BYD Aktie: Export springt 80 Prozent, Heimatmarkt fällt 24 Prozent
Trotz schwachem Aktienkurs und Inlandsflaute sieht die UBS bei BYD langfristiges Potenzial und hebt das Kursziel an.

- UBS bestätigt Kaufempfehlung für BYD
- Exportwachstum von 80 Prozent im Mai
- Heimatmarkt mit 24 Prozent Absatzminus
- Technologie-Offensive gegen Preisdruck
Starke Verkaufszahlen im Ausland, schwache Kurse an der Börse. Bei BYD klaffen Realität und Stimmung derzeit weit auseinander. Die Aktie nähert sich gefährlich ihrem 52-Wochen-Tief. Indes liefert die Schweizer Großbank UBS ein klares Gegensignal.
UBS sieht Chance im Preiskampf
UBS belässt die Einstufung auf „Buy“. Die Analysten heben das Kursziel von 128 auf 135 Hongkong-Dollar an. Sie ignorieren die schwache Inlandsnachfrage nicht. Im Gegenteil. Sie werten den harten Wettbewerb als Treiber für eine Marktkonsolidierung. Schwächere Konkurrenten könnten aufgeben. Davon würde BYD langfristig profitieren.
Der Markt teilt diesen Optimismus aktuell nicht. Die Aktie notiert bei 8,85 Euro. Damit trennen das Papier nur noch wenige Cent vom jüngsten Tief. Ein RSI-Wert von 25 signalisiert zudem einen stark überverkauften Zustand.
Export boomt, Heimatmarkt schwächelt
Die jüngsten Verkaufszahlen erklären die Nervosität der Anleger. Im Mai stiegen die weltweiten Auslieferungen minimal um 0,3 Prozent. Insgesamt verkaufte der Konzern rund 383.000 Fahrzeuge. Damit endete eine monatelange Durststrecke sinkender Verkaufszahlen.
Ein genauer Blick offenbart eine tiefe Spaltung. Das Auslandsgeschäft wuchs im Mai um gut 80 Prozent. Parallel dazu brach der Absatz im chinesischen Heimatmarkt um 24 Prozent ein. Es ist der dreizehnte monatliche Rückgang in Folge.
Flucht in die Technologie
BYD reagiert auf den Preisdruck mit einer technologischen Offensive. Das Unternehmen will mehr Kunden für sein Assistenzsystem gewinnen. Dafür übernimmt der Autobauer bei Unfällen im autonomen Modus die Reparaturkosten. Auch die Versicherungsprämien der Fahrer bleiben unangetastet.
Zusätzlich präsentierte der Konzern einen selbst entwickelten 4-Nanometer-Chip. Dieser Baustein unterstützt hochautomatisiertes Fahren. BYD will sich so vom reinen Preiskampf lösen und über Software punkten.
Die Diskrepanz zwischen operativen Fortschritten und schwachem Aktienkurs bleibt bestehen. Ein Minus von gut 19 Prozent seit Jahresbeginn spricht eine klare Sprache. Fällt die Aktie unter die Marke von 8,82 Euro, drohen weitere technische Verkäufe. Die kommenden Exportdaten müssen beweisen, ob die internationale Expansion den heimischen Schwund dauerhaft ausgleicht.
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