BYD Aktie: Da Han mit 1.008 Kilometern

BYD präsentiert neue Oberklasse-Limousine mit Rekordreichweite und kündigt humanoiden Roboter an. Das Auslandsgeschäft wächst, während der Heimatmarkt schwächelt.

Die Kernpunkte:
  • Neue Luxuslimousine Da Han vorgestellt
  • Rekordreichweite von über 1.000 Kilometern
  • Humanoiden Roboter für August angekündigt
  • Brasilien-Werk auf 600.000 Einheiten ausgelegt

Während die Verkaufszahlen im chinesischen Heimatmarkt einbrechen, feuert BYD aus allen Rohren: Ein neues Oberklasse-Modell mit Rekordreichweite, ein zweites Luxusfahrzeug der Marke Denza und ein Teaser für einen humanoiden Roboter sollen zeigen, dass der Konzern trotz Gegenwind expandiert statt zu bremsen.

Da Han, Denza Z9S und Song L GT: Die neue Modelloffensive

Im Zentrum steht die Limousine Da Han, die BYD kürzlich vorgestellt hat. Mit einer 102,3-kWh-LFP-Batterie erreicht das Fahrzeug nach chinesischem CLTC-Zyklus bis zu 1.008 Kilometer Reichweite – nach Herstellerangaben mehr als eine vergleichbare Mercedes S-Klasse. Der Einstiegspreis liegt bei rund 300.000 Yuan, umgerechnet etwa 44.300 US-Dollar. Die stärkste Allradversion leistet bis zu 764 PS, die verbaute Blade-2.0-Batterie soll sich laut Herstellerangaben in neun Minuten von 10 auf 97 Prozent laden lassen. Ergänzt wird das Sortiment durch den Denza Z9S, ein Luxusmodell mit Dreimotor-Allrad und über 1.190 PS, das nach Werksangaben mehr als 920 Kilometer Reichweite schafft. Parallel wurde in China der Song L GT wieder bei Testfahrten gesichtet – ein Fastback-Modell, das nach rund einjähriger Pause offenbar zurückkehrt, dessen Verkäufe von Januar bis Mai aber um fast 89 Prozent eingebrochen waren.

Roboter-Teaser und Expansion nach Lateinamerika

Für zusätzliche Aufmerksamkeit sorgt ein Teaser-Plakat, das laut dem Fachportal CnEVPost auf die Enthüllung eines humanoiden Roboters Anfang August bei einer Veranstaltung in Zhengzhou hindeutet. BYD-Vizepräsidentin Stella Li hatte demnach die Ambition geäußert, künftig zwei bis drei Roboter pro Filiale einzusetzen. Der Konzern hatte Ende 2024 eigens ein Team für verkörperte KI aufgebaut und nutzt bereits jetzt Roboter des Herstellers UBTech in der Fertigung. Gleichzeitig treibt BYD die geografische Expansion voran: In Brasilien plant das Unternehmen laut einem Auftritt eines Vertriebsdirektors bei der Konferenz Expert XP am Freitag eine Jahreskapazität von 600.000 Fahrzeugen am Standort Camaçari in Bahia, aufgebaut in drei Stufen von 150.000 über 300.000 Kilometer. Von dort sollen auch Argentinien und Mexiko beliefert werden. In Brasilien selbst rangierte BYD im ersten Halbjahr mit rund 99.000 verkauften Fahrzeugen bereits auf Platz vier, nach Rang acht im Gesamtjahr zuvor. In Singapur führte BYD nach Angaben der Straits Times bereits im ersten Halbjahr 2025 die Zulassungsstatistik mit einem Marktanteil von 19,5 Prozent an, vor Toyota und BMW.

Heimatmarkt schwächelt, Kostendruck steigt

Der Kontrast zur Auslandsstrategie ist deutlich: Die Februar-Verkäufe waren um 41 Prozent gegenüber dem Vorjahr eingebrochen, für Januar und Februar zusammen ergab sich ein Minus von 36 Prozent. Als Gründe werden auslaufende staatliche Kaufanreize, verstärkter Wettbewerb und ein gedämpftes Verbrauchervertrauen genannt. Hinzu kommt Kostendruck aus einer unerwarteten Richtung: Wegen stark gestiegener Speicherchip-Preise hat BYD die Preise für sein Fahrassistenzsystem nach einem Bericht von Nikkei Asia um rund 20 Prozent angehoben. Eine Studie der Banca d’Italia stützt unterdessen die strukturelle These, dass chinesische Autobauer gegenüber westlichen Konkurrenten einen Kostenvorteil von 30 bis 45 Prozent besitzen und bei softwarebasierten Fahrzeugen zwei bis drei Jahre voraus seien – trotz gestiegener EU-Einfuhren aus China um rund 30 Prozent im vergangenen Jahr, selbst nach Einführung von Zöllen.

Aktie: Erholung vom Tief, aber weit vom Rekordhoch entfernt

An der Börse spiegelt sich dieses Spannungsfeld zwischen Heimatmarktschwäche und internationalem Wachstum wider. Die BYD-Aktie schloss am Freitag bei 9,76 Euro und hat sich in den vergangenen 30 Tagen um 14,06 Prozent erholt. Von ihrem 52-Wochen-Hoch aus dem Juli des Vorjahres bleibt das Papier jedoch weiterhin 32,86 Prozent entfernt. Anleger dürften die kommenden Wochen genau beobachten: Mit der für den Chengdu Auto Show im August erwarteten Markteinführung des Da Han sowie der möglichen Roboter-Präsentation stehen gleich zwei potenzielle Kurstreiber an, während die schwache Nachfrage in China ein Belastungsfaktor bleibt.

Anzeige

BYD-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue BYD-Analyse vom 26. Juli liefert die Antwort:

Die neusten BYD-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für BYD-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 26. Juli erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

BYD: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Diskussion zu BYD