BYD Aktie: Batterie hält nach 30.000 Kilometern 98,7 Prozent

BYD meldet 98,7 Prozent Batteriekapazität nach 350 Schnellladungen, während Auslandsgeschäft wächst und der Heimatmarkt schwächelt.

Die Kernpunkte:
  • Yangwang U7 absolviert 350 Schnellladungen
  • Batterie behält 98,7 Prozent Kapazität
  • Da Han soll Premiumgeschäft ausbauen
  • Auslandsverkäufe steigen um 67,8 Prozent

Während der Aktienkurs von BYD unter dem Eindruck einer verfehlten Gewinnprognose leidet, sorgt der chinesische Autobauer technisch für Aufsehen: Ein Langzeittest der Tochtermarke Yangwang soll die Haltbarkeit der Schnellladetechnik demonstrieren – parallel bereitet BYD den Marktstart seiner neuen Flaggschiff-Limousine vor.

Neun Tage, 350 Ladestopps

Yangwang hat gestern die Ergebnisse eines aufwendigen Ausdauertests präsentiert. Ein Vorführwagen des Modells U7 absolvierte binnen neun Tagen rund 350 Schnellladevorgänge und legte dabei etwa 30.000 Kilometer zurück. Genutzt wurde durchgehend das hauseigene Flash-Ladesystem, das während der Testphase Ladeleistungen von bis zu 640 Kilowatt aufnahm.

Nach Abschluss des Tests verfügte die Batterie laut Unternehmensangaben noch über 98,7 Prozent ihrer ursprünglichen Kapazität. Der Test soll belegen, dass wiederholtes Schnellladen die Lebensdauer der Zellen kaum beeinträchtigt – ein Argument, das BYD im Wettbewerb um technologische Glaubwürdigkeit gegenüber Kunden und Investoren einsetzt.

Da Han soll Premiumsegment stärken

Bereits am 24. August hatte BYD seine neue Flaggschiff-Limousine mit dem Namen Da Han vorgestellt. Das Modell wirbt mit einer Fünf-Minuten-Schnellladefunktion und einer Reichweite von 1.008 Kilometern nach dem chinesischen CLTC-Zyklus. Der Preis liegt umgerechnet bei unter 52.000 australischen Dollar.

Die Auslieferung des Da Han soll in den kommenden Wochen beginnen. Der Vorstoß fügt sich in eine Strategie, mit der BYD über die Premiummarken Denza, Fang Cheng Bao und Yangwang höhere Margen erzielen will – im ersten Halbjahr legten die Verkäufe dieser Marken um 61 Prozent zu und machten 12,8 Prozent der Pkw-Verkäufe aus.

Der Kontext: Gewinn verfehlt Erwartungen

Die technischen Neuigkeiten treffen auf ein angeschlagenes Marktumfeld. Am Freitag hatte BYD seinen Zwischenbericht für das erste Halbjahr vorgelegt: Der Nettogewinn im zweiten Quartal stieg zwar um 30 Prozent auf 8,2 Milliarden Yuan und beendete damit eine Serie von vier rückläufigen Quartalen.

Analysten von Morgan Stanley, UBS, Citi, Deutsche Bank und CMBI hatten jedoch im Schnitt mit einem Gewinnsprung von rund 48 Prozent gerechnet – die tatsächliche Zahl blieb deutlich dahinter zurück. Seither verlor die Aktie an Wert und schloss am Montag bei 9,60 Euro, ein Minus von 3,3 Prozent gegenüber dem Vortag.

Der Kurs notiert damit knapp unter seinem 50-Tage-Durchschnitt von 9,67 Euro und rund 8 Prozent unter dem 200-Tage-Durchschnitt von 10,43 Euro – ein Zeichen dafür, dass der mittelfristige Trend angeschlagen bleibt. Vom 52-Wochen-Hoch bei 12,49 Euro, erreicht am 2. Oktober, trennen das Papier mittlerweile 23 Prozent.

Auslandsgeschäft als Stütze

Trotz der Enttäuschung beim Gewinn bleibt das Exportgeschäft ein Lichtblick. BYD verkaufte im ersten Halbjahr rund 792.000 Fahrzeuge im Ausland, ein Plus von 67,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Im zweiten Quartal allein stiegen die Auslandsverkäufe um 82,46 Prozent auf 471.091 Einheiten. Für das Gesamtjahr hat BYD gegenüber Analysten ein Exportziel von 1,5 Millionen Fahrzeugen bekräftigt.

Auf dem Heimatmarkt bleibt die Lage dagegen angespannt: Die Verkäufe von New Energy Vehicles fielen im ersten Halbjahr um 15,72 Prozent, wenngleich sich der Rückgang im zweiten Quartal auf 3,24 Prozent abschwächte – nach einem Einbruch von 30,01 Prozent im ersten Quartal. Die Julizahlen mit einem Plus von 21,76 Prozent auf 419.211 Einheiten deuten auf eine beginnende Stabilisierung hin.

Für Anleger bleibt die Gemengelage komplex: Technologische Fortschritte wie der Batterietest und die neue Limousine unterstreichen BYDs Innovationskraft, doch solange der Heimatmarkt schwächelt und die Gewinnerwartungen verfehlt werden, dürfte die Kurserholung auf sich warten lassen.

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