BYD Aktie: Citi kippt China-Short-These
Citigroup revidiert ihre Short-Empfehlung für chinesische Autowerte. BYD profitiert mit Kursgewinnen, während Analysten auf die Halbjahreszahlen Ende August blicken.

- Citi sieht Ende der Short-These
- BYD-Aktie legt in Hongkong zu
- Halbjahreszahlen am 28. August
- Exportwachstum trotz schwachem Heimatmarkt
Ein Trade, der die erste Jahreshälfte 2026 prägte, gerät ins Wanken: Kaufe KI-Aktien, verkaufe chinesische Autowerte short. Citigroup sieht genau dafür jetzt schwindende Erfolgsaussichten — und BYD profitiert direkt davon.
Die Aktie legte im Hongkonger Handel um gut zwei Prozent zu. Auslöser war eine Citi-Analyse, die dem bislang beliebten Short-Trade auf chinesische Autowerte die Grundlage entzieht.
Drei Argumente gegen den Short-Trade
Citi stützt die These auf drei Beobachtungen. Erstens seien die Bewertungen der chinesischen Autobranche inzwischen so niedrig, dass weitere Abwärtsrisiken begrenzt bleiben. Zweitens könnten die anstehenden Quartalszahlen der Branchengrößen für positive Überraschungen sorgen und die Gewinnschätzungen nach oben drehen. Drittens rechnet die Bank mit einer schnelleren Marktkonsolidierung, die den Preisdruck auf etablierte Hersteller wie BYD mindert.
Die Nagelprobe für diese These folgt am 28. August, wenn BYD seine Halbjahreszahlen vorlegt. Analysten erwarten für das zweite Quartal einen Umsatz von umgerechnet rund 31,4 Milliarden Dollar und einen Nettogewinn von etwa 3,85 Milliarden Dollar.
Heimatmarkt schwächelt, Export läuft
Der operative Alltag zeigt ein zweigeteiltes Bild. Im Juli verkaufte BYD 419.211 Fahrzeuge — deutlich mehr als im Vorjahresmonat. Über die ersten sieben Monate des Jahres 2026 gingen die Verkäufe insgesamt jedoch von rund 2,49 Millionen auf etwa 2,23 Millionen Fahrzeuge zurück. Der schwache chinesische Heimatmarkt bremst damit die Gesamtbilanz, während BYD im Ausland — in Europa, Südostasien und Brasilien — weiter Marktanteile gewinnt.
Diese Diskrepanz zwischen starkem Auslandsgeschäft und schwächelndem Heimatmarkt dürfte auch die kommenden Zahlen prägen.
Analysten überwiegend zuversichtlich
Das Analystenbild bleibt klar positiv gewichtet: Acht von zehn erfassten Experten stufen die BYD-Aktie mit Buy ein, zwei mit Hold, ein Sell-Votum existiert nicht.
DBS-Analyst Raphael Tse setzte Anfang August ein Kursziel von 150 Hongkong-Dollar an, Bank of America Securities sieht 123 Hongkong-Dollar, während Jefferies mit 106 Hongkong-Dollar vorsichtiger bleibt. Die Spanne der Kursziele spiegelt unterschiedliche Einschätzungen zur Frage, wie stark der schwache Heimatmarkt die Exporterfolge überschatten wird.
Am 28. August zeigt sich, ob die Citi-These trägt. Bis dahin dürfte der Markt jede weitere Absatzmeldung aus China genau auf Anzeichen einer Wende abklopfen.
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