BYD Aktie: Export trägt, Heimat bröckelt
Internationale Verkäufe legten kräftig zu, doch BYD verfehlte im dritten Quartal die Analystenschätzungen für Gewinn und Umsatz.

- Nettogewinn steigt um 28 Prozent
- Umsatz bleibt hinter Prognosen zurück
- Auslandsverkäufe wachsen um 137 Prozent
- China-Absatz sinkt um etwa zwölf Prozent
Rekordexporte, aber ein verfehlter Gewinn: BYD hat im dritten Quartal die Erwartungen der Analysten klar verpasst. In Hongkong gaben die Papiere zum Handelsstart um bis zu 2,4 Prozent nach, im Tagesverlauf verringerte sich das Minus deutlich.
Gewinn wächst, aber zu langsam
Der Nettogewinn stieg um 28 Prozent auf rund 10 Milliarden Yuan. Analysten hatten allerdings zwischen 11,4 und knapp 13 Milliarden Yuan erwartet. Auch der Umsatz von 221,5 Milliarden Yuan, ein Plus von 13,6 Prozent, lag unter den Prognosen.
Über die ersten neun Monate bleibt der Gewinn sogar 4,2 Prozent unter dem Vorjahreswert. BYD verweist auf hohe Forschungsausgaben und Währungsverluste.
Goldman Sachs beziffert die Umsatzlücke zu den eigenen und den Markterwartungen auf acht bis neun Prozent. Hauptgrund seien höhere Händlerrabatte auf ältere Modelle, die den durchschnittlichen Verkaufspreis stärker drückten als gedacht. Bruttogewinn, operatives Ergebnis und Nettogewinn verfehlten die Schätzungen. Die Bank bleibt dennoch bei ihrer Kaufempfehlung für die H-Aktien.
Zwei Gesichter im Absatz
Operativ zeigt das Quartal ein gespaltenes Bild. BYD verkaufte 1,3 Millionen Fahrzeuge, rund 42 Prozent davon im Ausland. Die internationalen Verkäufe legten um 137 Prozent auf 550.704 Fahrzeuge zu.
Im Heimatmarkt ging es dagegen bergab: Der Absatz in China sank um etwa 12 Prozent. Der harte Preiskampf drückt auf die Margen, das Gewinnwachstum verlangsamte sich gegenüber den rund 30 Prozent im zweiten Quartal.
Die Expansion nach Europa soll diese Schwäche abfedern. Allerdings setzen immer mehr chinesische Hersteller auf dieselbe Strategie. Hinzu kommen politische Risiken: Im Gespräch ist eine EU-Obergrenze für Hybrid-Importe aus China, zudem sinkt Chinas Steuererstattung für E-Auto-Exporte. Beides könnte die Margenerwartungen im Auslandsgeschäft belasten.
Marktumfeld stützt kaum
Der Hang-Seng-Index legte zeitgleich um mehr als ein Prozent zu, getragen von einer Rotation aus Techwerten in konjunktursensiblere Branchen. BYD profitierte davon nicht.
Der Konzern muss nun zeigen, dass Rabatte im Inlandsgeschäft nicht zum Dauerzustand werden. Solange der Auslandsabsatz im Plus liegt, aber die Preise in China sinken, bleibt die Marge der zentrale Prüfstein.
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