BYD Aktie: Die Han-Generation kommt?

Drei Elektroversionen und ein Plug-in-Hybrid sind für die nächste Han-Reihe vorgesehen; sinkende Exportvergütungen belasten die Margenaussichten.

Die Kernpunkte:
  • Neue Han-Reihe in MIIT-Unterlagen gelistet
  • Spitzenmodell leistet 520 kW
  • ATTO 8 soll 2027 nach Europa kommen
  • Exportvergütung sinkt ab April 2027

BYD forciert die Erneuerung seiner Modellpalette im Heimatmarkt und treibt parallel den Ausbau des internationalen Geschäfts voran. Am Freitag wurde bekannt, dass die nächste Generation der Han-Reihe in den offiziellen Homologationsunterlagen des chinesischen Ministeriums für Industrie und Informationstechnik (MIIT) gelistet ist.

An den Börsen sorgt der dichte Takt an Produktneuheiten für leichte Unterstützung: Die BYD-Aktie notiert heute bei 8,38 Euro, was einem leichten Tagesplus von 0,5 Prozent entspricht.

Neue Han-Generation in den Startlöchern

Die behördlichen Unterlagen aus China geben konkrete Einblicke in die technische Aufstellung der kommenden Han-Generation. Vorgesehen sind demnach drei rein batterieelektrische Ausführungen sowie eine Plug-in-Hybrid-Variante. Das Spitzenmodell mit Allradantrieb kommt auf eine Systemleistung von 520 kW.

Die Registrierung folgt unmittelbar auf den chinesischen Marktstart der Flaggschiff-Limousine Da Han am 13. Oktober. BYD bietet dieses Modell zu Preisen zwischen 235.900 und 275.900 RMB an.

Für das Fahrzeug stellt der Konzern eine Reichweite von bis zu 1.008 Kilometern nach dem chinesischen CLTC-Zyklus sowie eine Schnellladefunktion in Aussicht, die Ladevorgänge binnen neun Minuten ermöglichen soll. Mit diesen Spezifikationen zielt das Unternehmen auf das gehobene Segment im heimischen Markt.

Internationale Expansion und Margendruck

Gleichzeitig baut der Hersteller seine Präsenz außerhalb Chinas kontinuierlich aus. Auf dem Pariser Autosalon stellte BYD den siebensitzigen ATTO 8 vor. Das Modell ist mit einer 115-kWh-Blade-Batterie der zweiten Generation ausgestattet, erzielt eine Reichweite von bis zu 653 Kilometern nach dem WLTP-Standard und soll im ersten Quartal 2027 zu den europäischen Händlern rollen.

Im Nutzfahrzeug- und Pick-up-Segment erzielte der Shark DMO unterdessen die Höchstwertung von fünf Sternen im europäischen Crashtest Euro NCAP. In Großbritannien startet das Modell zu Preisen ab 47.295 Pfund Sterling inklusive Mehrwertsteuer.

Auf der Kostenseite stehen die Exporte jedoch vor veränderten Rahmenbedingungen. Das chinesische Finanzministerium hat beschlossen, die Mehrwertsteuer-Rückvergütung bei der Ausfuhr von Fahrzeugen mit alternativen Antrieben zum 1. April 2027 von 13 auf 9 Prozent abzusenken.

Medienberichten zufolge sorgt diese Maßnahme für Unsicherheit hinsichtlich der künftigen Exportmargen. Im Chartbild spiegelt sich die Zurückhaltung der Investoren wider: Mit einem Abschlag von 17 Prozent notiert der Titel weiterhin unter seinem 200-Tage-Durchschnitt.

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