BYD Aktie: Behörde ordnet Rückruf an
Nach dem Rückruf von 183.211 BYD-Fahrzeugen schwächelt Chinas Absatzmarkt, während Exporte wachsen und weitere Werke in Europa geplant sind.

- Rückruf betrifft Qin- und Tang-Modelle
- Bremspedal-Bauteile werden kostenlos ersetzt
- Chinas Fahrzeugabsatz sinkt weiter
- BYD plant zusätzliche Werke Europas
Chinas Marktregulierungsbehörde hat gestern den sofortigen Rückruf von 183.211 Fahrzeugen des Herstellers BYD angeordnet. Die Sicherheitsmaßnahme betrifft Automobile der Baureihen Qin und Tang, die im Zeitraum zwischen 2014 und 2022 vom Band liefen.
Als Ursache nannte die Behörde Mängel an den Anschlagpuffern des Bremspedals, bei denen das Risiko besteht, dass sie einreißen oder sich vollständig ablösen. Laut Reuters kündigte BYD an, dass autorisierte Vertragshändler das betroffene Bauteil für Kunden kostenfrei ersetzen werden.
An den Finanzmärkten sorgte die behördliche Anordnung für leichte Zurückhaltung. Zum Handelsschluss am Freitag notierte die BYD-Aktie bei 9,00 Euro, was einem moderaten Tagesverlust von 0,8 Prozent entsprach. Damit bewegt sich das Papier 12 Prozent über seinem 52-Wochen-Tief.
Heimatmarkt schwächelt, Auslandsgeschäft wächst
Die Rückrufaktion trifft den Konzern in einer spürbar abgekühlten Phase auf dem chinesischen Heimatmarkt. Landesweit sanken die Fahrzeugverkäufe im August den elften Monat in Folge. Demgegenüber behauptete sich das internationale Geschäft bemerkenswert dynamisch: BYD und weitere chinesische Hersteller verzeichneten im selben Monat eine neue Höchstmarke bei den Ausfuhren auf ausländische Märkte.
Die Exporterfolge untermauern die ehrgeizigen Zielmarken der Unternehmensführung. Nach Angaben von Deutsche Bank rechnet das Management für das Gesamtjahr 2026 mit Übersee-Auslieferungen von 1,9 bis 2,0 Millionen Einheiten. Dies käme einer Verdopplung im Vergleich zum Vorjahr nahe, wenngleich bestehende Frachtengpässe das Auslieferungstempo fortdauernd herausfordern. Bis zum Jahr 2027 peilen die Verantwortlichen mehr als 2,5 Millionen Fahrzeugexporte an.
Lokale Fertigung in Europa geplant
Um logistische Risiken zu minimieren und Transportwege zu verkürzen, treibt der Automobilbauer die Errichtung eigener Fabriken im Ausland voran. Executive Vice President Stella Li unterstrich das Vorhaben, sämtliche auf europäischen Märkten vertriebenen Fahrzeuge künftig auch in der Region selbst herzustellen. Diese Strategie schließt schwere Nutzfahrzeuge ein, deren Markteinführung in Europa für 2027 terminiert ist.
Nach dem Produktionsauftakt im ungarischen Premierenwerk soll bis zum Jahresende die Entscheidung über eine zweite europäische Fertigungsstätte fallen. Ein europäischer Berater des Konzerns bezeichnete Spanien und Frankreich als führende Optionen für diesen Zukauf, während Italien die Rolle einer Ausweichmöglichkeit einnehme. Längerfristig kalkuliert das Unternehmen mit einem Bedarf von drei Montagewerken und einer Batteriezellenfabrik in Europa.
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