BYD Aktie: Atto 2 DM-i startet in Australien
Neue Plug-in-Hybride und ein höherer Flottenanteil begleiten BYDs Exportwachstum; zugleich prüft der Konzern einen Fernzugriffsvorfall.

- Atto 2 DM-i startet in Australien
- Flottenanteil steigt binnen Jahresfrist auf 20 Prozent
- Interne Prüfung zu Fernzugriff auf Shark 6
- Juli-Exporte alternativer Antriebe: 173.721 Fahrzeuge
Der chinesische Automobilkonzern BYD forciert seine internationale Wachstumsstrategie mit neuen Modellvarianten und Preisoffensiven in Überseemärkten. Im Handel notiert das Wertpapier heute bei 8,73 Euro, was einem Minus von 1,1 Prozent entspricht. Auf Jahressicht beläuft sich der Abstand zum 52-Wochen-Hoch damit auf 30 Prozent.
Preiskampf bei Plug-in-Hybriden
In Australien führt das Unternehmen den Atto 2 DM-i ein und positioniert das Klein-SUV im dortigen Markt. Die Einstiegsversion Essential startet bei 24.990 Australischen Dollar vor Nebenkosten. Ausgestattet mit einem 1,5-Liter-Benzinmotor und einer 7,85-Kilowattstunden-Batterie erreicht das Fahrzeug 39 Kilometer rein elektrische Reichweite nach WLTP-Standard. Die Gesamtreichweite beziffert der Hersteller auf 845 Kilometer.
Für die gehobene Variante Premium verlangt der Konzern 29.990 Australische Dollar. Dieses Modell nutzt einen LFP-Akku mit 18,03 Kilowattstunden und erzielt eine elektrische Reichweite von 90 Kilometern. BYD-Australien-Produktchef Sajid Hasan erklärte gegenüber CarExpert, das Fahrzeug treffe in diesem Segment auf keine direkten Plug-in-Hybrid-Wettbewerber.
Flankiert wird das Angebot von einer Modellpflege des Atto 3 EVO, der als Dynamic ab 41.990 Australischen Dollar vor Nebenkosten antritt. Die Premium-Ausführung für 46.990 Australische Dollar verfügt über ein 800-Volt-System und lädt mit bis zu 220 Kilowatt Gleichstrom. Damit lässt sich der Akku in etwa 25 Minuten von 10 auf 80 Prozent aufladen.
Ausbau der Flotten und Sicherheitsprüfung
Neben dem Privatkundengeschäft nimmt das Management gewerbliche Abnehmer verstärkt in den Fokus. Laut Chief Operating Officer Stephen Collins steigerte der Konzern seinen Flottenanteil in Australien innerhalb eines Jahres von zuvor 7 bis 8 Prozent auf 20 Prozent des Absatzmixes. Als mittelfristige Zielmarke peilt das Unternehmen dort einen Anteil von Mitte 30 Prozent an.
Gleichzeitig muss sich das Unternehmen mit operativen Herausforderungen auseinandersetzen. BYD Australia bestätigte eine interne Untersuchung zu einem Medienbericht über den unbefugten Fernzugriff auf ein Modell des Pickups Shark 6. Beteiligt sind australische sowie chinesische Teams.
Nach Angaben des Herstellers werden persönliche Fahrzeugdaten lokaler Kunden auf australischen Servern gespeichert. Unabhängig davon läuft vor Ort ein Rückruf des Pickups wegen einer potenziell fehlerhaften Ersatzradbefestigung.
Wachsender Exportanteil stützt Gesamtvolumen
Die forcierte Übersee-Präsenz folgt einer klaren Notwendigkeit, da der Absatz im chinesischen Heimatmarkt unter Druck geraten ist. Laut Daten des chinesischen Branchenverbands PCA exportierte der Konzern im Juli 173.721 Fahrzeuge mit alternativen Antrieben. Die gesamten Fahrzeugverkäufe des Unternehmens legten in diesem Monat um 22 Prozent auf rund 420.000 Einheiten zu.
Der anhaltende Margendruck im Heimatland treibt die chinesischen Autobauer verstärkt ins Ausland. Während die Verkäufe traditioneller Verbrenner in China im Juli um 41 Prozent sanken, stiegen die landesweiten Autoexporte im selben Zeitraum um 88 Prozent. Um seine Marktposition außerhalb Asiens abzusichern, treibt das Unternehmen zudem Vorhaben in Europa voran, darunter den Ausbau eines eigenen Werks im ungarischen Szeged.
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