BYD Aktie: Da Han startet mit 1.008 Kilometern

BYD zeigt auf der Chengdu Auto Show drei neue Modelle, meldet Rekordauslandsverkäufe im Juli und verzeichnet starke Nachfrage für den Kei-EV Racco in Japan.

Die Kernpunkte:
  • Neue Modelle auf Chengdu Auto Show
  • Racco übertrifft Erwartungen in Japan
  • Rekordauslandsverkäufe im Juli
  • Aktie reagiert verhalten auf Neuigkeiten

BYD nutzt den Auftakt der Chengdu Auto Show am heutigen Donnerstag für eine breite Modell-Offensive. Gleich mehrere neue Fahrzeuge feiern ihr Debüt oder starten den Vorverkauf – ein Signal, dass der chinesische Autobauer trotz schwächelnder Heimatnachfrage weiter auf Wachstum durch Produktvielfalt setzt.

Drei neue Modelle auf einen Schlag

Im Zentrum steht die dritte Generation des Tang-SUV, ein fünfsitziges Mittel- bis Großraum-Modell mit einer Reichweite von bis zu 850 Kilometern. Parallel startet die Flaggschiff-Limousine Da Han in den Vorverkauf: Sie bringt es auf bis zu 1.008 Kilometer Reichweite und einen Radstand, der laut Bloomberg-Berichten sogar länger ausfällt als bei der Mercedes-Benz S-Klasse.

Zusätzlich hat die BYD-Submarke Fang Cheng Bao bereits gestern die Vorbestellungen für die Sportlimousinen Formula S und Formula S GT geöffnet, mit Preisen zwischen 230.000 und 280.000 Yuan.

Diese Produktdichte ist kein Zufall. BYD versucht, mit immer neuen Modellreihen auf möglichst vielen Preis- und Reichweitensegmenten präsent zu sein – vom kompakten Kei-Car bis zur Luxuslimousine.

Racco trifft Nerv in Japan

Abseits Chinas zeigt sich bereits Erfolg bei einem kleineren Projekt: Der eigens für Japans enge Straßen entwickelte Kei-EV Racco hat in den ersten Wochen mehr als 1.000 Bestellungen eingesammelt.

Anfang August lag der Stand bei 1.002 Einheiten, womit BYD sein Zwei-Wochen-Ziel bereits übertroffen hatte. Auffällig: Die Topausstattung machte laut Medienberichten 80 Prozent der Order aus. Bis Ende 2026 peilt das Unternehmen 10.000 verkaufte Racco-Einheiten an.

Absatzzahlen zeigen gespaltenes Bild

Die Modell-Offensive trifft auf eine durchwachsene Absatzlage. Im Juli verkaufte BYD weltweit 419.211 Neuenergiefahrzeuge, ein Plus von 21,76 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat und der dritte Monat in Folge mit Jahreswachstum – zugleich der stärkste Monat des laufenden Jahres.

Besonders das Auslandsgeschäft brummt: Mit 179.841 verkauften Pkw und Pick-ups im Juli erzielte BYD im Ausland einen Rekordwert, ein Sprung von 124,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Auslandsverkäufe machten damit rund 43 Prozent des gesamten Julivolumens aus.

Auf Sicht der ersten sieben Monate 2026 bleibt jedoch ein Minus: Die kumulierten NEV-Verkäufe von rund 2,23 Millionen Fahrzeugen liegen 10,54 Prozent unter Vorjahresniveau, wenngleich sich der Rückgang gegenüber dem Halbjahreswert von 15,72 Prozent bereits verringert hat.

Nach 1,81 Millionen verkauften Fahrzeugen im ersten Halbjahr müsste BYD nach Bloomberg-Berechnungen im weiteren Jahresverlauf im Schnitt rund 530.000 Einheiten pro Monat absetzen, um zumindest die untere Marke des Jahresziels von 5 bis 5,5 Millionen Fahrzeugen zu erreichen. Das bleibt ambitioniert.

Kursreaktion bislang verhalten

An der Börse zeigt sich die Aktie von der Nachrichtenflut wenig beeindruckt. Das Papier notiert aktuell bei 9,94 Euro und damit knapp über dem gestrigen Schlusskurs von 9,90 Euro. Auf Wochensicht steht ein Plus von 2,3 Prozent zu Buche, während die Aktie seit Jahresbeginn noch 7,1 Prozent im Minus liegt.

Zum 52-Wochen-Hoch von 13,23 Euro, notiert im August vergangenen Jahres, klafft weiterhin eine Lücke von 25 Prozent – ein Hinweis darauf, dass Anleger die operative Wachstumsdynamik im Ausland bislang nicht vollständig honorieren.

Neben dem Auto-Geschäft arbeitet BYD zudem an einem humanoiden Roboter mit dem Spitznamen „Xiao Di“, der im August in unternehmenseigenen Erlebniszentren vorgestellt werden soll. Das 1,61 Meter große, 58,5 Kilogramm schwere Servicemodell mit 31 Freiheitsgraden zeigt, dass der Konzern seine technologische Ambition über das Kerngeschäft hinaus ausweitet.

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