BYD Aktie: Da Han mit 1.008 Kilometern

BYD liefert 10.000sten Da Tang aus, kündigt die Luxuslimousine Da Han an und baut ein Montagewerk in Pakistan. Analysten diskutieren den fairen Aktienwert.

Die Kernpunkte:
  • 10.000ster Da Tang SUV ausgeliefert
  • Neue Limousine Da Han vorgestellt
  • Montagewerk in Pakistan geplant
  • Analysten diskutieren Aktienbewertung

BYD treibt seine Expansion an mehreren Fronten gleichzeitig voran. Der chinesische Elektroautobauer hat sein 10.000stes Exemplar des SUV-Flaggschiffs Da Tang ausgeliefert, kündigt mit dem Da Han eine neue Limousine mit über 1.000 Kilometern Reichweite an und baut in Pakistan ein Montagewerk. Parallel diskutieren Analysten über den fairen Wert der Aktie, während Tesla in den USA unter dem chinesischen Preiskampf leidet.

Modelloffensive: Da Tang und Da Han

Der Da Tang, seit dem 17. Juni 2026 auf dem Markt, hat nach Angaben von CnEVPost bereits mehr als 150.000 Vorbestellungen gesammelt. Am 23. Juli 2026 übergab BYD das 10.000ste Fahrzeug des Modells, das je nach Ausstattung zwischen 239.900 und 309.900 Yuan kostet. Der SUV schafft laut Hersteller bis zu 950 Kilometer Reichweite und lädt dank 1000-Volt-Architektur von 10 auf 97 Prozent in neun Minuten.

Noch nicht ausgeliefert, aber bereits angeteasert ist der Da Han, eine Limousine der Dynasty-9-Baureihe, die im August auf der Chengdu Auto Show debütieren soll. Das Fahrzeug misst 5.256 Millimeter in der Länge bei einem Radstand von 3.130 Millimetern und soll als Allrad-BEV auf 570 Kilowatt beziehungsweise 764 PS kommen, bei einer Höchstgeschwindigkeit von 270 Kilometern pro Stunde. Die Reichweite soll laut CnEVPost bei bis zu 1.008 Kilometern liegen, angetrieben von der zweiten Generation der Blade-Batterie. Auch eine Plug-in-Hybrid-Version ist geplant.

Wachstum im Ausland gleicht Inlandsschwäche aus

Die Verkaufszahlen zeigen ein zweigeteiltes Bild. Im Juni setzte BYD nach CnEVPost-Daten 403.472 New Energy Vehicles ab, ein Plus von 5,46 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Im Heimatmarkt sanken die Verkäufe im selben Zeitraum jedoch um 22,02 Prozent auf 228.123 Einheiten. Für das erste Halbjahr 2026 summierten sich die globalen Auslieferungen auf 1.808.511 Fahrzeuge, ein Rückgang von 15,72 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Kompensiert wird die Inlandsschwäche durch den Export: Laut einem Bericht des chinesischen Wirtschaftsmediums 36Kr stiegen die Auslandsverkäufe im Juni um 95 Prozent auf 174.900 Fahrzeuge, im ersten Halbjahr insgesamt um 70,65 Prozent auf 789.400 Einheiten.

Diese internationale Ausrichtung zeigt sich auch in Pakistan. Dort baut BYD nach Angaben von Bloom Pakistan für 150 Millionen US-Dollar ein Montagewerk in Gharo in der Provinz Sindh mit einer Jahreskapazität von 25.000 Fahrzeugen. Der Betrieb soll in der zweiten Jahreshälfte 2026 starten, Partner ist die Mega Motor Company. Entlang des 1.300 Kilometer langen Korridors zwischen Karachi und Peshawar stehen bereits 19 Schnellladestationen, die gemeinsam mit HUBCO Green errichtet wurden.

Preiskampf drückt Tesla, Bewertung von BYD bleibt umstritten

Der aggressive Wettbewerb chinesischer Hersteller bekommt auch die Konkurrenz zu spüren: Am 23. Juli 2026 brach die Tesla-Aktie um mehr als 13 Prozent ein, was Marktbeobachter unter anderem auf einen von BYD und anderen chinesischen Anbietern angeführten neuen Preiskrieg zurückführten.

Für BYD selbst steht zudem die Bewertung im Fokus. BYD hat DTS AutoStage als exklusive In-Car-Medienplattform ausgewählt, ein Schritt, den Simply Wall St zum Anlass nahm, den fairen Wert der in Hongkong gehandelten Aktie zu diskutieren. Dem Analysehaus zufolge notierte das Papier zuletzt bei 88,65 Hongkong-Dollar – über dem eigenen Narrativ-Fair-Value von 85,40 Hongkong-Dollar, aber deutlich unter dem DCF-Modellwert von 434,68 Hongkong-Dollar. Zum durchschnittlichen Kursziel der Analysten bestehe demnach weiterhin ein Abschlag von rund 40 Prozent. Nach Angaben von 36Kr taxierten ausländische Banken den Quartalsgewinn zudem auf 95 bis 102 Milliarden Yuan, während BYD selbst mit 80 bis 90 Milliarden Yuan rechnet. Das Energiespeichergeschäft sei für 2026 bereits ausverkauft, mit Aufträgen bis 2028.

Die in Deutschland gehandelte BYD-Aktie schloss am Donnerstag bei 9,70 Euro. Über 30 Tage steht ein Plus von 13,34 Prozent zu Buche, zum 52-Wochen-Hoch von 14,54 Euro vom 24. Juli 2025 fehlen der Aktie aber weiterhin 33,28 Prozent.

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