BYD Aktie: Denza Z9S schafft 1.100 Kilometer
BYDs Premiummarke Denza bringt mit dem Z9S eine Elektro-Limousine mit bis zu 1.100 Kilometern Reichweite auf den Markt. Parallel plant der Konzern weitere Modellpremieren.

- Denza Z9S startet bei 319.800 Yuan
- 1.100 Kilometer Reichweite nach CLTC-Zyklus
- BYD expandiert mit Kleinwagen in Japan
- Da Han Premiere auf Chengdu Auto Show
Der chinesische Autobauer BYD bringt mit dem Denza Z9S eine neue elektrische Business-Limousine auf den Markt, die nach eigenen Angaben die größte Reichweite eines in Serie produzierten reinen Elektrofahrzeugs bietet. Die Vorbestellungen für das Modell der Premiummarke Denza starteten Anfang August, der Einstiegspreis liegt bei 319.800 Yuan, umgerechnet rund 47.100 Dollar.
Reichweite als Verkaufsargument im hart umkämpften Markt
Nach chinesischem CLTC-Zyklus schafft der Z9S bis zu 1.100 Kilometer mit einer Akkuladung. Damit positioniert BYD das Modell bewusst gegen Wettbewerber, die im Premiumsegment für Elektro-Limousinen um jeden zusätzlichen Kilometer Reichweite konkurrieren.
Die Denza-Marke, an der BYD maßgeblich beteiligt ist, richtet sich an eine zahlungskräftigere Kundschaft als die Kernmarke BYD selbst und soll dem Konzern helfen, sich im margenstärkeren Oberklassensegment zu etablieren.
Der Vorstoß fällt in eine Phase, in der BYD sein Modellportfolio in mehrere Richtungen gleichzeitig ausbaut. Erst Ende Juli hatte der Konzern mit dem Kleinstwagen Racco einen Angriff auf den japanischen K-Car-Markt gestartet, dort direkt gegen Toyota, Honda und Nissan auf deren Heimmarkt.
Das Modell kostet in Japan umgerechnet rund 13.100 Dollar und war binnen zwei Wochen bereits mehr als tausendfach vorbestellt, wobei ein Großteil der Kunden zur teureren Ausstattungsvariante mit größerem Akku griff.
Diese Doppelstrategie – preiswerte Kleinwagen für Massenmärkte auf der einen, reichweitenstarke Premiumlimousinen auf der anderen Seite – zeigt, wie breit BYD sein Portfolio inzwischen aufgestellt hat.
Weitere Modelloffensive für den Herbst geplant
Auch die Kernmarke BYD selbst bleibt aktiv: Die batterieelektrische Version des Modells Da Han soll laut Unternehmensangaben eine Reichweite von bis zu 1.008 Kilometern bieten und am 21. August auf der Chengdu Auto Show erstmals öffentlich präsentiert werden. Damit rückt auch die Kernmarke näher an die Reichweitenwerte heran, die bislang eher der Premiumtochter vorbehalten waren.
Für Anleger ist die Produktoffensive vor allem deshalb relevant, weil sie zeigt, dass BYD trotz der zuletzt schwächeren Absatzzahlen im Inland weiter auf technologische Differenzierung setzt statt allein auf den Preiskampf.
Der Konzern hatte im laufenden Jahr mit dem Wechsel von der ersten auf eine zweite Generation der Blade-Batterie mit Schnellladefunktion zu spüren bekommen, dass Produktionsumstellungen die Lieferzeiten mehrerer Schlüsselmodelle verlängerten – ein Faktor, der die Absatzdelle mitverursacht haben dürfte.
An der Börse zeigt sich das gemischte Bild in den Kursdaten: Die Aktie schloss am Dienstag bei 9,98 Euro und liegt damit rund 24,6 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 13,23 Euro, das Ende August vergangenen Jahres markiert wurde. Auf Monatssicht hat das Papier dagegen um knapp 6,9 Prozent zugelegt, was auf eine gewisse Stabilisierung nach den schwächeren Vorquartalen hindeutet.
Nächster Termin: Halbjahresbilanz Ende August
Ob sich die Produktvielfalt bereits in den Geschäftszahlen niederschlägt, dürfte spätestens am 29. August klar werden. An diesem Tag will BYD seinen nächsten Geschäftsbericht vorlegen – nur wenige Tage nach der Weltpremiere des Da Han in Chengdu.
Für die humanoide Robotik-Sparte, deren Einstieg BYD bereits verkündet hat, wird zudem für August eine erste Vorstellung im hauseigenen „Di Space“ erwartet. Anleger dürften die kommenden Wochen also nutzen, um zu bewerten, ob die breite Produktpalette – von der Kleinwagen-Offensive in Japan bis zur Reichweiten-Limousine für den chinesischen Markt – tatsächlich in stabilere Absatzzahlen mündet.
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