BYD Aktie: Europa-Boom trifft Gewinnmitnahmen

BYD erreicht in der EU 206.002 Zulassungen und überholt Tesla; die Aktie verliert in Hongkong 4,08 Prozent.

Die Kernpunkte:
  • EU-Zulassungen steigen um 150 Prozent
  • BYD überholt Tesla bei Neuzulassungen
  • Elektroautos erreichen 22,7 Prozent Marktanteil
  • BYD-Aktie verliert 4,08 Prozent

In Europa läuft es für BYD derzeit besser als für fast jeden anderen Hersteller. Die Zulassungen des chinesischen Elektroautobauers in der EU haben sich in neun Monaten mehr als verdoppelt. An der Börse in Hongkong geben die Papiere dennoch nach.

150 Prozent Plus überholt Tesla

Von Januar bis September 2026 stiegen die BYD-Zulassungen in der EU um 150 Prozent auf 206.002 Fahrzeuge. Das geht aus den neuen Daten des europäischen Herstellerverbands ACEA hervor. Damit zieht BYD an Tesla vorbei: Die Amerikaner kamen auf 188.035 Autos, ein Plus von 70 Prozent.

Der Gesamtmarkt wuchs im selben Zeitraum deutlich langsamer, nämlich um 5,7 Prozent auf knapp 8,52 Millionen Neuzulassungen. BYD gewinnt also spürbar Marktanteile. Hilfreich ist das breite Angebot aus reinen Elektroautos und Plug-in-Hybriden. Letztere sprechen Käufer an, die noch nicht komplett auf Batterieantrieb umsteigen wollen.

Etablierte Hersteller kommen kaum vom Fleck

Der Volkswagen-Konzern inklusive Porsche trat mit 2,23 Millionen Zulassungen nahezu auf der Stelle. BMW legte um 4,6 Prozent zu, Mercedes-Benz um 3,6 Prozent. Beide Premiumhersteller schnitten damit besser ab als VW, blieben aber weit hinter BYD zurück.

Rückenwind liefert die Nachfrage insgesamt. Hohe Spritpreise lenken Käufer zu elektrifizierten Antrieben. Reine Elektroautos erreichten einen Marktanteil von 22,7 Prozent, nach 16,1 Prozent im Vorjahreszeitraum. Benziner und Diesel verloren jeweils rund ein Fünftel ihrer Zulassungen.

Aktie gibt in Hongkong nach

Die Börse honoriert die Zahlen vorerst nicht. Die BYD-Aktie verlor in Hongkong zuletzt 4,08 Prozent auf 68,25 Hongkong-Dollar. Eine klare Begründung für den Rückgang nennen die Marktberichte nicht. Denkbar ist, dass Anleger die starken Europa-Zahlen bereits eingepreist hatten.

Der nächste Termin steht schon fest: Am 29. Oktober prüft der Verwaltungsrat die Neunmonatszahlen. Sie zeigen, ob sich das Europa-Wachstum auch in der Profitabilität niederschlägt.

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