BYD Aktie: Europa-Pläne nehmen Gestalt an?

Suzukis neues Elektro-Minicar startet günstiger als BYDs Racco; zugleich liefert BYD die Batteriezellen und plant weitere Europa-Neuheiten.

Die Kernpunkte:
  • Suzukis Elektro-Minicar kostet 2,12 Millionen Yen
  • BYDs Racco liegt 25.000 Yen darüber
  • Suzuki nutzt BYD-Batteriezellen im neuen Modell
  • BYD zeigt Neuheiten auf Pariser Autosalon

Suzuki greift im japanischen Heimatmarkt an und unterbietet den chinesischen Konkurrenten BYD beim Preis. Der japanische Hersteller präsentierte am heutigen Dienstag sein erstes vollelektrisches Minicar namens e SKY. Der Clou für den chinesischen Konzern: Suzuki setzt bei dem Modell auf LFP-Batteriezellen von BYD. Die Aktie von BYD gibt heute leicht um 0,6 Prozent auf 8,48 Euro nach.

Damit zeigt sich die besondere Doppelrolle des chinesischen Konzerns im internationalen Wettbewerb. Einerseits tritt das Unternehmen als Herausforderer etablierter Fahrzeugbauer mit eigenen Modellen auf.

Andererseits profitiert die eigene Zuliefersparte vom Hochlauf fremder Elektroflotten. Der japanische Gegenschlag schmälert zwar die exklusive Preisführerschaft, sichert den Chinesen aber gleichzeitig ein verlässliches Abnahmevolumen für die Batterieproduktion.

Preiskampf im Segment der Kei-Cars

Laut der Nachrichtenagentur Bloomberg soll der Suzuki e SKY im November in Japan in den Verkauf gehen. Der Einstiegspreis liegt bei 2,12 Millionen Yen. Damit unterbietet das Fahrzeug das Konkurrenzmodell BYD Racco, das ab 2,145 Millionen Yen angeboten wird, um 25.000 Yen.

Minicars dominieren den japanischen Straßenverkehr und machen einen bedeutenden Teil aller Neuzulassungen aus. Bislang halten einheimische Marken dieses Segment fest in der Hand. BYD war im Sommer mit dem Racco angetreten, um erstmals eine chinesische Alternative in dieser Nische zu etablieren. Die rasche Reaktion des traditionsreichen Rivalen belegt nun, wie ernst die japanische Konkurrenz den Markteintritt nimmt.

Europa-Premiere auf dem Pariser Autosalon

Während in Fernost der Preiskampf tobt, bereitet BYD den nächsten Auftritt in Europa vor. Auf dem Pariser Autosalon Mitte Oktober präsentiert das Unternehmen gleich mehrere Neuheiten. Der Konzern stellt dort neben dem Plug-in-Hybrid Dolphin G DM-i und dem Pick-up Shark auch ein bislang geheimes Modell vor. Die Nobelmarke Denza flankiert den Messeauftritt mit dem Geländewagen Bao 5.

Mit der Messepräsenz flankiert das Unternehmen seine langfristigen Industriepläne auf dem Kontinent. In Ungarn entsteht derzeit eine eigene Fertigungsstätte mit einer Jahreskapazität von 300.000 Fahrzeugen. Der Produktionsstart soll die Abhängigkeit von Importen reduzieren und drohende Handelsbarrieren umgehen.

Für den Konzern zahlt sich die breit gefächerte Aufstellung zunehmend aus. Während westliche und asiatische Wettbewerber im Heimatmarkt aufholen wollen, sichert das Batteriegeschäft stetige Einnahmen. Gleichzeitig schaffen lokale Fabriken die Basis, um auf wichtigen Auslandsmärkten dauerhaft Fuß zu fassen.

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