BYD Aktie: Citi erwartet 10,3–12,4 Mrd. Yuan im Q2
Citi prognostiziert für BYD einen überraschend hohen Nettogewinn im zweiten Quartal, gestützt auf Rekordabsätze im Ausland und einen stabilen Mai.

- Citi startet positive 30-Tage-Beobachtung
- Rekord bei Auslandsverkäufen erzielt
- Mai-Absatz übertrifft Erwartungen
- Aktie steigt um über sechs Prozent
Bei BYD dreht sich die Marktstory plötzlich wieder nach vorn. Nach schwachen Jahresvolumina rückt nicht mehr der Rückstand seit Jahresbeginn in den Vordergrund, sondern ein mögliches Gewinn-Comeback im zweiten Quartal. Auslöser ist eine positive Kurzfrist-Einschätzung von Citi — und ein Mai-Absatz, der besser ausfiel als erwartet.
Die Aktie reagierte prompt. Am 2. Juni sprang der Hongkong-Titel deutlich an und machte klar: Der Markt preist wieder mehr operative Stärke ein.
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Citi setzt auf bessere Gewinne
Citi hat BYD auf eine 30-tägige „Positive Catalyst Watch“ gesetzt. Im Mai erreichte der Großhandelsabsatz rund 383.000 Fahrzeuge, ein Plus von 19,4% gegenüber dem Vormonat und 0,3% über dem Vorjahr.
Der wichtigste Treiber lag außerhalb Chinas. Im Ausland verkaufte BYD mehr als 160.000 Fahrzeuge und stellte damit einen neuen Rekord auf. Das stärkt die These, dass der Konzern seine Umsatzqualität über internationale Märkte verbessern kann.
Noch marktsensibler ist die Gewinnrechnung. Citi schätzt den Nettogewinn im zweiten Quartal ohne Währungseffekte und ohne BYD Electronic auf 10,3 bis 12,4 Milliarden Yuan.
Der Konsens liegt nach Citi-Angaben nur bei 8 bis 9 Milliarden Yuan. Die Annahmen dahinter sind klar: Im Juni soll das Großhandelsvolumen stabil bleiben, während die Einzelhandelsverkäufe nach dem Mai weiter zulegen.
Die Kursreaktion fiel entsprechend kräftig aus. BYD eröffnete am 2. Juni in Hongkong 3,14% höher bei 93,60 Hongkong-Dollar. Zum Handelsschluss stand die Aktie bei 96,75 Hongkong-Dollar, ein Tagesplus von 6,61%.
Der Mai hilft, aber das Jahr bleibt schwach
Operativ liefert der Mai frische Argumente für die Erholungsthese. Die Produktion neuer Energiefahrzeuge lag bei rund 380.500 Einheiten, ein Plus von 8,78% zum Vorjahr.
Die Verkäufe kamen auf rund 383.500 Fahrzeuge und lagen damit 0,26% über dem Vorjahreswert. Das ist kein Boom, aber ein sichtbarer Bruch mit der schwachen Dynamik der Vormonate.
Für die ersten fünf Monate bleibt die Bilanz allerdings belastet. Die NEV-Produktion summierte sich auf 1,4109 Millionen Einheiten, ein Minus von 21,27%.
Die Verkäufe lagen bei 1,405 Millionen Fahrzeugen und damit 20,32% unter Vorjahr. Genau dieser Abstand macht die Citi-These so wichtig: Ein starker Einzelmonat reicht nicht, wenn Volumen, Mix und Margen nicht nachziehen.
Chinas NEV-Markt zieht mit
Auch der chinesische Markt sendet bessere Signale. Der Großhandelsabsatz von elektrifizierten Pkw wurde im Mai auf 1,36 Millionen Einheiten geschätzt, 12% mehr als im Vorjahr und 11% mehr als im Vormonat.
BYD blieb dabei klar die Nummer eins. Die wichtigsten Hersteller nach Großhandelsvolumen im Mai:
- BYD: 376.990 Fahrzeuge
- Geely Auto: 131.037 Fahrzeuge
- Chery: 92.905 Fahrzeuge
- Tesla China: 85.982 Fahrzeuge
Diese Rangliste zeigt den Skalenvorteil von BYD. Sie erklärt auch, warum schon kleine Veränderungen beim Absatzmix große Auswirkungen auf die Gewinnerwartungen haben können.
Europa wird zum Margentest
Neben China bleibt Europa ein zentraler Hebel. Zwischen Januar und April kam BYD in der EU, Großbritannien und der Europäischen Freihandelszone auf 2,2% der gesamten Pkw-Neuzulassungen.
Bis 2028 will BYD alle für Europa bestimmten Elektroautos lokal produzieren können. Das wäre strategisch wichtig, weil chinesische Hersteller in Europa mit Zollrisiken, Preisdruck und etablierten Marken konkurrieren.
Die jüngsten Zulassungsdaten zeigen den Schwung. Im April stiegen die europäischen BYD-Registrierungen um 114,5% auf 27.008 Fahrzeuge. Tesla legte im selben Monat um 46,5% auf 10.654 Fahrzeuge zu.
Der nächste Prüfstein sind die Juni-Daten. Bleiben Großhandel und Einzelhandel stabil und verbessert sich der Mix, bekommt die Gewinnschätzung von Citi zusätzliche Substanz. Bricht der Schwung ab, dürfte der Markt den schwachen Jahresstart wieder stärker gewichten.
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