BYD Aktie: Citigroup-Schock am Markt?
BYD steigerte im September Absatz und Ausfuhren, während schwache Branchensignale und Sorgen um den Heimatmarkt die Aktie belasteten.

- BYD-Aktie verliert 2,6 Prozent
- September-Absatz steigt um 17 Prozent
- Pkw- und Pickup-Exporte legen deutlich zu
- JPMorgan senkt Rating und Kursziel
Die Aktien chinesischer Elektrofahrzeughersteller geraten zum Wochenausklang unter Druck, und auch die Papiere von BYD geben heute im schwachen Marktumfeld um 2,6 Prozent auf 8,37 Euro nach.
Auslöser für die Zurückhaltung der Investoren sind gedämpfte Signale aus dem Gesamtmarkt: Nach Einschätzung von Citigroup lagen die Großhandelsverkäufe von Fahrzeugen mit alternativen Antrieben in China im September moderat unter den Erwartungen der Marktteilnehmer.
Neben dieser Brancheneinschätzung sorgten auch steigende Renditen von US-Staatsanleihen, anziehende Ölpreise sowie Enttäuschung über Pekings wirtschaftliche Konjunkturmaßnahmen für Verkäufe an den asiatischen Handelsplätzen.
Sektorweiter Gegenwind drückt die Notierungen
Der heutige Rücksetzer reiht sich in ein von Vorsicht geprägtes Branchenumfeld ein. Während der Gesamtmarkt mit den Schätzungen von Citigroup hadert, zeigte sich BYD im Vormonatsvergleich widerstandsfähiger als der Branchendurchschnitt.
Medienberichten zufolge legten die Auslieferungen des Konzerns gegenüber dem Vormonat um fünf Prozent zu, womit das Unternehmen die allgemeine Marktentwicklung übertraf. Dennoch dominieren die Sorgen über das Tempo des chinesischen Marktwachstums das Geschehen an den Börsen.
Bereits am Mittwoch hatte die US-Bank JPMorgan ihre Einstufung für den Titel von Overweight auf Neutral gesenkt und das Kursziel von 124 auf 88 HK$ zurückgenommen. Das Analysehaus verwies dabei auf branchenweite Belastungsfaktoren, darunter eine anhaltend verhaltene Inlandsnachfrage, steigende Vorleistungskosten, politische Unsicherheiten sowie Handelshemmnisse auf wichtigen Auslandsmärkten.
Exportdynamik federt Inlandsflaute ab
Die fundamentale Gemengelage bleibt zwiespältig. Gestern meldete der Konzern für den September einen weltweiten Fahrzeugabsatz von 463.561 Einheiten, was einem Zuwachs von 17 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht.
Laut Reuters stiegen die Ausfuhren von Pkw und Pickups im Jahresvergleich um 153,9 Prozent auf 179.877 Einheiten. Dieser Zuwachs im Auslandsgeschäft glich die anhaltende Schwäche auf dem chinesischen Heimatmarkt und den sich dort verschärfenden Wettbewerb aus.
Zusätzliche Absatzchancen sucht das Unternehmen außerhalb des klassischen Pkw-Segments. Mitte September präsentierte BYD auf der Leitmesse IAA Transportation sein europäisches Nutzfahrzeugprogramm.
Vorgestellt wurde unter anderem eine elektrische Zugmaschine mit einer Leistung von bis zu 1.000 PS und einer Reichweite von 600 Kilometern. Anleger blicken nun darauf, ob die Expansion im Ausland und im Nutzfahrzeugbereich ausreicht, um den Gegenwind auf dem Heimatmarkt dauerhaft zu kompensieren.
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