BYD Aktie: Export tritt auf die Bremse
BYD verkaufte im Oktober 305.743 Elektro-Pkw; sinkende Ausfuhren und verfehlte Gewinnschätzungen prägen das Quartalsbild.

- Elektro-Pkw-Absatz erstmals über 300.000
- Oktober-Exporte sanken gegenüber September
- Nettogewinn blieb unter Analystenschätzungen
- Vorräte stiegen auf knapp 222 Milliarden Yuan
Ein einziger Monat reicht BYD, um den gesamten US-Markt für Elektrofahrzeuge im dritten Quartal zu übertreffen. Im Oktober verkaufte der Konzern 305.743 reine Elektro-Pkw. Hinter dem Rekord steckt allerdings ein Auslandsgeschäft, das zwar wächst, aber an Tempo verliert.
Rekord mit schwächerem Wachstum
Erstmals überschritt BYD die Marke von 300.000 reinen Elektro-Pkw in einem Monat, den dritten Rekord in Folge. Inklusive Plug-in-Hybriden kamen die Fahrzeuge mit neuen Antrieben auf 490.168 Einheiten, den höchsten Monatswert des Jahres 2026. Der Gesamtabsatz lag rund 11 Prozent über dem Vorjahresmonat, im September waren es noch 17 Prozent.
Der Vergleich mit den USA taugt nur als Größenordnung. Kelley Blue Book schätzt den dortigen Absatz im dritten Quartal auf 262.649 E-Fahrzeuge, und die Zählweisen unterscheiden sich. Dennoch zeigt er, wie weit BYDs Geschäft über China hinausreicht.
Export gleicht schwachen Heimatmarkt aus
Die Verschiebung ist deutlich. Im September lag der Exportanteil bei knapp 39 Prozent, ein Jahr zuvor bei knapp 18 Prozent. Der Grund: In China fiel der Absatz von Januar bis Oktober um knapp 28 Prozent.
Im Oktober exportierte BYD 170.194 Fahrzeuge, mehr als doppelt so viele wie vor einem Jahr. Gegenüber dem September bedeutet das ein Minus von knapp 6 Prozent, den zweiten Rückgang in Folge.
Schiffe als Engpass
Das Ziel für 2026 liegt bei 1,9 bis 2,0 Millionen Exporten. Dafür wären monatlich 193.000 bis 243.000 Auslandsverkäufe nötig. Selbst der bisherige Rekord aus dem August mit 189.466 Fahrzeugen liegt darunter. Analysten zufolge nannte BYD im September die Schiffskapazität als Engpass, nicht die Nachfrage.
Gewinn verfehlt Erwartungen
Die Zahlen zum dritten Quartal spiegeln das gemischte Bild. Der Nettogewinn stieg um rund 28 Prozent auf 10,02 Milliarden Yuan, blieb aber hinter den Schätzungen von 11,4 bis 12,95 Milliarden Yuan zurück. Der Umsatz wuchs um knapp 14 Prozent, erstmals nach vier Quartalen mit Rückgängen.
Auffälliger ist die Bilanz. Die Vorräte stiegen auf knapp 222 Milliarden Yuan, Ende 2025 waren es gut 138 Milliarden. Parallel dazu nahmen die Forderungen zu, die liquiden Mittel halbierten sich. Die Kapitalbindung wird damit neben dem Absatz zur zweiten Baustelle.
Die Börse sah das am Dienstag gelassen: In Hongkong legte die Aktie um 2,70 Prozent auf 72.350 HKD zu. Als Gradmesser dient nun der November. Fällt der Export erneut unter die Marke von 193.000 Fahrzeugen, rückt das angehobene Jahresziel in weite Ferne.
Stand heute, 3. November: BYD – Kaufen, halten oder verkaufen?
Wer in BYD investiert ist oder einen Einstieg prüft, sollte die Lage jetzt neu bewerten. Die Gratis-Analyse vom 3. November gibt die klare Antwort – und zeigt, warum Abwarten gerade jetzt riskanter sein kann, als es wirkt.




