterhin stark bewegen. Auf Jahressicht liegt BYD noch mit 12,55 Prozent im Minus, auf Zwölfmonatssicht sind es sogar 27,56 Prozent – ein Beleg für die Wucht des Preiskriegs, der die Margen zuletzt belastet hatte.
Rekordexporte, ein erfolgreicher Produktstart und die Gewinnprognose der Deutschen Bank verschieben nun offenbar die Erwartungen vieler Investoren. Die entscheidende Bestätigung steht noch aus: Erst mit den kommenden Quartalszahlen wird sich zeigen, ob der von der Deutschen Bank prognostizierte Gewinnsprung auf rund 10 Milliarden Yuan tatsächlich eintritt.
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