BYD Aktie: 9,3 Milliarden Yuan im Q4

Chinas E-Auto-Primus BYD verzeichnet 2025 einen deutlichen Gewinneinbruch, treibt aber internationale Expansion und Batterie-Innovationen voran.

Die Kernpunkte:
  • Nettogewinn im vierten Quartal um 38% gesunken
  • Bruttomarge auf tiefstem Stand seit drei Jahren
  • Exportziel von 1,3 Millionen Fahrzeugen für 2026
  • Neue Blade-Batterie mit ultraschneller Ladefähigkeit

Der chinesische Elektroautobauer BYD hat für das Geschäftsjahr 2025 einen deutlichen Gewinnrückgang ausgewiesen. Nach Angaben von Bloomberg fiel der Nettogewinn im vierten Quartal 2025 um 38 Prozent auf 9,3 Milliarden Yuan, während der Quartalsumsatz um 14 Prozent auf 237,7 Milliarden Yuan zurückging. Für das Gesamtjahr sank der Gewinn um 19 Prozent auf 32,6 Milliarden Yuan – trotz eines Umsatzplus von 3,5 Prozent auf 804 Milliarden Yuan. Die Bruttomarge rutschte laut Bloomberg auf 17,7 Prozent, den tiefsten Stand seit drei Jahren.

Der Vorstandsvorsitzende Wang Chuanfu warnte laut dem Bericht vor einer „Knockout-Phase“ im chinesischen Elektroautomarkt. Der harte Preiskampf unter den heimischen Herstellern zehrt zunehmend an den Margen der Branche, und BYD bildet dabei keine Ausnahme. Zusätzlich belastet haben offenbar Probleme rund um das Fahrassistenzsystem „God’s Eye“, das in den vergangenen Monaten in die Kritik geraten war.

Chinas Autoindustrie unter Druck

Der Gewinneinbruch bei BYD steht nicht isoliert da. Die chinesische Industrieproduktion insgesamt verzeichnete im Juni ein Gewinnwachstum von 15,1 Prozent, nach 21,1 Prozent im Mai – die Dynamik lässt spürbar nach. Besonders hart trifft es laut Reuters die Automobilbranche: Die Gewinne der Autohersteller sanken im ersten Halbjahr um 19,5 Prozent, und die landesweiten Autoverkäufe gingen im Juni bereits den neunten Monat in Folge zurück. Die Fitch Ratings-Analyse zur chinesischen Wirtschaft bestätigt das Bild einer Zweiteilung: Exportstarke Sektoren wie Elektrofahrzeuge, Batterien und Künstliche Intelligenz laufen robust, während die Inlandsnachfrage unter der Immobilienkrise und schwachem Verbrauchervertrauen leidet.

Trotz der schwierigen Ertragslage treibt BYD die Internationalisierung voran. Für 2026 hat sich das Unternehmen laut Bloomberg ein Exportziel von 1,3 Millionen Fahrzeugen gesetzt. In Australien hat BYD eine Partnerschaft mit dem Gehaltsumwandlungs-Anbieter Smart geschlossen, um Elektroautos über sogenannte Novated Leases günstiger anzubieten – Smart betreut dort rund 580.000 Kunden mit Gehaltsumwandlungsverträgen. Die australischen BYD-Verkäufe erreichten seit Jahresbeginn 52.335 Fahrzeuge und haben sich damit mehr als verdoppelt.

Fortschritte in Südkorea, neue Batterietechnik

Auch in Südkorea gewinnt BYD an Boden: Im ersten Halbjahr 2026 wurden 11.675 Fahrzeuge der Marke neu zugelassen, womit BYD im April und Juni erstmals japanische Hersteller im Importmarkt überholte. Die Fahrzeuge werden dort deutlich günstiger positioniert als heimische Modelle, und nach Angaben lokaler Berichte sind 98 Prozent der BYD-Käufer koreanische Staatsbürger – ein Hinweis darauf, dass es sich nicht primär um Re-Exporte oder Nischenkäufe handelt. Technologisch punktet BYD zudem mit einer neuen Version der Blade-Batterie, die laut Bloomberg-Bericht eine Ladung von 10 auf 70 Prozent in nur fünf Minuten ermöglichen soll.

Aktie erholt sich von Jahrestief

An der Börse hat sich die BYD-Aktie zuletzt spürbar erholt. Das Papier notiert aktuell bei 9,94 Euro und legt am heutigen Montag um 1,81 Prozent zu. Zum 52-Wochen-Hoch von 14,25 Euro, das Ende Juli vergangenen Jahres erreicht wurde, beträgt der Abstand aber weiterhin gut 30 Prozent. Die Kursreaktion zeigt, dass Anleger die operativen Fortschritte im Auslandsgeschäft und die technologischen Neuerungen offenbar stärker gewichten als den kurzfristigen Margendruck – trotz der ernüchternden Jahresbilanz und der branchenweiten Warnzeichen aus dem chinesischen Automarkt.

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