BYD Aktie: Dahan EV mit 1.008 Kilometer Reichweite
BYD eröffnet den Vorverkauf des Dahan EV mit bis zu 1.008 km CLTC-Reichweite. Der Modellstart fällt in eine Phase rasant wachsender chinesischer Autoexporte.

- Drei Ausstattungsvarianten ab 249.900 Yuan
- Allradversion beschleunigt in 3,3 Sekunden
- Chinas NEV-Exporte steigen um 120 Prozent
- Aktie notiert 23 Prozent unter 52-Wochen-Hoch
BYD hat auf der Chengdu Motor Show den Vorverkauf seines neuen Modells Dahan EV eröffnet. Das Fahrzeug soll mit einer Reichweite von bis zu 1.008 Kilometern nach chinesischem CLTC-Standard antreten – ein Wert, der selbst in der wachstumsstarken chinesischen Elektroauto-Branche als besonders hoch gilt.
Drei Varianten, ambitionierte Technik
Der Dahan EV kommt in drei Ausstattungsvarianten auf den Markt. Zwei Versionen mit Hinterradantrieb erreichen die maximale CLTC-Reichweite von 1.008 Kilometern, eine Allradvariante schafft 880 Kilometer. Die Preise liegen zwischen 249.900 und 299.900 Yuan. Technisch setzt BYD auf eine 102,3-kWh-Blade-Batterie, die sich laut chinesischen Medienberichten in neun Minuten schnellladen lässt.
Der Sprint von 0 auf 100 km/h gelingt der Allradversion in 3,3 Sekunden, die Leistung liegt hier bei 570 kW. Mit einer Länge von 5.256 Millimetern und einem Radstand von 3.130 Millimetern positioniert sich das Modell im Oberklassesegment. An Bord ist zudem ein 31-Lautsprecher-Soundsystem von Devialet.
Der Dahan EV reiht sich damit in eine Serie neuer Modellstarts ein, mit denen BYD sein Portfolio kontinuierlich erweitert und technologisch aufwertet – ein Muster, das sich seit Monaten fortsetzt und die Innovationsgeschwindigkeit des Herstellers unterstreicht.
Exportboom als Wachstumstreiber
Der neue Modellstart fällt in eine Phase, in der Chinas Autoindustrie ihre internationale Expansion beschleunigt. Zwischen Januar und Juli 2026 exportierte China nach Medienberichten 2,909 Millionen Fahrzeuge mit neuer Energie – ein Plus von 120 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.
Im Juli erreichten Neuenergiefahrzeuge einen Anteil von 60,4 Prozent an allen Neuwagenverkäufen im Land. Für das Gesamtjahr 2025 hatte China bereits 7,098 Millionen Fahrzeuge exportiert, davon 2,615 Millionen mit neuer Energie.
Diese Dynamik dürfte auch BYD als größtem chinesischen Player im Segment zugutekommen. Allerdings formiert sich in Europa Widerstand: Der niedersächsische Ministerpräsident fordert EU-Zölle auf chinesische Hybridfahrzeuge. Ab Januar 2026 gilt zudem eine Exportlizenzpflicht für batterieelektrische Fahrzeuge aus China, was die internationale Expansion zusätzlich regulatorisch einrahmt.
Eingebettet ist die Entwicklung in ein makroökonomisches Umfeld, das der chinesischen Elektromobilität Rückenwind gibt: Chinas Wirtschaft wuchs im ersten Halbjahr 2026 um 4,7 Prozent, Clean-Energy-Quellen trugen bereits 36,2 Prozent zur Stromerzeugung bei, und die Produktion von Lithium-Batterien legte um 39,3 Prozent zu.
Kursbild bleibt uneinheitlich
An der Börse zeigt sich die Aktie zuletzt robust. Zum Schluss des Freitagshandels stand das Papier bei 10,13 Euro, ein Plus von 2,0 Prozent auf Tagesbasis und von 3,8 Prozent auf Wochensicht.
Der Blick auf die längerfristige Entwicklung relativiert die jüngste Erholung jedoch: Seit Jahresbeginn steht ein Minus von 5,4 Prozent zu Buche, auf Zwölfmonatssicht sogar ein Rückgang von 18 Prozent. Vom 52-Wochen-Hoch bei 13,23 Euro, erreicht Ende August vergangenen Jahres, notiert die Aktie noch 23 Prozent entfernt.
Der jüngste Kursanstieg über den 50-Tage-Durchschnitt von 9,55 Euro deutet auf eine kurzfristige Stabilisierung hin. Ob der neue Modellstart und die anhaltende Exportdynamik ausreichen, um das Papier nachhaltig aus seinem seit Jahresbeginn negativen Trend zu befreien, dürfte sich in den kommenden Absatzzahlen zeigen.
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