BYD Aktie: Auslandsauslieferungen um 134,5 Prozent

BYD meldet im zweiten Quartal mehr Gewinn und Rekordexporte im August, während der chinesische Pkw-Markt weiter nachgibt und die Aktie fällt.

Die Kernpunkte:
  • August-Absatz erreicht 440.293 Fahrzeuge
  • Auslandslieferungen steigen um 134,5 Prozent
  • Quartalsgewinn wächst auf 8,2 Milliarden Yuan
  • Aktie verliert seit Jahresbeginn 14 Prozent

BYD schifft so viele Fahrzeuge ins Ausland wie nie zuvor – während der chinesische Heimatmarkt für Personenwagen bereits den elften Monat in Folge schrumpft. Diese Kombination prägt aktuell das Bild des chinesischen Autobauers und erklärt, warum die Aktie trotz operativer Fortschritte unter Druck bleibt.

Laut Reuters führte BYD im August die chinesischen Autoexporte an und erreichte dabei eine Rekordzahl an ins Ausland verschifften Fahrzeugen. Der Konzern meldete für den Monat einen Gesamtabsatz von 440.293 Fahrzeugen, ein Plus von 17,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Besonders auffällig: Die Auslandsauslieferungen sprangen um 134,5 Prozent auf 189.466 Einheiten. Reuters berechnete diese Werte auf Basis der von BYD veröffentlichten Zahlen und wertete sie als vierten Monat in Folge mit Wachstum.

Peking reagiert mit neuen Regeln

Das schnelle globale Wachstum, das laut Reuters maßgeblich von BYD getrieben wird, hat auch chinesische Regulierer auf den Plan gerufen. Anfang September erließ Peking neue Richtlinien für die Auslandsaktivitäten chinesischer Autobauer. Sie umfassen Vorgaben zu Auslandsinvestitionen sowie Anforderungen an Kartellrecht, Korruptionsprävention und soziale Verantwortung. Für BYD bedeutet das zusätzlichen regulatorischen Rahmen für die Expansion, die den Konzern zuletzt so stark getragen hat.

In Großbritannien zeigt sich der Erfolg der Auslandsstrategie konkret: Die Zulassungen batterieelektrischer Fahrzeuge stiegen dort im August um rund 30 Prozent, wie aus New-AutoMotive-Daten hervorgeht, die Reuters zitierte. BYD steigerte seinen Marktanteil auf der Insel dabei auf 6,4 Prozent, nach zuvor niedrigerem Niveau.

Gewinn steigt, verfehlt aber Erwartungen

Auf der Ertragsseite zeichnet sich eine Erholung ab, die allerdings hinter den Prognosen zurückblieb. BYD wies für das zweite Quartal 2026 einen Nettogewinn von 8,2 Milliarden Yuan aus, ein Plus von 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Damit endete eine Serie von vier rückläufigen Quartalen in Folge.

Reuters berichtete jedoch, dass das Ergebnis unter den Erwartungen mehrerer Banken lag. Das Auslandsgeschäft habe die Bruttomarge gestützt – ein Beleg dafür, wie wichtig die Exportmärkte für die Profitabilität geworden sind.

Zur Einordnung: Reuters und das Wall Street Journal hatten zuvor übereinstimmend berichtet, dass der Nettogewinn im ersten Halbjahr 2026 gegenüber dem Vorjahr um 21 Prozent gesunken war. Der Quartalsgewinn markiert damit eine Trendwende, auch wenn das Ausgangsniveau niedrig war.

Kurs spiegelt die Unsicherheit

An der Börse kommt diese Gemengelage bislang nicht positiv an. Die Aktie notiert vorbörslich bei 9,24 Euro und damit 1,4 Prozent leichter als am Vortag.

Seit Jahresbeginn hat das Papier 14 Prozent verloren, ein Zeichen dafür, dass Anleger den schwachen Heimatmarkt stärker gewichten als die Exporterfolge. Der Abstand zum 52-Wochen-Hoch von 12,49 Euro, erreicht im Oktober 2025, beträgt inzwischen 26 Prozent.

Die Diskrepanz zwischen operativen Fortschritten im Ausland und der Kursentwicklung dürfte anhalten, solange der chinesische Heimatmarkt schwächelt und regulatorische Unsicherheiten über die Expansionsstrategie bestehen bleiben.

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