BYD Aktie: 8,82 Euro neues 52-Wochen-Tief

Trotz Plänen für Formel-1-Engagement und neuem Elektro-SUV fällt die BYD-Aktie auf ein 52-Wochen-Tief. UBS bleibt optimistisch.

Die Kernpunkte:
  • Aktie erreicht neues 52-Wochen-Tief
  • UBS erhöht Kursziel trotz Kursrutsch
  • Formel-1-Einstieg wird geprüft
  • Neuer Elektro-SUV "Great Tang" vorgestellt

BYD prüft einen Einstieg in die Formel 1. Das klingt nach Aufbruch — der Aktienkurs erzählt gerade eine andere Geschichte.

Formel 1 als globaler Markenbeschleuniger

Der chinesische Elektroautobauer erwägt mehrere Wege in den Motorsport. Ein eigenes Team wäre die teuerste Option: Die Einstiegsgebühr läge bei über 450 Millionen Dollar. Realistischer erscheinen Sponsoringdeals für 40 bis 60 Millionen Dollar jährlich oder eine Minderheitsbeteiligung an einem bestehenden Team — konkret wird eine 24-prozentige Beteiligung an Alpine F1 diskutiert.

Der strategische Hintergrund ist klar. Allein in China verfolgen rund 221 Millionen Menschen die Formel 1. BYD will bis 2028 alle in Europa verkauften Fahrzeuge lokal produzieren. Internationale Sichtbarkeit ist dafür kein Luxus, sondern Voraussetzung.

UBS erhöht Kursziel — der Markt bleibt skeptisch

Während der Kurs fällt, wird UBS optimistischer. Die Bank hob ihr Kursziel für BYDs H-Aktien von 128 auf 135 Hongkong-Dollar an und bestätigt das „Buy“-Rating. Als Begründung nennt UBS, dass die Mai-Verkäufe erstmals seit September des Vorjahres wieder im Jahresvergleich gewachsen sind.

Hinzu kommen zwei Faktoren, die der Markt nach UBS-Einschätzung noch nicht eingepreist hat: die Massenproduktion von BYDs eigenem 4-Nanometer-Chip für autonomes Fahren sowie Initiativen im Robotikbereich. Beim Auslandsabsatz erwartet die Bank, dass BYD sein Jahresziel von 1,5 Millionen Fahrzeugen übertreffen könnte.

Neue Tiefs trotz Produktoffensive

Die Aktie notiert bei 8,87 Euro — ein Minus von knapp 19 Prozent seit Jahresbeginn. Heute markierte der Kurs mit 8,82 Euro ein neues 52-Wochen-Tief. Der RSI liegt bei 25,4 und signalisiert damit eine technisch überverkaufte Lage.

Das alles passiert trotz eines frischen Produkthighlights: BYD hat den „Great Tang“ (Datang) offiziell auf den Markt gebracht. Der 7-sitzige Elektro-SUV kostet zwischen 239.900 und 309.900 Yuan und konkurriert direkt mit Premiummodellen von Li Auto und Aito. Technisch setzt er auf eine 1000-Volt-Architektur und Blade-Batterien der zweiten Generation — Laden von 10 auf 97 Prozent in neun Minuten.

Branche unter Druck

Das Marktumfeld bleibt schwierig. NIO-Chef William Li warnte auf dem China Auto Chongqing Summit, der chinesische Pkw-Markt könnte 2026 um 15 bis 20 Prozent schrumpfen. Er beschrieb die aktuelle Phase als „brutale“ Konsolidierungsrunde.

BYD hat kürzlich sein 15-millionstes Elektrofahrzeug produziert und setzt verstärkt auf Premiumsegmente sowie internationale Märkte. Ob das reicht, um den Kursrückgang zu stoppen, hängt wesentlich davon ab, wie schnell die Auslandsexpansion Fahrt aufnimmt — und ob die F1-Pläne konkret werden.

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