BYD Aktie: Da Han erreicht chinesische Händler

BYD bringt mehrere neue Fahrzeuge auf den Markt, erweitert sein Schnellladenetz und kooperiert international, während die Aktie kaum reagiert.

Die Kernpunkte:
  • Dritte Tang-Generation startet im vierten Quartal
  • Da Han erreicht chinesische Händler
  • 10.000. Schnellladestation in Betrieb genommen
  • BYD-Aktie bleibt unter Jahreshoch

BYD treibt seine Produktpalette mit einer Dichte voran, die selbst für den chinesischen Automarkt ungewöhnlich ist. Während die Halbjahresbilanz bereits verarbeitet ist, richtet sich der Blick nun auf die Modellwelle, die den Konzern durch das laufende Jahr tragen soll.

Dritte Tang-Generation und Da Han rollen an

Auf der Chengdu Auto Show präsentierte BYD in dieser Woche die dritte Generation des Tang-SUV. Das Fünfsitzer-Modell soll im vierten Quartal 2026 auf den Markt kommen, ausgestattet mit der zweiten Generation der Blade-Batterie, Schnellladetechnik und dem Fahrassistenzsystem God’s Eye B als Standardausstattung. Zuvor hatte BYD das Fahrzeug bereits mit einer Reichweite von bis zu 850 Kilometern beworben.

Parallel dazu erreichte die Da-Han-Flaggschiff-Limousine diese Woche die Händler in China, nachdem der Vorverkauf auf der Messe in Chengdu gestartet war. Der Wagen wird mit einer Reichweite von 1.008 Kilometern beworben und startet preislich bei 249.900 Yuan, in der Topversion bei 299.900 Yuan.

Zusätzlich öffnete die BYD-Marke Fang Cheng Bao vergangene Woche die Vorbestellung für die Modelle Formula S und Formula S GT mit Preisen zwischen 230.000 und 280.000 Yuan.

Ocean-Reihe und Ladeinfrastruktur als weitere Bausteine

Auch die Ocean-Modellreihe wächst weiter: Der Sealion 08 als Flaggschiff-SUV der Serie ging vergangene Woche in den Vorverkauf, ein erstes Ocean-MPV könnte laut einem BYD-Manager noch bis Jahresende folgen, ein offizielles Startdatum nannte der Konzern dafür bislang nicht.

Ergänzt wird die Produktoffensive durch den Ausbau der Ladeinfrastruktur. Am heutigen Freitag nahm BYD seine 10.000. Schnellladestation in Betrieb, die Flaggschiff-Station in Shenzhen Longhua, und deckt damit inzwischen 332 Städte in China ab. Für einen Hersteller, der zugleich massiv auf Exportwachstum setzt, ist ein dichtes heimisches Ladenetz ein Argument gegenüber Kunden, die bislang bei Verbrennern geblieben sind.

International expandiert BYD unterdessen über Partnerschaften: In Malaysia unterzeichnete die Tochtergesellschaft BYD Malaysia Sdn Bhd Mitte August ein Memorandum mit dem lokalen Busunternehmen Bus Cap Berhad, um Elektrobusse mit Fertigung aus Shenzhen im Land zu lokalisieren.

Kurs bewegt sich seitwärts trotz Produktflut

Die Aktie zeigt sich von der Modelldichte bislang unbeeindruckt. Mit 9,97 Euro notiert das Papier nur knapp über dem Vortagesschluss und bleibt damit deutlich unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 9,65 Euro entfernt – aktuell liegt der Kurs 3,3% darüber, aber weiterhin 23% unter dem 52-Wochen-Hoch von 12,99 Euro aus dem August vergangenen Jahres. Die Volatilität von 22% auf 30-Tage-Basis signalisiert, dass Anleger die Vielzahl an Produktnachrichten bislang eher abwartend einordnen.

Die Frage, ob die Modelloffensive tatsächlich zum Kurstreiber wird, bleibt damit vorerst unbeantwortet. Der Konzern liefert mit Tang, Da Han, Sealion 08 und den Fang-Cheng-Bao-Modellen gleich mehrere Anläufe pro Segment – vom SUV über die Limousine bis zur Performance-Nische. Ob diese Kadenz Volumen in ausreichender Menge und Marge erzeugt, dürfte sich erst an den Auslieferungszahlen der kommenden Quartale ablesen lassen.

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