BYD Aktie: Europa wird zum zweiten Standbein

BYD steigerte im Oktober die Ausfuhren und glich damit rückläufige Auslieferungen in China teilweise aus.

Die Kernpunkte:
  • Weltweite Pkw-Verkäufe legten elf Prozent zu
  • BYD verdoppelte seine Exporte im Oktober
  • Tesla lag in Dänemark hinter vier Marken
  • Chinesische Hersteller erreichten Norwegens Monatsbestwert

Im Heimatmarkt schwächelt die Nachfrage, in Europa gewinnt BYD dafür an Boden. Der chinesische Marktführer legte im Oktober den sechsten Monat in Folge bei den Absatzzahlen zu, getragen vom Auslandsgeschäft. Besonders im Norden und Süden Europas drängen chinesische Marken zunehmend an Tesla vorbei.

Export gleicht Heimatflaute aus

Die weltweiten Pkw-Verkäufe stiegen im Oktober um elf Prozent zum Vorjahresmonat. In China selbst gingen die Auslieferungen zurück. Dafür verdoppelte BYD seine Exporte.

Der Branchenkollege Chery erzielte mit einem Exportplus von 60 Prozent ein ähnliches Muster. Auch Geely verdoppelte seine Übersee-Verkäufe mehr als, kam bei den Gesamtauslieferungen aber nur auf ein Prozent Zuwachs. Die Zahlen dämpften die Sorgen vor der anhaltenden Konsumflaute in China, die Aktien legten in Hongkong zum Wochenstart zu.

Ein Selbstläufer ist das nicht. Erst in der Vorwoche hatte BYD bei Umsatz und Gewinn die Erwartungen der Analysten verfehlt.

Tesla erholt sich, BYD liegt vorn

In Europa zeigt sich die Verschiebung der Kräfteverhältnisse besonders deutlich. Teslas Zulassungen sprangen im Oktober in mehreren Ländern kräftig nach oben, etwa in Spanien um 271 Prozent und in Schweden um 248 Prozent. Dabei halfen niedrige Vergleichswerte aus dem Vorjahr, höhere Spritpreise und staatliche Anreize.

Beim Marktanteil ergibt sich allerdings ein anderes Bild. In Dänemark kam Tesla nur auf 0,73 Prozent und lag damit hinter BYD, Leapmotor, Xpeng und MG, die zwischen 1,6 und 5,5 Prozent erreichten. In Italien lag Tesla bei 0,38 Prozent, BYD, Leapmotor und MG kamen auf 1,21 bis 4,55 Prozent.

Norwegen bildet die Ausnahme. Tesla war dort mit 9,8 Prozent Marktanteil die meistverkaufte Marke, chinesische Hersteller erreichten zusammen aber ihren bislang höchsten Monatsanteil von 22,5 Prozent. ING-Ökonom Rico Luman führt Teslas Stärke dort auf die höhere Kaufkraft zurück: Käufer griffen seltener zu den günstigeren Angeboten chinesischer Marken.

Hoher Wettbewerbsdruck in China

Der Preiskampf zu Hause fordert derweil Opfer. Seres, Hersteller der Aito-Modelle, meldete einen Umsatzeinbruch von 50 Prozent, bei Li Auto sanken die Auslieferungen um neun Prozent. Xiaomi und Xpeng überschritten dagegen jeweils die Marke von 50.000 Fahrzeugen, Leapmotor lieferte den vierten Monat in Folge mehr als 100.000 aus.

Für BYD bleibt der Export damit der Hebel, um die Lücke im Inland zu schließen. Der nächste Gradmesser sind die November-Absatzzahlen, die Anfang Dezember anstehen.

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