BYD Aktie: Auslandsverkäufe springen um 124,3 Prozent

BYD steigert Juli-Verkäufe dank 124 Prozent Plus im Ausland, verfehlt aber das Tempo für das Jahresziel. Neue Modelle sollen Wachstum stützen.

Die Kernpunkte:
  • Auslandsverkäufe steigen um 124 Prozent
  • Jahresziel erfordert 530.000 Fahrzeuge monatlich
  • Denza Z9S startet mit 1.100 km Reichweite
  • Aktie bleibt 27 Prozent unter Hoch

BYD hat im Juli mit 419.211 verkauften Fahrzeugen ein Plus von 21,76 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat erzielt und damit den dritten Monat in Folge zugelegt. Besonders auffällig: Die Auslandsverkäufe von Pkw und Pickups sprangen um 124,3 Prozent auf 179.841 Einheiten und machten damit rund 43 Prozent des Monatsvolumens aus. Der chinesische Heimmarkt bleibt damit zunehmend nur noch ein Standbein unter mehreren.

Trotz der starken Juli-Zahlen zeigt die Jahresbilanz ein anderes Bild. In den ersten sieben Monaten summierten sich die Verkäufe von New-Energy-Fahrzeugen auf 2.227.722 Einheiten – ein Rückgang von 10,54 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Bloomberg berichtete, dass BYD damit hinter dem Tempo zurückliegt, das für das selbstgesteckte Jahresziel von 5 bis 5,5 Millionen Fahrzeugen nötig wäre. Nach 1,81 Millionen ausgelieferten Wagen im ersten Halbjahr müsste der Konzern in den verbleibenden Monaten im Schnitt rund 530.000 Fahrzeuge pro Monat absetzen.

Neue Modelle sollen Wachstum stützen

Parallel zur Verkaufsdynamik treibt BYD seine Modelloffensive voran. Die Premiummarke Denza startete Anfang August den Vorverkauf der vollelektrischen Limousine Z9S, die mit einer CLTC-Reichweite von 1.100 Kilometern beworben wird. Der Einstiegspreis liegt bei 319.800 Yuan, zwei weitere Varianten kosten 349.800 beziehungsweise 389.800 Yuan.

Die stärkste Ausführung mit Allradantrieb leistet 890 kW und beschleunigt laut Herstellerangaben in 2,68 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Auch beim Laden setzt Denza auf Tempo: Von 10 auf 70 Prozent Ladestand soll es nur fünf Minuten dauern.

Mitte August will BYD zudem mit der Da Han eine neue D-Segment-Limousine der Dynasty-Reihe auf der Chengdu Auto Show präsentieren, die noch bis Ende des Monats läuft. Die batterieelektrische Version verfügt über einen 102-kWh-Akku und soll bis zu 1.008 Kilometer Reichweite nach CLTC-Norm erreichen. Für August kündigte der Konzern außerdem an, an seinen Di-Space-Erlebnisstandorten einen humanoiden Roboter vorzustellen.

Expansion nach Japan und Indien

Die internationale Ausrichtung zeigt sich auch abseits Chinas. Ende Juli brachte BYD mit dem Racco ein Kleinstwagenmodell speziell für den japanischen Markt in Tokio auf den Markt. In Indien startete der Konzern im August eine Herbstkampagne mit Ladegutscheinen, zweijähriger Wartung, einer auf 200.000 Kilometer verlängerten Garantie sowie Finanzierungsangeboten ab 7,77 Prozent Zinsen.

Kurs bleibt unter Druck

An der Börse hat sich die operative Dynamik bislang nicht in Kursstärke übersetzt. Die Aktie schloss gestern bei 9,72 Euro und liegt damit rund 27 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 13,23 Euro vom 26. August 2025. Auf Jahressicht steht ein Minus von 9,2 Prozent zu Buche, über zwölf Monate beträgt der Rückgang 22 Prozent.

Die Kluft zwischen starkem Auslandsgeschäft und schwächelndem Heimatmarkt scheint Anleger derzeit mehr zu belasten als die Wachstumszahlen sie überzeugen.

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